Schmidt - Outdoor-Erste-Hilfe: In Extremsituationen wissen, was zu tun ist

Outdoor-Erste-Hilfe: In Extremsituationen wissen, was zu tun ist

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Bei Unfällen in der Natur kann es oft lange dauern, bis Hilfe kommt: In einem Lehrgang des Alpenvereins und des DRK konnten die Teilnehmer lernen, in solchen Situationen schnell Erste Hilfe zu leisten.

Schmidt. Ein Wanderer ist in eine Senke gestürzt und muss mit Hilfsmitteln aus seiner misslichen Lage befreit werden. Der verstauchte Knöchel wird zunächst mit Moos gekühlt, mit Ästen geschient, eine Blutung mit einem T-Shirt gestoppt. Kurz danach: Ein Mountainbiker stürzt und verletzt sich am Kopf.

Erhöhtes Unfallrisiko an einem normalen Wochenende? Nein! Es handelt sich um ein spezielles Training für Erste Hilfe im Outdoorbereich und in Extremsituationen: dort, wo Hilfe weit ist.

Manchmal dauert es Stunden

„Bei Notfalleinsätzen in der Zivilisation mit ‚normaler‘ Eintreffzeit des Rettungsdienstes von zehn bis 15 Minuten kann diese Zeit mit den allgemeinen Maßnahmen der Ersten Hilfe bewältigt werden. Bei länger andauernder Hilfsfrist ist bei dem Verletzten oftmals eine erweitere Erste Hilfe notwendig. In den Bergen oder abgelegen Waldgebieten kann es teilweise Stunden oder auch Tage dauern, bis der Verletzte aufgefunden wird“, so Klaus Krauthausen, praxiserprobter Lehrrettungsassistent.

Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV) trainierten diese Extremsituationen in einem zweitägigen Kurs mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Düren in den Hängen und auf den Wanderwegen rund um Nideggen. Viele Themen wurden praxisnah durchgespielt: Zum Beispiel wie hole ich Hilfe ohne Mobilfunkverbindung, Blutstillung ohne Verbandmaterial, Bauen von Tragen, allergische Reaktionen und auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

„Ich habe in Sibirien gelebt, bin dort viel in der Region um den Baikalsee gewandert und weiß, wie sich ein Notfall anfühlt, wenn die Hilfe stunden- oder tagelang auf sich warten lässt. Auch in den Bergen der Türkei kletternd habe ich bei einer Freundin einen Schock mit Bewusstlosigkeit nach einem Wespenstich erlebt – kein Handynetz, kein Dorf weit und breit. Und auch bei uns in der Eifel kann es mal länger dauern, wenn man abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Da muss man sich zu helfen wissen“, sagte Regine Reim, Erste-Hilfe-Ausbilderin beim DRK .

So lagen die Schwerpunkte des Lehrgangs „Erste Hilfe Outdoor“ bei Verletzungen sowie Unfällen im Freien beziehungsweise der Natur. „Wir stimmen unsere Themen auf die konkreten Interessen unserer Teilnehmer ab, die sich in Ihrer Freizeit oder im Beruf viel in der freien Natur befinden und somit oft weit entfernt von Anfahrtsstraßen sind“, sagte Uwe Kronenberg, der ebenfalls auf die Erste Hilfe im Outdoorbereich spezialisiert ist. Für die Teilnehmer war es ein gelungenes Erlebniswochenende mit angenehmen Übernachtungen in der Jugendherberge Nideggen, Grillen und Teambuilding am Abend. Außerdem konnten sie eine wunderschöne Ferienregion entdecken. Da lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen gut vereinbaren.

Weitere Kurse werden auf Anfrage angeboten.

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