Ortsumgehung noch nicht vom Tisch

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
6042806.jpg
Bis zu 8000 Fahrzeuge rollen innerhalb von 24 Stunden durch Kesternich. Daher bleibt das Thema Umgehungsstraße für die B 266 auch weiterhin aktuell. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Seit mehr als zehn Jahren ist die Ortsumgehung Kesternich ein Thema, aber auch im Jahr 2013 ist das Projekt noch in weiter Ferne. Dies wurde auch deutlich beim Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling Simmerather Rathaus, der sich verwundert darüber zeigte, dass in dem langem Zeitraum seit 2003 unter dem Strich so wenig Bewegung in der Sache erfolgt ist.

Dabei lieferte der Abgeordnete aus Eschweiler die Begründung gleich selbst hinterher: „Wenn vor Ort keine Einigkeit erzielt wird, dann tut sich das Land sehr schwer“, sagte Kämmerling, der sich trotzdem bemühen möchte, die Maßnahme „in ein positives Licht“ zu stellen.

Ein einheitliches Bild in Kesternich ist dagegen nicht in Sicht. Es gibt zwar eine Bürgerinitiative pro Umgehung, der sich aber die Gegner entgegenstellen, die in einer Umgehung vor allem den Nachteil sehen, dass dann andere Bürger durch den Verkehrslärm der neuen Straße mehr als bisher belastet würden.

Zu Beginn vor zehn Jahren war die Ortsumgehung Kesternich im Bundesverkehrswegeplan noch unter der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ eingestuft worden, dann aber vor zwei Jahren in den „nachrangigen Bedarf“ abgestuft worden. Das NRW-Verkehrsministerium hatte die Gemeinde im August 2012 dann wissen lassen, dass die Planungen nun ruhten bis wieder Kapazitäten frei seien. Da das Ministerium gleichzeitig für Jahr 2015 eine Neubewertung bei der Fortschreibung des Bundesverekehrswegeplans ankündigte, hatte der Planungsausschuss im September 2012 beschlossen, die Ortsumgehung Kesternich erneut als Projekt für 2015 anzumelden.

Begründet hat Gemeinde ihren erneuten Vorstoß mit den Erkenntnissen aus der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2010, die belegten, dass es zu einer Verschärfung der Situation gekommen sei. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen auf der B 266 im Bereich der Ortsdurchfahrt liege in 24 Stunden bei 8074 Fahrzeugen. Dies bedeute eine Zunahme um 10 Prozent gegenüber der Zählung aus dem Jahr 2005. Im Schwerlastverkehr sei sogar eine Zunahme um 40 Prozent festgestellt worden.

In der Sitzung des Regionalrates im Dezember 2012 wurde der Bundesverkehrswegeplan 2015 unter Einziehung der erneuten Meldung der Ortsumgehung Kesternich beschlossen.

Auf dieser Grundlage dieses Plans erstellt das Bundesverkehrsministerium seine Fünfjahrespläne.

Doch unabhängig von diesem Plan verwies Stefan Kämmerling noch einmal die entscheidende Voraussetzung für eine Annäherung an das Projekt: „Wenn man diese Straße will, muss vor Ort Einigkeit herrschen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (16)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert