Monschau - Opern-Gala im Regen

Opern-Gala im Regen

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Sangen, spielten und gewannen das Publikum (v.l.n.r.): Inga Hilsberg, Lisa Laccisaglia, Esther Hilsberg, Janine Kitzen, Emanuel Pichler, Antonio Rivera und Christian Lanza.

Monschau. Im Dauerregen drohte der Abschluss der Monschau Klassik 2010 am vergangenen Sonntag in einer Katastrophe zu enden. Durch Improvisation, große Einsatzbereitschaft und fantastische Künstler entwickelte sich dagegen ein emotionaler und höchst würdiger Ausklang der Festspiele.

Der Abschluss dieser elften Klassik vor ausverkauftem Haus sollte ein krönender sein. Mit einem „Best-Off-Programm” der italienischen Opern voller bekannter Melodien und guter Solisten wählte man einen fast sicheren Weg, wenn - ja, wenn da nicht das Monschauer Wetter wäre!

Kalter Wind und Dauerregen machte den Klassikfreunden das Leben schon von Beginn der Aufführung an schwer. Dabei war das Publikum sogar sehr wohlwollend und zeigte trotz Kälte und Nässe ein bewundernswertes Durchhaltevermögen.

Gast-Dirigent Juri Gilbo und die Kölner Symphoniker legten los und boten programmgemäß Rossini, Puccini, Verdi und das zu Herzen gehende „Intermezzo Sinfonico” von Pietro Mascagni.

Die Solisten Esther Hilsberg, Lisa Maria Laccisaglia, Antonio Rivera, sowie die Gäste Christian Lanza und Janine Kitzen taten ihr Bestes, um gegen Regen, der auf rund tausend Regencapes prasselte, und pfeifenden Wind anzusingen.

Das Publikum würdigte die Standhaftigkeit der Künstler; vor allem Janine Kitzen in rückenfreiem, dünnen Abendkleid nötigte den Zuschauern Respekt ab. Die gesangliche Leistung war nur teilweise zu bewerten, denn Wind- und Regengeräusche zeigten sehr bald die akustischen Grenzen der Monschauer Burgkulisse für solche Open-Air-Veranstaltungen auf.

Auch die Symphoniker und mehr noch ihre kostbaren Instrumente konnten dem Besucher leid tun: Verzweifelt versuchten sie ihre Instrumente mit Regencapes zu schützen. Der Kontrabass, der nicht wenig Regen von der Seite her abbekam, musste immer wieder mit Handtüchern getrocknet werden.

Das Spielen geriet so zum Kraftakt, ebenfalls das Dirigat, denn nicht selten musste Juri Gilbo seinen Notenblättern hinterherjagen, weil sie der Wind vom Pult gefegt hatte.

Veranstalter Max Krieger trat nach der Pause ans Mikrofon. Er versprach, dass es weitergehen würde, aber in etwas anderer, reduzierter Form. Er bat um Verständnis, da bei einem weiteren Spielen die Instrumente Schaden nehmen würden. Die Solisten würden dem Publikum erhalten bleiben, allein auf das Orchester müsse nun leider verzichtet werden.
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