Pfarre bietet Intensivkurs im Glauben

Von: js
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Der Schlussgottesdienst der Besinnungswoche wurde von Chören und und einer Band musikalisch besonders gestaltet. Foto: J. Schreier

Nordeifel. Die Pfarre Mariä Geburt in Monschau hat diese Einrichtung schon seit vielen Jahren: immer in der Fastenzeit findet eine „Woche der Besinnung“ statt, sozusagen ein Intensivkurs im Glauben.

Seit einiger Zeit beteiligen sich auch andere Gemeinden in der GdG Monschau an diesem jährlichen Projekt. Im letzten Jahr fiel die Woche aus, nachdem der damalige Pfarrer Karl-Heinz Stoffels die Gemeinden verlassen und die GdG keinen leitenden Pfarrer hatte. Aber in diesem Jahr, obwohl noch immer kein Pfarrer in Sicht ist, sollte es doch wieder so weit sein.

Die diesjährige „Woche der Besinnung“ fand sich dadurch allerdings unter dem Zeichen und unter der Aufgabe, die unklare Lage in den Gemeinden nach Möglichkeit spirituell etwas zu konsolidieren. Die Arbeitsgruppe, die die Woche geplant und vorbereitet hatte, bemühte sich, auch diesmal wieder für alle Gruppen etwas anzubieten. So zum Beispiel für Kinder wie auch für Senioren. Es gab Morgenimpulse und Abendbesinnungen. Gottesdienste, die auf das Thema der Woche zugeschnitten waren. „Mach‘s wie Gott -–werde Mensch“. Dieser fast etwas ironische Satz stammt von dem früheren Limburger Bischof Franz Kamphaus. Die Angebote der Woche versuchten, der in diesem Satz gezeigten Spur nachzugehen. Es ist, so kann man dem Satz entnehmen, offenbar gar nicht so selbstverständlich, Mensch zu sein; man muss es erst werden. Und selbst im Blick auf Gott zeigen sich neue Aspekte: wenn Gott Mensch wird, wie der christliche Glaube sagt, dann hat sich ja auch an ihm, an Gott, etwas geändert, auch, was und wer Gott ist, ist nicht so selbstverständlich wie es scheint. Dass man also auch Gott neu denken muss, dem ging am Montag eine Abendbesinnung in der Imgenbroicher Pfarrkirche mit Texten des Angelus Silesius nach.

Dass die Menschwerdung Gottes in Christus auch den Menschen selber verändert, diesen Gedanken verfolgte am Dienstagabend der traditionelle Abendvortrag, der von dem früheren Roetgener Pfarrer Hans Georg Schornstein gehalten wurde. Ihm ging es darum zu zeigen, dass Gott durch das Wirken Jesu dem Menschen seine ursprüngliche Würde zurückgegeben hat, die er, indem er sich selbst verfehlte, verlor. Schornstein zeigte dabei auch, welche konkreten politischen Folgen aus dieser Erkenntnis zu ziehen sind, da die Menschenwürde letztlich im Zentrum vieler politischer Konflikte unserer Zeit steht.

Sinn und Inhalt der Menschwerdung Gottes zu bedenken, war auch Thema des Meditationsgangs am Freitagabend. Diese spirituelle Wanderung rund um die Monschauer Altstadt ist eine besonders eindrucksvolle Form innerhalb der Besinnungswoche. An vier Stationen reflektierte Dr. Karl Allgaier mit den Teilnehmern, in welchen konkreten Formen die Menschwerdung Gottes sichtbar und erlebbar ist, so etwa in der Eucharistie und im Wort der Bibel und der Liturgie.

Der neue Pastoralreferent Georg Nilles bot dreimal in der Woche gern angenommene Morgenimpulse in der Krypta der Aukirche an. Am ersten Sonntag referierte Manfred Brandenburg im Kolpinghaus über die in Monschau aktiv gewesenen Pfarrer und Kapläne, ein wichtiger Beitrag zur Geschichte zur Kirchengeschichte wie zur allgemeinen Geschichte Monschaus. Am Mittwoch bastelten Kinder gemeinsam mit Großeltern und Bewohnern des Maria-Hilf-Stifts im Kindergarten. Ebenso traditionell wie eindrucksvoll war die Seniorenmesse mit Krankensalbung am Freitag in der Pfarrkirche in Imgenbroich.

Beginn und Schluss der Besinnungswoche waren jeweils von außergewöhnlichen Gottesdiensten geprägt, die von den älteren Priestern in der GdG, Pfarrer Schnitzler und Pfarrer Hack, gehalten und jeweils musikalisch besonders gestaltet wurden. So war beim Eröffnungsgottesdienst in Höfen der GdG-Chor „Maranatha“ aktiv, beim Schlussgottesdienst in Monschau spielte die Band „fo(ur) halleluja“, und es sang der Jugendchor Rott-Roetgen.

Nach dem letzten Gottesdienst trafen sich alle im Bürgersaal des Auklosters zum Frühschoppen mit Suppe. Die Fülle der Veranstaltungen der Besinnungswoche wurde abgerundet durch eine kleine Ausstellung mit dem Thema „Vera Icon – auf der Suche nach dem menschlichen Antlitz Jesu“. Sie ist noch bis zum 28. März in der Aukirche zu sehen. Insgesamt war die Woche ein klares Zeichen dafür, dass die Kirche in der GdG lebt, allen Schwierigkeiten zum Trotz.

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