Paustenbachs „Höhe 554”: Erbitterte Kämpfe im Zweiten Weltkrieg

Von: rpa
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Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns würdigt mit einem Empfang im Rathaus die heimatkundliche und heimatgeschichtliche Arbeit von Hans-Jürgen Siebertz, der nun mit der Dokumentation über die Kämpfe am Westwall und um die „Höhe 554” bei Paustenbach sein siebtes Buch vorgelegt hat. Foto: R. Palm

Simmerath. Die „Höhe 554” bei Paustenbach ist eine „idyllische Weide- und Heckenlandschaft”. So formuliert es Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Gleichzeitig erinnert er daran, dass auf der „Kopp” einst blutige und grausame Kämpfe tobten, bei denen viele Menschen ihr Leben lassen mussten.

Als Mahnmal ragt dort heute das Eifelkreuz in den Himmel. Im Herbst 1944, also vor 66 Jahren, tobte in der Nordeifel ein gnadenloser Krieg. Die „Schlacht im Hürtgenwald” mit rund 68.000 Toten zählt zu den erbittertsten Kämpfen des Krieges überhaupt.

Die „Höhe 554”, die Paustenbacher Höhe, wird zehn Tage lang umkämpft. Am 29. September fällt sie an die Amerikaner. Die „Höhe 554” ist auch der Titel eines neuen Buches von H. Jürgen Siebertz. Es beschreibt die Kämpfe an der Westwall-Linie im Abschnitt Roetgen, Lammersdorf und am Paustenbacher Berg.

Dass die schrecklichen Ereignisse nicht vergessen würden, daran habe H. Jürgen Siebertz entscheiden Anteil, würdigte Bürgermeister Hermanns die Arbeit des pensionierten Sonderschullehrers Hans-Jürgen Siebertz, der „mit großer Genauigkeit die historischen Abläufe und die Ereignisse im Gebiet von Roetgen, Lammersdorf und Paustenbach” schildere. In dem Buch, so Hermanns weiter, gehe es „um alles andere als um Bunkerromantik”. Siebertz zeige auf, welches Elend und welches Leid mit den Kämpfen um die Kopp verbunden gewesen sei.

Hans-Jürgen Siebertz: „Im Kampf um den Hügel zwischen Simmerath und Paustenbach starben hunderte amerikanische und deutsche Soldaten für einen Krieg, den niemand von ihnen gewollte hatte, sie mussten sich bekämpfen, ohne dass sich jemals vorher begegnet waren”. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten, wo die Bewohner geflüchtet war, harrte die Lammersdorfer Bevölkerung während der Kämpfe im Ort aus. 300 Zivilisten waren im „Lammersdorf-Korridor” eingeschlossen.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns hatte zu einem kleinen Empfang mit rund 20 Gästen ins Simmerather Rathaus eingeladen, um die heimatgeschichtliche Arbeit von Hans-Jürgen Siebertz zu würdigen.

„Höhe 554” ist das siebte Buch, das Hans-Jürgen Siebertz zur Geschichte Lammersdorfs vorgelegt hat; zu den bisherigen Veröffentlichen gehören Dokumentationen mit Titeln wie „Schwellmann, Trevvel und Makkai” „Alles in Butter” und „Die Blütezeit”. Insgesamt aber sei das Angebot an Büchern „über Simmerath eher dürftig”, wie Bürgermeister Hermanns es empfindet, da seien die Bücher von Hans-Jürgen Siebertz „eine Bereicherung”.

Der plant bereits das nächste Buch: Darin geht es um die Pocken (Chronologie einer Katastrophe) im Monschauer Land 1962. Die Pocken-Epidemie hat vor 50 Jahren die Bevölkerung in in Unruhe versetzt, mehr als 30 Menschen erkrankten, rund 700 mussten wochenlang in Quarantäne leben.
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