Papier und Draht begeistern Jury

Von: se
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Monschau. Für ihre außergewöhnliche Werke erhält die Monschauerin Sabine Jacobs im kommenden Jahr den Marlies-Seeger-Crumbiegel Preis. Die dazugehörige Preisverleihung findet im April in Übach-Palenberg. Die Künstlerin zieht die Inspirationen für ihre Werke meist aus kleinen, alltäglichen Dingen.

Inspiriert wird Sabine Jacobs meist durch die ganz kleinen, beinahe schon alltäglichen Dinge. Dazu gehört beispielsweise die herabfallende Blüte einer Orchidee oder auch die Buchenhecke vor ihrem Haus. Eigentlich dachte Jacobs immer, dass die Pflanze durch nichts erschüttert werden könne, bis sie einmal genauer hinsah. Schnell stellte sie fest, dass die „rasenden Bäum“, wie sie die Pflanzen nennt, stets gegen Wind und Wetter kämpfen müssen, um zu überleben.

Aus diesem Gedanken fertigte Sabine Jacobs nicht nur Zeichnungen, sondern auch Plastiken an. Für ihre Werke wird die Monschauer Künstlerin im kommenden Jahr den Marlies-Seeliger-Crumbiegel Preis erhalten.

Ende November gab die Jury, bestehend aus den hochkarätigen Kunstkennern Dr. Annette Lagler (stellvertretende Direktorin des Ludwig Forums Aachen), Professor Dr. Wolfgang Becker (Gründungsdirektor des Ludwig Forums für Internationale Kunst Aachen i. R.) und Hermann Josef Mispelbaum (Freischaffender Künstler aus Übach-Palenberg) die Entscheidung bekannt. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Feierstunde am 17. April 2016 im Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg statt.

Den Preis, der zur Förderung der bildenden Kunst für herausragende Leistungen auf den Gebieten der Malerei, der Zeichnung, Fotografie und Druckgrafik ausgeschrieben wurde, erhält Sabine Jacobs jedoch nicht allein.

Ausgezeichnet wird im kommenden Jahr jedoch nicht nur die Monschauer Künstlerin Sabine Jacobs, sondern auch der Aachener Künstler Ralf Wierzbowski. Die Werke der beiden Preisträger werden in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert. Diese wird vom 17. April bis 15. Mai ebenfalls im Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg zu sehen sein.

Doch was ist eigentlich das Besondere an den Werken von Sabine Jacobs? Die Künstlerin, die 1966 in Aachen geboren wurde, betrachtet ihre Umwelt aus einer anderen Perspektive, versucht diese nicht nur nachzuempfinden, sondern auch darzustellen. Begonnen hat Ende der 1980er Jahre alles mit ihrem Studium an der Fachhochschule Aachen. Im Fach Grafikdesign lernte sie, was genaues Hinsehen bedeutet und versuche zu erklären, wie die verschiedenen Eindrücke funktionieren.

Was dann folgte, war eine zusammenhängende Kette von Entwicklungen. Jacobs startete mit freien Zeichnungen. Die Rückseiten der Werke verwandelte sie mit Draht und Papier in Plastiken, die von ihr auch „Zeichnungen im Raum“, genannt werden. Auch heute noch arbeitet die Künstlerin mit diesen natürlichen Materialien. Die Drähte biegt und verknotet sie und umwickelt sie dann mit Seidenpapier. Doch auch mit Fertigstellung der Plastiken, sei der künstlerische Prozess noch nicht abgeschlossen. Die Werke entwickeln, ihrer Meinung nach, eine Art Eigenleben und arbeiten in den Köpfen der Betrachter weiter.

In ihren Arbeiten gehe es jedoch nicht nur um Empathie, Assoziation und Vorstellungskraft, sondern auch um Respekt vor Lebewesen und Umwelt. „Wir alle hängen zusammen und sind füreinander wichtig“, meint die Künstlerin, deren Ausstellungen unter anderem bereits in Frankfurt, Aachen, Heilbronn, Essen, Nettersheim sowie in den Niederlanden und in Belgien bewundert werden konnten.

Auch der Bezug zur Euregio ist für Jacobs, deren Atelier sich in Kerkrade befindet, überaus wichtig. Dieses erhielt sie über die Stiftung Werkplaats K. „Diese grenzüberschreitende Möglichkeit ist toll. In der Kunst findet ein reger Austausch statt, man merkt, dass etwas passiert.“

Obwohl Jacobs regelmäßig deutschlandweit mit ihren Ausstellungen unterwegs ist, bleibe ihre Basis in der Eifel. Schließlich habe die Natur in ihrem Leben und in ihren Werken einen wichtigen Stellenwert. Momentan lebt Jacobs in Konzen.

Dass sie im kommenden Jahr mit dem Marlies-Seelinger-Crumbiegel Preis ausgezeichnet wird, bedeutet ihr sehr viel. „Das ist eine große Anerkennung und Ehre, aber auch eine Überraschung“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Jury ist sehr hochkarätig. Wenn solche Menschen meine Arbeiten gut finden, dann heißt das schon was.“

Wer die Werke der Monschauerin Sabine Jacobs gerne einmal aus der Nähe betrachten würde, kann dies in der BBK Galerie in den Aachen Arkaden, Trierer Straße 1, tun. Die Jahresausstellung der Künstler des BBK-Aachen/Euregio läuft noch bis zum 23. Januar 2016. Besucht werden kann die Ausstellung von dienstags bis samstags jeweils zwischen 13 und 19 Uhr.

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