Paul und Marie sind die beliebtesten Vornamen

Von: Yvonne Schneider
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Marie und Paul führen bei den Neugeborenen in der Nordeifel die Hitliste der Vornamen an. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Nordeifel. Moritz, Paul, Ida und Marie standen im Jahr 2015 an der Spitze der beliebtesten Vornamen in der Nordeifel. Im Vergleich zum bundesweiten Vornamenranking ist hier die Wahl der Vornamen eher dezent ausgefallen. Denn egal ob Automarke, Fußballverein, Jahreszeit oder Festival – einige Eltern in Deutschland geben sich nicht mit gewöhnlichen Vornamen für ihre Kinder zufrieden.

Doch der Kreativität der Eltern sind auch Grenzen gesetzt. Eine Vielzahl ausgefallener Namen wie Porsche, Januar, McDonald, Whisky, Woodstock, Möhre, Crazy Horse, Omo, Schnucki, Grammophon und Borussia wurden in Deutschland von den zuständigen Gerichten abgewiesen, darunter auch beleidigende Namen wie Störenfried und Satan.

Beleidigende Namen sind tabu

Die Standesämter dürfen auch Namen ablehnen, wenn diese die Gefahr bergen, das Kind der Lächerlichkeit preiszugeben. Auch Namen, die als beleidigend empfunden werden, sind tabu. Zum Wohle des Kindes ist es in Deutschland verboten, seinen Sprössling nach Tieren, Städten oder Markenprodukten zu benennen. Auch der biblische Name Judas ist tabu, da er negativ besetzt ist. Trotzdem gibt es Vornamen wie Apple, Don Armani Karl-Heinz, Colonia, Chanel, Fanta, London, Pepsi-Carola und Ikea, die genehmigt wurden.

In der Nordeifel wollte in den vergangenen Jahren aber niemand seinem Kind ein besonders außergewöhnlichen Namen geben. „Hier wurde in den letzten vier Jahren kein Vorname abgewiesen“, sagt Susanne Schreiber vom Standesamt Simmerath.

Kinder, die im Simmerather Krankenhaus auf die Welt kommen, werden in der Regel auch beim Standesamt in Simmerath erstmals angemeldet. Im Jahr 2015 waren das insgesamt 263 Kinder, darunter 137 Jungen und 126 Mädchen. 201 Kinder erhielten nur einen Vornamen, 50 Kinder zwei Vornamen, acht erhielten drei Vornamen und nur zwei mehr als drei Vornamen.

Der Trend geht, wie auch schon im Vorjahr, eher zu klassischen Namen. Aber auch in der Eifel hat sich bei den beliebtesten Vornamen etwas getan. Ben, Elias, Emil, Jan, Jonas, Max, Milan, Niklas und Sebastian (jeweils drei Mal) belegten im Vorjahr Platz drei und wurden von Leonard (fünf Mal) abgelöst. Alexander, Henri und Leo (jeweils vier Mal) auf Platz zwei wurden von Moritz (sechs Mal) verdrängt. Spitzenreiter Paul, der sich im Vorjahr den Platz mit Louis (jeweils fünf Mal) teilte, verteidigte seinen Platz auch im Jahr 2015 (jeweils sieben Mal).

Bei den weiblichen Vornamen wurden Charlotte, Helene, Johanna Lena, Leonie, Lina, Maria, Marie, Mila, Sophie, Theresa und Vanessa (jeweils drei Mal) auf Platz drei von Emilia, Hanna, Lena und Mila (jeweils drei Mal) abgelöst. Elisa (vier Mal) auf Platz zwei wurde von Ida, Lara, Maria, Mia, Paula und Sophie (jeweils vier Mal) eingeholt.

Der beliebteste weibliche Vorname des Jahres 2015 lautet Marie (fünf Mal), der den Vorjahressieger Sophie/Sofie (fünf Mal) auf Platz sieben verdrängte.

Bundesweit landet Paul, der Lieblingsname der Eifler nur auf Platz drei. Der Name Luis/Louis steht an zweiter Stelle bei den Deutschen. Ben ist der absolute Favorit und damit auf Platz eins. Bei den Mädchen ist Hannah/Hanna auf Platz drei, Mia auf Platz zwei und Emma auf dem ersten Platz. Geschlechtsneutrale Namen wie Alex und Luca, die in Deutschland eher mit Jungen in Verbindung gebracht werden, lassen sich eher selten finden.

Ist der Name eines Neugeborenen einmal beim Standesamt eingetragen, lässt er sich so schnell auch nicht mehr ändern. Jedoch könnten Eltern, aber auch die Kinder selbst, bei großer Unzufriedenheit mit der Namensgebung einen Antrag an die Namensänderungsbehörde der Städteregion Aachen stellen, erklärt Standesbeamtin Susanne Schreiber. Die Behörde entscheide in jedem Fall individuell, ob der Antrag gestattet werde. Der Antragsteller habe mit hohen Kosten zu rechnen, die je nach Arbeitsaufwand und persönlichem Einkommen variieren könnten.

Bei Unklarheiten bezüglich der Existenz oder Geschlechtszuordnung von Namen wissen sich die Beamten im Standesamt der Gemeinde Simmerath ebenfalls zu helfen. „Meist handelt es sich in solchen Fällen um Namen aus dem fremdsprachigen Raum“, sagt Schreiber. Im internationalen und deutschen Vornamenbuch ließen sich alle offiziell anerkannten Namen finden.

Eltern könnten sich bei der Wahl der Vornamen für ihre Kinder auch im Internet in einem Vornamenlexikon wie www.firstname.de informieren. Bei besonders ausgefallenen Namen bestehe außerdem die Option, bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache ein Gutachten einzureichen, was dann überprüft werde, erklärt die Standesbeamtin.

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