Parken am Klinikum ist bald nicht mehr gratis

Von: Werner Breuer
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Morgens zwischen 9 und 10 Uhr
Morgens zwischen 9 und 10 Uhr ist es am schlimmsten: Wer dann einen freien Stellplatz am Aachener Uniklinikum sucht, braucht starke Nerven. Und fast täglich entsendet die Stadt Politessen und Abschleppwagen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Universitätsklinikums Aachen (UKA) möchte der Kaufmännische Direktor gerne abschaffen: Als einzige Uniklinik in Nordrhein-Westfalen und eine von wenigen in der ganzen Republik stelle das Haus „die Kosten für die Bereitstellung und den Unterhalt seiner Parkflächen nur wenigen Nutzern, in der Regel den Patienten” in Rechnung, meint Peter Asché.

Künftig sollen alle zahlen, auch die Beschäftigten.

Die Gebührenpflicht ist Teil eines groß angelegten „Mobilitätskonzepts”, über das der UKA-Vorstand am Montag die Belegschaft informierte. Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen soll das Parkplatzproblem rund um das Klinikum angegangen werden. Das Ziel: mehr Stellflächen, aber möglichst auch weniger Autos.

Kassiert wird derzeit nur auf den Kurzzeitplätzen gegenüber vom Haupteingang. Neben diesen „Parkspangen 1-9” sollen künftig auch die weiter westlich gelegenen bisherigen Gratisparkplätze (Parkspangen 10-26) bewirtschaftet werden. Gedacht ist an vier bis sechs Schranken, die alle mit einem Ticketgeber ausgestattet sind und je nach Tageszeit die Ein- oder Ausfahrt zulassen, damit Staus vermieden werden. Alle weiteren Parkflächen würden Mitarbeiterplätze und ebenfalls beschrankt. Mehr Platz könnte nach den Plänen des UKA-Vorstands geschaffen werden, wenn man Büsche und Bäume entfernt oder umsetzt. Auf allen Parkspangen ergäbe das „netto ein Plus von 230 Stellplätzen”, heißt es.

Zu holen wäre wohl auch noch etwas auf den schon bewirtschafteten Spangen 1 bis 9 vor dem Haupteingang. Die Frauenparkplätze müssten dann auf die westlich gelegenen Spangen 10 und 11 umziehen, vom Haupteingang wären sie dann nicht weiter entfernt als jetzt auch. Auf dem alten Hubschrauberlandeplatz könnten ebenerdig 150 Parkplätze geschaffen werden, durch eine „teiloffene Tiefgarage” sogar noch mehr. Weil das aber ein hübsches Sümmchen kosten würde (350.000 Euro allein für die ebenerdige Lösung), will der Vorstand lieber erstmal abwarten, ob nicht die „Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung” greifen.

Diese sehen unter anderem vor, dass möglichst viele Mitarbeiter gar nicht mit dem Auto zum Klinikum kommen, sondern den Öffentlichen Nahverkehr nutzen. Zum Umstieg bewegen sollen sie die neuen „UKA-Tickets”: Die würden für die Beschäftigten nur die Hälfte des regulären Abo-Preises des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) kosten und zudem die Möglichkeit bieten, nach 19 Uhr und am Wochenende einen Erwachsenen und drei Kinder mitzunehmen. Diese Lösung ist für das Klinikum günstiger als das Job-Ticket. Subventionieren will man die Fahrkarten durch die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung. Die Preise sollen sich laut Peter Asché „an den Aachener Krankenhausparkpreisen orientieren”. Für die Mitarbeiter ist ein Tarif von 15 Cent pro Stunde und maximal einem Euro am Tag im Gespräch.

Die komplette Parkraumbewirtschaftung möchte der UKA-Vorstand an einen „externen Partner” übertragen. Dieser würde das Geld kassieren, dem Klinikum eine Pacht bezahlen und zudem dafür sorgen, dass das Gesamtkonzept baulich und technisch umgesetzt wird.

Asché ist jedenfalls davon überzeugt, dass mit dem ganzen Paket Patienten, Besuchern und Belegschaft eine „deutlich verbesserte Lösung” angeboten wird.

Das Parkplatzproblem in Zahlen

6500 Beschäftigte, tausende Studenten, 1400 stationäre Patienten, rund 10.000 Besucher und ambulante Patienten, aber nur 2200 Parkplätze: Kein Wunder, dass rund um das Universitätsklinikum Aachen (UKA), einem der größten Krankenhäuser Europas, permanenter Kampf um Parkplätze herrscht.

Verschärft hat er sich noch einmal, weil durch den Bau des futuristischen Hubschrauberlandeplatzes und die Großbaustelle Campus Melaten Stellplätze weggefallen sind.(hau)<(/i>
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