Per Pedes, auf dem Rad und im Bus zur „Trösterin der Betrübten“

Von: M. S.
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Simmeraths GdG-Pfarrer Michael Stoffels (zweiter von links) zeichnete treue und verdiente Bruderschafts-Jubilare aus und spendete ihnen Gottes Segen. Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Auf gleich dreifach mobile Art beschloss die 1813 gegründete Simmerather Kevelaer-Bruderschaft ihr Marienjahr 2015. Per Pedes machten sich 20 Fußpilger auf den Weg zur Gottesmutter am Niederrhein.

Eine 14-köpfige Radlergruppe schwang sich auf ihre Velosättel, und vergangenen Sonntag bestiegen 180 Wallfahrer vier Busse mit Kurs 150 Kilometer Nordwest, zur „Trösterin der Betrübten“. Die Wallfahrt stand unter dem Motto „Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht“ und unter geistlicher Leitung des Simmerather GdG-Pfarrers Michael Stoffels, begleitet von Gemeindereferent Sven Riehn. Die Organisation des inhaltsreichen Pilgertages lag bei Präfekt Christian Haas und einem zwölfköpfigen Team.

10 000 Tamilen aus Sri Lanka (Ceylon), inzwischen in vielen europäischen Staaten zu Hause, verwandelten den Grenzort zu den Niederlanden mit ihren malerischen Trachtengewändern in einen orientalischen Basar. Die Südasiaten verstehen sich als Mittler zwischen der Hindureligion und dem Christentum. Sie verehren Madonna Maria voll Inbrunst und im Schein tausender Kerzen.

Die Nordeifelgruppe war inmitten solcher Farbenpracht ein Spiegel der Generationen. So war Leni Braun mit auf Achse. Sie gehörte 1954 zu den Nachkriegs-Wiederbegründern Simmerather Pilgerwesens zur Himmelskönigin und war seitdem auf jeder Reise zu Fuß unterwegs. Nun erlebte sie ihre Buspremiere. Ebenso an Bord: der elfjährige Jonas Haas als jüngster Fahrgast.

Brudermeister Christian Haas nutzte die Anfahrt zur Bilanz des verflossenen Vereinsjahres. Es war reich an Terminen und öffentlichen Auftritten. Fazit des Präfekten: „Nur gelebte Tradition hat Zukunft! Wir müssen ständig neue Mitglieder gewinnen!“

Gottesdienste und Kreuzweg

Der Programmablauf vor Ort hätte vielfältiger nicht sein können. Die Teilnehmer erwarteten in der Pfarrkirche, Kerzen- und Beichtkapelle feierlich gestaltete Gottesdienste, Messopfer und Andachten sowie eine würdevolle Kreuzwegbegehung. Den Schlusssegen erteilte Pastor Stoffels nach geglückter Heimkehr in der Simmerather Pfarrkirche.

Zum Gelingen der Pilgerreise trugen auch die Hansa-Blasmusikanten, Messdienerinnen, Simmerather Kommunionkinder sowie eine Delegation der Roetgener Hubertus-Schützen, an der Spitze ihr amtierender König Thorsten Cosler, bei.

Brudermeister Haas bezifferte die Anzahl fördernder Bruderschaftler auf derzeit 98 Männer, Frauen und erfreulich viele Kinder wie Jugendliche. Er teilte mit, seit 1813, dem Jahr der Vereinsgründung nach Gelübde aufgrund überstandener Epidemie in der Eifel, sei dies nun die 202. Wallfahrt Simmerather Katholiken und die Fünfte seit Bestehen der GdG.

Deren Pfarreienleiter Stoffels beklagte in seiner Predigt zum festlichen Gottesdienst „den derzeit herrschenden Unfrieden auf der Welt und, damit verbunden, die Verfolgung und Vertreibung friedlich bekennender Christen“. Das Anliegen an die Gottesmutter laute, sie als himmlische Fürsprecherin in Not und Gefahr zu gewinnen und nie den Mut und das Vertrauen in die urchristlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe zu verlieren.

Unbestrittener Höhepunkt war der priesterliche Segen, den der Geistliche den Nordeifeler Wallfahrern spendete, verbunden mit Ehrung langjährig treuer Mitglieder. So wurde Kerstin Sterk für 25-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet, Christel Braun (Paustenbach) trägt seit 35 Jahren die blaue Uniform, 40 Jahre Martina Hoch, Ursula Stüttgen (Kesternich) und Christian Haas.

Maria May und Doris Wagenholz gehören seit 50 Jahren der Bruderschaft an und wurden folglich mit Gold dekoriert. Gertrud Zisowsky hielt die Laudatio auf Christian Haas. Dieser ist seit 13 Jahren verdienstvoller Präfekt und schon 21 Jahre Bruderschafts-Vorsitzender.

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