Oldtimer der Feuerwehr reif fürs Museum

Von: hes
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Die Drehleiter ist eines der wichtigsten Fahrzeuge im Fuhrpark der Monschauer Feuerwehren, muss jedoch mittelfristig ersetzt werden. Wie hier beim Großbrand in der Laufenstraße am 27. Dezember 2005 ist aufgrund der Gebäudehöhen in der Altstadt eine Leiterlänge von 30 Metern erforderlich. Foto: Archiv/Schepp

Monschau. 17 Fahrzeuge umfasst der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Monschau, aufgeteilt auf sechs Gerätehäuser in sieben Ortschaften. Auf den ersten Blick eine stolze Zahl für eine Stadt mit 12.000 Einwohnern.

Bedenkt man aber die große Fläche, die besondere Situation der historischen Altstadt und vor allem das Alter der Fahrzeuge, dann ist mit dem vorhandenen Fuhrpark soeben die gesetzlich vorgeschriebene Grundausstattung gewährleistet. Denn von den 17 Fahrzeugen, die der Leiter der Feuerwehr, Falk Claßen, am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss vorstellte, sind sieben mehr als 20 Jahre alt und nur sechs jünger als zehn Jahre.

Die beiden betagtesten Schätzchen sind das Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 der Löschgruppe Mützenich - stolze 30 Jahre alt - und der Einsatzleitwagen (ELW) der Höfener Feuerwehr, Baujahr 1985. Weniger wegen ihres Baujahrs, sondern vor allem aufgrund ihres Zustands ist bei diesen beiden Fahrzeugen, wie es so schön im Amtsjargon heißt, „das Ende der Gebrauchsfähigkeit erreicht”, zu Deutsch: Sie sind reif fürs Feuerwehrmuseum.

Gebrauchtfahrzeug billiger

„Diese beiden Fahrzeuge müssen ersetzt werden”, stellte der Feuerwehrchef fest und bewies, dass er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Alex Bongard und anderen Führungskräften der städtischen Feuerwehr seine „Hausaufgaben” gemacht hat. Claßen legte den Politikern nicht nur alternative Angebote für die Ersatzbeschaffung adäquater Neufahrzeuge vor, sondern räumte auch ein, dass angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt im ein oder anderen Falle auch ein gutes Gebrauchtfahrzeug ausreiche.

30 Meter Leiterlänge

So würde die Neuanschaffung des Einsatzleitwagens, in dem bei Großeinsätzen die Führungsmannschaft arbeitet, zwischen 62.000 und 87.000 Euro kosten. „Uns liegt aber auch ein Angebot für ein vergleichbares Gebrauchtfahrzeug vor, das zwar nur eine Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren hat, das aber auch nur rund 12.000 Euro kosten würde”, zeigte der Leiter der Feuerwehr guten Sparwillen.

Klare Vorstellungen haben die Brandbekämpfer hingegen beim Ersatz für den Mützenicher Oldtimer. Hier sei ein Löschfahrzeug LF 16/20 notwendig, wie es bereits der Löschzug Imgenbroich/Konzen im Gebrauch hat, und das je nach Alter und Angebot 250.000 bis 380.000 Euro kosten wird.

Der dickste Brocken der nächsten Jahre aber wird die Ersatzbeschaffung für die Drehleiter sein, die beim Altstadtlöschzug stationiert ist. „Die ist zwar erst knapp zehn Jahre alt, hat aber aufgrund der besonderen Technik und hohen Anforderungen auch nur eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren”, erläuterte Falk Claßen. Die Höhe der Altstadthäuser macht dabei eine Leiterlänge von 30 Metern erforderlich, was die Sache nicht eben billiger macht: 650.000 bis 800.000 Euro wollen von der Politik von langer Hand zurückgelegt sein.

Dennoch lobten Fraktionen und Bürgermeisterin im Hauptausschuss Kompromissbereitschaft und Vorarbeit der Feuerwehrführung: „Das ist sehr lobenswert, wenn sich die Feuerwehr angesichts knapper öffentlicher Kassen selbst Gedanken macht, wo gespart werden kann”, meinte Margareta Ritter und dankte Claßen für die Darstellung, die klar gezeigt habe, was die feuerwehr zur Sicherstellung ihrer Aufgaben benötige. Die entsprechenden Ansätze, kündigte die Bürgermeisterin an, werden nun noch durch die Verwaltung in den Haushalt eingearbeitet.
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