Nordeifel - Pendlerströme aus der Eifel halten an

Pendlerströme aus der Eifel halten an

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Die Bundesstraße 258 ist die wichtigste Verbindung zum Oberzentrum Aachen. Auch von tausenden Berufspendler wird sie täglich genutzt.

Nordeifel. Dass die Eifeler Bevölkerung in puncto Mobilität als vorbildlich gilt, ist bekannt. Bestätigt wird diese Einschätzung einmal mehr durch aktuelle Zahlen im Pendleratlas, den IT.NRW jetzt wieder zu Beginn des neues Jahres vorlegte.

Bezug genommen wird auf das Jahr 2015. Es hat sich gegenüber der Statistik aus 2014 nicht viel verändert: In der Nordeifel haben rund zwei Drittel aller Arbeitnehmer ihre Arbeitsstelle außerhalb ihrer Wohngemeinde und pendeln somit täglich zum Arbeitsplatz. Ein Drittel pendelt zur Arbeit ins Oberzentrum Aachen. In ganz NRW pendelt fast jeder zweite Arbeitnehmer. Die Zahl der Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen belief sich im Jahresdurchschnitt 2016 auf rund 9,27 Millionen. Das waren 72.200 Personen (plus 0,8 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.

Allein nach Köln (315.744), Düsseldorf (296.037) und Essen (148.790) pendelten zusammen täglich mehr als eine Dreiviertelmillion Erwerbstätige. Die Landeshauptstadt Düsseldorf deckt ihren Bedarf an Arbeitskräften überwiegend aus dem Umland: 58 Prozent aller in Düsseldorf beschäftigten Erwerbstätigen sind Einpendler. Von allen 396 Städten und Gemeinden des Landes hatte Holzwickede (84,5 Prozent) die höchste und Marsberg (27,4 Prozent) die niedrigste Einpendlerquote.

Aber zurück in die Eifel: Ingesamt waren 2015 in den drei Eifelgemeinden 18245 Arbeitnehmer erfasst; davon pendeln 5081 (27,6 Prozent) zur Arbeit nach Aachen.

Von den insgesamt 8080 Erwerbstätigen in der Gemeinde Simmerath pendeln 5060 (62,7 Prozent) zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde. 3012 Arbeitnehmer haben aber auch in der Gemeinde Simmerath einen Arbeitsplatz gefunden, und nicht weniger als 2362 Einpendler (44 Prozent Anteil der Erwerbstätigen am Ort) kommen täglich zum Arbeiten nach Simmerath. Somit finden insgesamt 5374 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in der Gemeinde Simmerath.

Relativ hohe Einpendlerzahlen

In der Stadt Monschau gab es im Jahr 2015 insgesamt 6310 Beschäftigte; darunter sind 3488 Auspendler (55,3 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten in der Gemeinde Roetgen liegt bei 4035 Personen, wovon allein 3134 (77,4 Prozent) auspendeln. Die Gemeinde Simmerath verfügt über 8080 Beschäftigte; 5068 (62,7 Prozent) davon sind Auspendler. Aber die drei Eifelkommunen halten auch selbst viele Arbeitsplätze vor, was an der für ländliche Bereiche relativ hohen Einpendlerzahlen deutlich wird. Im Jahr 2015 betrug die Zahl der Einpendler nach Monschau 3266, in Roetgen waren es 1182 und nach Simmerath 2362. Auch die Zahl der innergemeindlichen Pendler (also jene Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz innerhalb der Heimatkommune haben) ist, bis auf Roetgen, recht hoch. In Monschau waren es 2882 Personen, in Roetgen 901 und in Simmerath 3012.

Im Vergleich der Zahlen von 2013 zu 2015 ist die Zahl der Einpendler nach Monschau (-233) deutlich zurückgegangen, die Zahl der Auspendler stieg um 74. In Roetgen dagegen erhöhte sich in diesem Zeitraum die Zahl der Einpendler (+29), die Zahl der Auspendler stieg um 93. In Simmerath stieg zwischen 2013 und 2015 ebenfalls die Zahl der Einpendler (+180), und die Auspendlerzahl erhöhte sich um 156.

Mit Interesse hat man auch bei der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) die aktuellen Zahlen aus der von IT.NRW erstellten Pendlerstatistik NRW 2015 zur Kenntnis genommen. In Monschau registriert man laut IT.NRW gegenüber 2013 bei gleichbleibender Einwohnerzahl (2015: 11.666 Einwohner) einen „vergleichsweise starken Rückgang der Einpendler um 7 Prozent (-233) im Vergleich zum Jahr 2013“, erläutert Benjamin Haag, Referent bei der IHK Aachen.

Auffallend sind auch die statistischen Veränderungen in Roetgen: Neben der „für Roetgen klassischen Pendlerrelation in das nahe gelegene Oberzentrum Aachen“ befindet sich 2015 erstmals auch Köln unter den Top-5-Auspendlerdestinationen (s. Box). „Ein beachtlicher Anteil der in Roetgen wohnhaften Auspendler arbeitet in den rheinischen Zentren, weiß jedoch die Vorzüge des Wohnstandortes Eifel sehr wohl zu schätzen“, erklärt Benjamin Haag.

Bei steigender Einwohnerzahl in Simmerath gegenüber 2013 (+151) (2015: 15.177 Einwohner) weist die Statistik gegenüber 2013 ebenfalls „eine vergleichsweise starke Zunahme“ der Einpendler um 8 Prozent (+180) aus. Gestiegen ist in diesem Zeitraum aber auch die Zahl der Auspendler um etwa 3 Prozent (+156).

Die vergleichsweise starke Zunahme der Auspendler in Roetgen unterstreicht einmal mehr die Position der Gemeinde als „Schlafdorf“, wenn die Zunahme der Einpendler auch auf eine Verbesserung des Arbeitsplatzangebotes vor Ort hindeutet. Gleiches gilt auch für die Gemeinde Simmerath, wo sich beim Pendlersaldo (Vergleich Ein- und Auspendler) eine leicht positive Entwicklung abzeichnet, auch wenn es nach wie vor negativ ist. Monschau hatte 2013 noch ein positives Pendlersaldo, in den beiden letzten Jahren aber eine negative Bilanz. Während es in Roetgen und Simmerath krasse Differenzen gibt, ist die Zahl der Ein- und Auspendler in Monschau fast ausgewogen.

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