Ortsumgehung zu nahe am Ort?

Von: thm
Letzte Aktualisierung:
umgehungbild
Ein kritischer Punkt bei der Planung der Trasse für die Ortsumgehung Kesternich: Der Einmündungsbereich der Rurberger Straße (hinten, li.) in die Landstraße 166 in Richtung Rurberg.

Kesternich. „Wir wollen eine Umgehungsstraße für alle”, betont Dieter Henn als einer der Sprecher der Interessengemeinschaft für die Ortsumgehung in Kesternich im Gespräch mit unserer Zeitung. Henn und seine Mitstreiterin Maria Krings nehmen stellvertretend die aktuellen Pläne zur geplanten Trassenführung ins Visier.

„Die durch die Gemeinde Simmerath in Auftrag gegebene Trassenplanung zum Verlauf der Ortsumgehung Kesternich (B266n) ist für uns inakzeptabel.” Die bereits im August 2003 gegründete Interessengemeinschaft wittert einen faulen Kompromiss.

„Wir haben auf die Zusagen der Verwaltung und der Kommunalpolitiker vertraut,” meint Maria Krings, die ebenso deutlich macht, dass man keineswegs gegen eine weitere Interessengemeinschaft im Ort in Wettbewerb treten möchte. Dieter Henn: „Wir wollen einen möglichst breiten Konsens und keine zwei Lager in Kesternich.” Es sei geplant, alle betroffenen Bürger mit den Vertretern der Politik und der Gemeinde an einen Tisch zu bringen. Die Anliegen der Bürgervereinigung haben die rund 100 angeschlossenen Bürgerinnen und Bürger jetzt in einem Brief an die Verwaltung und den Ortsvorsteher Ulrich Offermann zusammengefasst.

Die Interessengemeinschaft nimmt dort unmittelbaren Bezug auf die jetzt vorliegende Planung, über die bei einem Behörden-Ortstermin im August Einvernehmen erzielt wurde: „Der gesamte Verlauf der aktuell geplanten Ortsumgehung ist aufgrund der Nähe zur Bebauung insbesondere an den drei Konfliktschwerpunkten Im Sief/Nordstraße, Rurberger Straße/Im Dreieck und Bundesstraße/Südstraße und der damit verbundenen Lärmbelästigung nicht hinnehmbar. Der gesamte Bereich des Verlaufes führt entlang der ungeschützten Rückseite der Wohnbebauung, an einigen Häusern sogar an zwei Seiten.”

Im Bereich „Im Sief/Nordstraße” reiche die Trasse bis auf 100 Meter an die Wohnbebauung heran. Eine zusätzlichen Verstärkung des Verkehrslärms, insbesondere durch LKW, sei zu erwarten, erst recht seit Einführung der Autobahn-Maut. Die L166 sollte auf keinen Fall in die Umgehungsstraße integriert werden, da hierdurch das Hauptverkehrsaufkommen in eine inakzeptable Nähe zur Wohnbebauung im Bereich „Im Dreieck/Rurberger Straße” geführt würde.”

Ein weiterer Kritikpunkt der Bürger ist der angedachte Kreisverkehr am Ortseingang aus Richtung Einruhr kommend. „Dieser Kreisverkehr wird unseres Erachtens durch das Abbremsen und Beschleunigen der Fahrzeuge in diesem Bereich zu einer neuen Lärmquelle führen,” meinen Henn und Krings einmütig.

Dieter Henn weiter: Man dürfe nicht vergessen, dass der Verkehr auf einer Umgehung mit höherer Geschwindigkeit fließe und sich sich der Lärm „auf der gesamten Trassenlänge ungebrochen bis zu unseren Gärten und Terrassen ausbreiten wird.” Die Lebensqualität der betroffenen Anwohner werde sich drastisch verschlechtern.

Die IG sieht in dem jetzt laufenden Verfahren einen Widerspruch, denn eine ortsnahe Trassenvariante sei bereits vom Rat einstimmig abgelehnt worden. Der jetzige Planungsstand entspreche aber bis auf „geringfügige Anpassungen im Verlauf genau dieser Version”.

Die Bürgerinitiative fordert sowohl von der Gemeinde wie auch vom Rat, „die ortsferne zweite Trassenvariante mit weiterem Verlauf in Richtung Einruhr sowie ein Höchstmaß an Schallschutz zur Planung zu bringen.”

Um bereits kurzfristig eine Entlastung der Kesternicher Bürger zu erzielen, fordert man, auch alternative Verkehrsmaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Angedacht ist zum Beispiel eine Änderung der Beschilderung zum Rursee. Desweiteren könnte die Ampelschaltung an das jeweilige Verkehrsaufkommen angepasst werden. Zu Überlegen sei auch die Errichtung eines Kreisverkehrs in Kesternich statt der heutigen Ampel.

Man begrüße den Nationalpark Eifel und die hierfür bereitgestellten Investitionen”, man erwarte jedoch, „dass für die Verkehrsanbindung des Nationalparks ebenfalls finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, die eine Ortsumgehung für alle Kesternicher Bürger sicher stellt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert