Schmidt - Pfarre St. Hubertus Schmidt ehrt sowjetische Kriegsgefangene

Pfarre St. Hubertus Schmidt ehrt sowjetische Kriegsgefangene

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Schmidt. Der Historiker Peter Jahn beziffert die Anzahl der Opfer unter insgesamt 5,7 bis 6 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen auf 3 bis 3,2 Millionen, die an Hunger, Krankheiten und Entkräftung ums Leben kamen.

Diese Schicksale aus dem „Erinnerungsschatten“ zu holen, ist das Anliegen der Friedensarbeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Hubertus Schmidt. „Wir beobachten mit Besorgnis, wie rechtsgerichtete Gruppierungen auch in Deutschland versuchen, rassistisches Gedankengut erneut salonfähig zu machen“, so Johannes Foemer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

Wozu das führen könne, hätten die slawischen Völker vor über 70 Jahren auf besonders leidvolle Weise erfahren. Im Lagerkosmos der Nordeifel seien sie schlimmsten Repressalien ausgesetzt gewesen. Das Erinnerungskonzept „Friedenskirche Schmidt“ will Kriegstote aller Nationen ins Gedächtnis rufen. Die Pfarre St. Hubertus erhielt für ihre friedenspolitischen Aktivitäten eine Sonderförderung des Bistums bereits zum zweiten Mal.

Am Rande des Waldgebietes „Buhlert“ zwischen den Ortschaften Schmidt und Strauch steht seit einigen Jahren ein Hinweisschild „Russenfriedhof“. Es weist in ein Waldstück, in dem es bereits seit 57 Jahren keine Gräberstätte mehr gibt. Damals erinnerte eine Tafelinschrift an den Tod von 65 Rotarmisten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und dem Arbeitskommando Strauch zugeteilt waren. Die Dokumentationsstelle der Stiftung ‚Sächsische Gedenkstätten in Dresden‘ konnte diesem Lagerdistrikt zwischenzeitlich 72 verstorbene Sowjetbürger zuordnen. Sieben von ihnen werden wohl in unbekanntem Gelände verscharrt bleiben

Die sterblichen Überreste der 65 Sowjetbürger hat man im Jahre 1959 vom „Waldfriedhof Buhlert“ auf die zentrale sowjetische Kriegsgräberstätte für den ehemaligen Regierungsbezirk Aachen oberhalb der Ortschaft Rurberg an der L 166 umgebettet. Seither gibt es den „Russekirchhoff“ nicht mehr. Eine von russischen Kameraden gefertigte Gedenktafel verschwand.

Grund für den Kirchenvorstand in Schmidt, den ortsansässigen Steinmetz Mario Book mit einer Nachbildung zu beauftragen. Das Replikat wird einen Ehrenplatz in der Maria-Hilf-Kapelle der Hubertuskirche erhalten. Hier erinnert die Pfarre an die örtlichen Kriegstoten und die Befreier von der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Zug um Zug soll diese Kapelle zu einem „Raum des Friedens“ umgestaltet werden, in dem der Kriegstoten aller Nationen gedacht wird.

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