Pendler: Halb Roetgen arbeitet in Aachen

Von: Udo Kals
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Aachen. Der zügige Ausbau des Autobahnkreuzes Aachen bis 2014 und der Bau eines dritten Bahngleises zwischen Aachen und Köln sind vielleicht die wichtigsten Infrastrukturprojekte auf der Liste der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Doch der Bau der B258n als Ortsumgehung von Roetgen sowie im nördlichen Bereich zwischen Aachen-Richterich und den Niederlanden als Anschluss zum geplanten Buitenring in Limburg und der möglichst rasche Ringschluss der Euregiobahn zwischen Alsdorf und Stolberg samt Schienen-Anbindung der Aachener City über Würselen zählen für IHK-Geschäftsführer Jürgen Drewes ebenso zu den Maßnahmen in der Städteregion, die möglichst bald realisert werden sollene.

Nicht zu diesem Katalog gehört für ihn zu diesem frühen Zeitpunkt indes die Campusbahn, die die Innenstadt dereinst mit dem Campus verbinden soll. „Der Bau einer solchen Bahn sollte davon abhängig gemacht werden, wie sich der Campus überhaupt entwickelt”, sagt Drewes, der sich dafür ausspricht, dass zunächst auf Vorhandenes zurückgegriffen werden soll. Eine „vernünftige Verkehrsinfrastruktur für die Region” habe Priorität.

Dazu zählt auf der Straße auch der vor allem in Aachen, aber auch in Herzogenrath umstrittene Bau der B258n. Dass die Stadt Aachen die Straße ablehne, sei „sehr kurzsichtig”, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Egal, auf welche Trassen man sich einigt, es muss eine Lösung gefunden werden.” Die Straße sei vor allem für Herzogenrath wichtig. Und bei den teils gegenläufigen Interessen - nicht nur in der Verkehrspolitik, sondern etwa auch bei der Wirtschaftsförderung - müsse ein stärkeres städteregionales Gesamtbewusstsein entwickelt werden.

Drewes´ Forderungen basieren auf dem ersten Pendleratlas. „Die Studie gibt klare Hinweise darauf, dass die Verkehrsinfrastruktur dringend ausgebaut werden muss.” So habe sich das Pendleraufkommen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt; täglich pendeln 430.000 Menschen zwischen Wohn- und Arbeitsort innerhalb der Aachener Region und über deren Grenze hinaus.

Zentrale Erkenntnisse für die Städteregion sind: Stadt und Altkreis seien „aufs engste miteinander verflochten und bilden eine Schicksalsgemeinschaft”, sagt Drewes, wobei Aachen eine Sonderrolle zukomme. In Zahlen bedeutet das: Täglich pendeln fast 49.000 Menschen aus dem Altkreis nach Aachen, während mehr als 14.000 Menschen in den Ex-Kreis pendeln. Wobei beide Seiten voneinander leben: Aachen versorgt viele Auswärtige (insgesamt zählt die Kaiserstadt gar 80.000 sogenannter Einpendler) mit Jobs, ist aber eben auch auf die Pendler angewiesen. Und Drewes betont: „Aachen muss sich bewusst sein, dass seine Attraktivität stark von der Verkehrsanbindung an das Umland abhängig ist.”
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