Pfarrer Michael Stoffels besucht die Kranken in elf Gemeinden

Von: Sonja Essers
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In elf Gemeinden besucht Pastor MIchael Stoffels die Kranken. Früher erledigte der Pfarrer diese Besuche noch zu Fuß. Das ist heute nicht mehr möglich. Foto: S. Essers

Nordeifel. Ausgestattet mit einer kleinen Laterne samt Kerze und Glöckchen gingen die Messdiener bei Wind und Wetter durch die Straucher Straßen. Dahinter folgte der Pfarrer in seinem Talar, die Heilige Kommunion in der Hand. Wer die kleine Prozession sah, ging in die Knie. So liefen vor über 20 Jahren die Krankenbesuche in der Nordeifel ab.

Heute ist das allerdings ganz anders, wie Pastor Michael Stoffels weiß. Er kümmert sich um elf Gemeinden und kann seine monatlichen Besuche schon lange nicht mehr zu Fuß erledigen.

Um alle Krankenbesuche unter einen Hut zu bekommen, hat Pfarrer Stoffels feste Termine im Monat eingerichtet. Am ersten Montag im Monat geht es nach Witzerath, Kesternich, Rurberg, Woffelsbach und Einruhr. Am Tag darauf besucht er die Kranken in Eischerscheid, Hammer und Dedenborn. Am ersten Freitag im Monat führt ihn seine Tour nach Strauch und Steckenborn. „Das ist schon eine Rundreise“, sagt Pfarrer Stoffels und lacht.

Zwölf Personen pro Ort

Fast 80 Kilometer kommen nur durch die Fahrten von Ort zu Ort zusammen, die einzelnen Wege zu den Besuchen sind darin nicht enthalten. Bis zu zwölf Gemeindemitglieder pro Ort besucht der Geistliche. Die Zahl schwankt jedoch von Monat zu Monat, je nachdem wie viele Kranke die Heilige Kommunion empfangen wollen.

Stress kommt so schnell allerdings nicht auf. Auch nicht kurz vor den Weihnachtsfeiertagen im vergangenen Monat. „Es ist mir sehr wichtig, diese Tradition aufrecht zu erhalten“, sagt Stoffels, der seit 20 Jahren in der Straucher Gemeinde tätig ist und seit 2010 auch Pfarrer der Gemeinde der Gemeinden (GdG) Simmerath ist.

Der Grund für sein Engagement: „Für die kranken Menschen ist der Bezug zur Gemeinde wichtig. Auf diese Weise merken sie, dass sie weiterhin dazugehören, auch, wenn sie nicht mehr in die Kirche kommen können.“

Zwar stehe die Verteilung der Heiligen Kommunion bei den Besuchen im Vordergrund, sei jedoch nicht der einzige Punkt auf der Liste des Pfarrers. Kontakt mit den Gemeindemitgliedern sei enorm wichtig, ist sich Stoffels sicher.

„Man merkt, wie sehr die Menschen sich freuen, wenn man zu ihnen kommt und wie wichtig ihnen der Besuch ist“, sagt Stoffels. Und da gibt es noch etwas, das den Pastor auf seiner Tour immer wieder zum Lächeln bringt. In fast jedem Haus ist ein kleiner Altar zu sehen, auf dem Kreuze und Kerzen aufgebaut sind.

Gemeinsames Beten

Nach der Begrüßung wird gemeinsam gebetet. Danach verteilt Stoffels, dessen Touren meist gegen 10 Uhr beginnen und bis zum frühen Nachmittag andauern, die Heilige Kommunion und macht sich wieder auf den Weg.

Zu lange dürfen die Besuche nämlich nicht dauern. Schließlich hat der Geistliche einen straffen Terminplan, den er einhalten muss. Denn: „Man wird von den Menschen, zu denen man fährt, bereits erwartet.“ Fünf Minuten Verspätung seien in der Regel jedoch kein Problem. „Das sind Menschen. Da kann man nicht immer alles planen“, meint Stoffels.

Falls die Kranken einmal keine Heilige Kommunion empfangen möchten, übernehmen Ehrenamtler des Krankenbesuchsdienstes. Auch das komme bei den Gemeindemitgliedern gut an. „Das ist Gemeinde“, sagt Pfarrer Michael Stoffels, der seine Januarbesuche in die Vorweihnachtszeit verlegt hatte. Der Grund: Er wollte die Menschen vor der Jahreswende zum Strahlen bringen.

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