Pfarrer Dr. Francis Chirayath: Abschied nach 30 Jahren

Von: P. St.
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In Konzen Spuren hinterlassen: Pastor Dr. Francis Chirayath kehrt zurück in seine Heimat Indien. Foto: P. Stollenwerk
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In Konzen Spuren hinterlassen: Pator Dr. Francis Chirayath kehrt zurück in seine Heimat Indien. Foto: P. Stollenwerk

Konzen. Die Zeichen stehen auf Abschied im Pfarrhaus Konzen: Die ersten Taschen sind bereits gepackt, und ab Ende März 2016 wird das Gebäude die längste Zeit Pastorat gewesen sein: Dr. Francis Chirayath (82), der langjährige Konzener Pfarrer, kehrt nach fast 30-jähriger seelsorgerischer Tätigkeit in der Pfarre St. Peter und Pankratius Konzen in seine Heimat Indien zurück.

Am Sonntag, 13. März, 15.30 Uhr, findet in der Pfarrkirche Konzen der Abschiedsgottesdienst statt. An diesem Tag ist Chirayath auch exakt 55 Jahre Priester. Er hat seine Abreise nach Indien erst auf die Zeit nach Ostern gelegt, um noch bei den zahlreichen Gottesdiensten am höchsten Fest der katholischen Kirche in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Monschau aushelfen zu können.

Dass er seine letzte Lebensphase in Indien verbringen wird, stand für Francis Chirayath schon fest, als er 1987 nach Konzen kam. Die Eifel hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits kennengelernt. Für kurze Phasen war er in den Pfarren Lammersdorf und Rollesbroich tätig, die ersten Stationen als Seelsorger in Deutschland waren jedoch ab 1983 Aachen-Forst und Herzogenrath-Straß.

Dabei wollte der indische Pfarrer eigentlich nur zwei oder drei Jahren in Deutschland bleiben, doch es wurden am Ende fast drei Jahrzehnte daraus. Der Grund seiner Reise war damals die Behandlung einer Augenkrankheit in Deutschland. Das Land hatte er einige Jahre zuvor kennengelernt im Rahmen eines Besuches bei seiner Schwester, die in einem Kloster bei Saarbrücken lebt. Nach dem Studium in Trier und Mainz und einem Zwischenaufenthalt in seinem indischen Heimatbistum Irinjalakuda sollte dann für lange Zeit die Eifel seine Heimat werden.

In Konzen stieß der Seelsorger auf eine hohe Bereitschaft der Gläubigen, Projekte in seinem Heimatbistum wie ein Krankenhaus, Waisenhäuser und Knabenseminare finanziell zu unterstützen. Viele Konzener überzeugten sich später auch vor Ort, dass ihre Spendengelder gut angelegt sind. „Die Unterstützung hat wirklich Früchte getragen“, freut sich Francis Chirayath über sein Lebenswerk, das er auch nach seiner Rückkehr weiter nach Kräften mittragen möchte. „Ich kann nicht ohne Arbeit sein“, freut er sich auf neue Aufgaben.

Immer wieder würde er rückblickend die Entscheidung treffen, sich als Pastor in Konzen in den Dienst Gottes und der Menschen zu stellen, sagt Francis Chirayath. Anfangs seien die Sprachprobleme zwar groß gewesen, aber mit der Mentalität der Menschen sei er rasch vertraut gewesen.

Das seelsorgerische Wirken in Konzen würdigt im Namen des GdG-Rates auch Heinz-Hermann Palm. In seinen Predigten habe Francis Chirayath stets die Bedeutung des gelebten Glaubens in den Familien hervorgehoben. Immer wieder habe er dafür geworben, das gemeinsame Beten in den Familien zu pflegen. Auch der Seelsorger selbst habe stets Kraft im Gebet gefunden.

1999 schied Francis Chirayath aus dem hauptamtlichen Dienst als Pastor aus, aber damit endete nicht die Arbeit. Als Subsidiar war er eine wichtige Stütze der GdG Monschau, besonders nach dem Weggang des leitenden Pfarrers Karl-Heinz Stoffels und des sich damit weiter zuspitzenden Personalmangels. In diese Zeit fiel mit dem Rückbau des Kirchengebäudes auch die vielleicht einschneidendste Veränderung in der Pfarre. Insgesamt betrachtet er die Umgestaltung bis auf einige Details als gelungen. Viel wichtiger aber sei, „dass die Kirche kein Museum, sondern mit Gläubigen gefüllt ist“.

Die gravierenden Änderungen in der Personalstruktur der Pfarren hätten sich vor mehr als zwei Jahrzehnten bereits angedeutet. So komme auf die Laien auch eine immer größere Verantwortung zu, insbesondere bei der Gestaltung von Wortgottesdiensten. Ein großes Anliegen ist es Francis Chirayath aber, „die Sonntagsgottesdienste in allen Pfarren zu retten“. Diese müssten in jedem Fall Priorität vor den Wortgottesdiensten besitzen, vor allem dann, wenn noch seelsorgerische Kapazitäten vorhanden seien.

„Der Abschied fällt mir schwer, sagt der 82-Jährige, „aber ich freue mich auch auf meine Heimat.“ Doch es soll kein Abschied für immer aus der Eifel sein: „Wenn es meine Gesundheit erlaubt, dann besuche ich Konzen noch einmal, aber nur im Sommer“, fügt er lächelnd hinzu.

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