Open Air Klassik: Meilensteine der Musik zum Ausklang

Von: P.St.
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Musikalische Kraft auf der Burgbühne: An Bombastik kaum zu übertreffen ist Carl Orffs Meisterwerk Carmina Burana, das am Samstagabend bei den Monschauer Festspielen aufgeführt wurde. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Mit Verdis Meisterwerken, dem Inbegriff der großen Oper, klang am Sonntag die 10. Open Air Klassik auf der Burg Monschau aus. Die Verdi-Gala am Nachmittag bot den begeisterten Zuschauer Meilensteine der Opernliteratur.

Und auf der Burg, wo Montag mit den Abbauarbeiten begonnen wird, blieb etwas Wehmut zurück, dass die Jubiläums-Festspiele, die unter so dramatischen Wetterumständen mit dem regenbedingten Abbruch der Zauberflöte begonnen hatten, nun schon wieder Geschichte sind.

Mit George Bizets unsterblicher Oper Carmen” hatte das zweite Klassik-Wochenende begonnen, ehe mit Carl Orffs Meisterwerk „Carmina Burana” die Klassik-Veranstalter wieder einmal ein kleines Experiment abseits des bekannten Opern-Repertoires wagten, selbst wenn das Werk aus dem Jahre 1937 ein feststehender Begriff in der Musik-Literatur ist.

Vor fast ausverkauften Rängen an einem perfekten Sommerabend standen Chor und Orchester der Plovdiv Philharmonic Opera vor einer anspruchsvollen musikalischen Herausforderung, und die Zuschauer genossen neben dem Geschehen auf der Bühne die wunderbare Ausstrahlung des Spielortes, die fast allein schon einen Besuch wert ist.

Da man mit dem Einakter Carmina Burana kein abendfüllendes Programm gestalten kann, wurde auf der „wildromantischen Burgkulisse” (Veranstalter Max Krieger) noch einige Orchesterwerke vorgelagert. Das Plovdiver Orchester, sonst eher im Hintergrund agierend, konnte sich bei der Peer Gynt Suite von Edvard Grieg oder der weltberühmten Star Wars Symphony von John Williams (Film-Oscar für die beste Musik) in Szene setzen. Für alle Besucher, die das Programm nicht genau studiert hatten, war diese etwas längere Ouvertüre, an die sich gleich die Pause anschloss, sicher eine kleine Überraschung.

Mit einer Auswahl von 24 Trink-, Spott- und Liebesliedern hat Carl Orff die Carmina Burana zu einem populären Meisterwerk der Musikgeschichte werden lassen. Die mittelalterliche Liedersammlung aus der Benediktbeurer Handschrift enthält mehrere hundert Gesänge.

An Bombastik ist das einstündige Werk kaum zu übertreffen. Da die Schlaginstrumente bei Carl Orff zu den wichtigsten musikalischen Elementen gehören, musste vor allem der Mann an der Pauke Schwerstarbeit leisten. Das Orchester spielte seine ganz Kraft aus, und übertraf damit mitunter den Chor, der für dieses energiegeladene Werk auch doppelt so stark hätte sein dürfen.

Mit gekonnter Lichtführung wurde die Liedersammlung ins rechte Bild gerückt, und auch die Klassik-Fans auf der gegenüberliegenden Sonntagsley konnten dank der wuchtigen Klangfülle bei Kerzenschein und Picknick am Ereignis auf der Burg teilhaben.
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