Simmerath - Ortsumgehung Kesternich: Neuer Termin. Neue Pläne.

Ortsumgehung Kesternich: Neuer Termin. Neue Pläne.

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Umleitung Kesternich
Bisher stehen nur Forderungen zum Thema Ortsumgehung Kesternich im Raum: Noch vor den Herbstferien sollen die Pläne des Landesbetriebs vorliegen und eine konstruktive Diskussion erlauben. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Vor Ostern wollte der Landesbetrieb Straßenbau die neuen Pläne für die Ortsumgehung Kesternich vorlegen. Dann bat die Behörde um Aufschub bis zu den Sommerferien, weil die schlechte Personalausstattung im Hause einen früheren Termin nicht zulasse.

Daraus wurde aber bekanntlich nichts. Nun ist der Sommer vorbei, und der Landestrieb hat auf Drängen von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns („Wir sehen uns weiterhin vertröstet”) zum dritten Mal einen Termin genannt: Noch vor den Herbstferien sollen der interessierten Öffentlichkeit jetzt die Pläne vorgelegt werden. Einmal mehr habe der Landesbetrieb erklärt, dass die Personalprobleme im Hause nach wie vor nicht gelöst seien, was die erneute Verzögerung begründe, so Hermanns.

Die viel diskutierte Ortsumgehung Kesternich war auch das dominierende Thema beim Besuch der grünen Bundestagsabgeordneten Bettina Herlizius im Simmerather Rathaus. Der Diskussionsbedarf war so hoch, dass die anberaumte Besuchszeit der Abgeordneten um knapp eine Stunde verlängert wurde.

Sobald die Ortsumgehungs-Pläne vorliegen, würden diese im Rathaus offengelegt; außerdem werde es umgehend eine Bürgerinformation geben, versprach der Bürgermeister.

Für das weitere Verfahren sei es dann erforderlich, dass der Gemeinderat einen Beschluss fasse.

Wie das Verfahren aus der Sicht von Bettina Herlizius weitergehen sollte, ist eindeutig: Die Abgeordnete sieht „keine verkehrliche Notwendigkeit” in einer Ortsumgehung Kesternich. Die Verkehrsbelastung sei nicht so extrem, dass ein solch aufwendiges Projekt gerechtfertigt sei. Vielmehr glaube sie, dass durch eine Umgehung insgesamt eine Verschlechterung der Situation eintrete, „weil der Ort dann auch noch von der Rückseite her belastet wird.”

Zudem, so ihre Information, würden durch eine Umgehung nur rund 2300 Fahrzeuge erfasst, die den Ort tatsächlich entlasten würden. (Nach Angaben der Befürworter der Ortsumgehung fahren durchschnittlich 8000 Fahrzeuge täglich durch den Ort). Sie halte es daher für angebrachter, mit dem Landesbetrieb Straßenbau über innerörtliche Lösungen zu verhandeln.

Hier steht Bettina Herlizius aber im Gegensatz zur politischen Mehrheit in Simmerath. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns („Ich kenne auch andere Zahlen”)erinnerte daran, dass man bei den Bürgern im Wort stehe, nach Möglichkeiten zu suchen, um die Ortschaft Kesternich vom Verkehr zu entlasten.

Das derzeit vorliegende Zahlenmaterial, was die Verkehrsbelastung angehe, werde im Zuge der Planung ebenfalls neu bewertet. So müsse beispielsweise auch das zu erwartende steigende Besucheraufkommen in Vogelsang berücksichtigt werden.

Entscheidend für die weitere Diskussion sei jedoch, dass diese auf der Grundlage der aktuellen Planung des Landesbetriebs stattfinde. Dann werde man sehen, „ob die Ortsumgehung verwirklicht wird”.

Klaus Stockschlaeder, Ratsherr für die Grünen aus Simmerath, meinte, dass es das Ziel sein müsse, eine beträchtliche Verbesserung der Verkehrssituation innerhalb der Ortslage Kesternich zu erreichen. Das sei auch mit anderen Mitteln als allein durch eine Ortsumgehung machbar.

Für Bruno Löhrer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, wird im Zusammenhang mit der Ortsumgehung allerdings noch ein ganz anderes Problem offenkundig.

Er befürchte langfristig negative Auswirkungen auf das Sozialgefüge im Ort, da sich in Kesternich unabhängig zwei Bürgerinitiativen mit vollkommen gegensätzlichen Haltungen gegenüberstehen würden.
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