Parade der Fettnäpfchen in Klein-Chicago

Von: ale
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Da kreischten die Damen im Imgenbroicher Festzelt hingerissen: Die „Wild Boys“ zeigten eine rhythmische Nummer und tänzelten anschließend zu „Macarena“ von der Bühne. Foto: A. Lauscher
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Polizei Einsatz in Imgenbroich: Heiner Schepp und Jan Peter Fassbender trafen mit ihren Pointen den Nerv des Publikums. Foto: A. Lauscher
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Da bebt die Bühne: Die „Hot Steppers“ kamen aus Alabama und legten einen tollen Tanz aus den Saloons des Wilden Westens aufs Parkett. Foto: A. Lauscher

Imgenbroich. Mit Recht sind die Imgenbroicher stolz auf ihren „Ömscher Karneval“: Was am Samstag im Festzelt bei der Lumpensitzung an Originalität und Frohsinn, Musikalität und frecher Rede geboten wurde, das braucht keine Vergleiche zu scheuen.

Ein bisschen „anders“ ist das alles: Selten werden die Aktiven mit einem Marsch zur Bühne geleitet, da kommt eher Rock- oder Schlagermusik zum Einsatz. Das Bühnenbild mit Imgenbroicher Kirche und einem hübschen Esel hatten Jan Peter Fassbender und die Hot Steppers geschaffen. Und die Orden aus „Recycelmaterial“, die sind wirklich einzigartig, diesmal sind es zusammengepresste Dosen, sie blinken sehr schön! Herbert Huppertz quasselte munter drauflos, wusste zu jedem Künstler etwas Spezielles zu sagen, und das bestens aufgelegte Publikum geizte nicht mit Applaus. Die „Tricksteps“ des TuRa Monschau machten den schwungvollen Anfang mit einer sexy Kabarettshow. Das „Hüüldöppe“ aus Bütgenbach glänzte mit sprachlicher Akrobatik; wie man in dem Tempo einen solch witzigen Vortrag herunterrasseln kann, das blieb vielen ein Rätsel. Manch einer im Publikum versuchte, Wörter wie „Rhabarber-Barbara“ nachzusprechen, jedenfalls wurde schallend gelacht.

Einen ganz besonderen Tanz im Dunkeln führten Damen und Herren aus Imgenbroich und Monschau auf, da zeigten äußerst gelenkige, langhalsige Straußenvögel ulkige Verrenkungen zu rhythmischer Popmusik – ein Riesenspaß, lautstark wurde eine Zugabe gefordert. Der „Eifelbuur“, Christoph Nellessen von der KG Kiescheflitscher Rurberg, gab sich wieder mal recht urig: In Gummistiefeln und Latzhose gab er Einzelheiten aus dem Landleben preis, die das Publikum amüsierten. Die „Hot Steppers“ kamen aus Alabama und legten einen tollen Tanz aus den Saloons des Wilden Westens aufs Parkett, mit Charme, Temperament und tänzerischem Können; bei „Cotton Eye Joe“ bebte die Bühne.

Dann stürmten zwei Polizisten zur „Tatort“-Musik herein, ihre Präsenz in Imgenbroich sei nötig, meinten sie, denn mittlerweile gehe es im Ort zu wie in Klein-Chicago. Heiner Schepp und Jan Peter Fassbender nahmen wieder einmal in unnachahmlicher Weise die netten Kleinigkeiten aufs Korn, die in ihrem Ort passiert sind. „Mir senn stolz dorop, die Össele ze senn“, sangen sie zur Gitarre und verstärkt durch das Akkordeon von Andrea Krämer, das konnten alle mitsingen. Den Stimmungstest bestand das Publikum spielend, dann wurde voller Vergnügen die Hitparade der Fettnäpfchen bestaunt. Keiner ist fehlerfrei, auch die „Magga“ nicht, und im Sechs-Millionenschwimmbad schwimmt einer ganz allein, „anders schwimmt hier kein Schwein“.

Als Go-Go-Girls fungierten die „K-Sisters“, Carmen, Theresa und Isabell Krämer. Schließlich verkündeten die Beiden mit dem Schalk im Nacken noch ihre Lösungsansätze für die Probleme mit dem fehlenden Pfarrer: „Senile Altpfarrer un übermotiviertes Personal kaste behaale“, lautete ihre Botschaft an den Bischof, das Volk tobte! Zu den treffsicheren Pointen ihrer Texte kommen guter Gesang und Gitarrenmusik. Ein Glück, dass man in Köln noch nicht auf das Duo aufmerksam geworden ist, sonst wären sie vielleicht aus Imgenbroich futsch!

Die „Wild Boys“ gaben dem Publikum den Rest; gut gebaute Männer zeigten einen rhythmischen Tanz, die Damen kreischten hingerissen. Zu „Macarena“ tänzelte das Herrenballett von der Bühne. Ganz rasch wurde dann nach dem offiziellen Programm Platz gemacht, damit alle tanzen konnten.

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