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Öl-Anschläge gegen Kradfahrer: Ein Verletzter, Polizei ermittelt

Von: heck/-jül-
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Gestürzt: Der Fahrer dieses Motorrads kam durch die Öllache auf der Straße zu Fall. In der Nähe fand die Polizei einen Kanister. Foto: Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger
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Die Polizei sperrte die Unfallstelle ab und ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Foto: Ralf Roeger

Stolberg/Roetgen/Simmerath. Anschlagsserie auf Motorradfahrer: Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Donnerstag Öl auf drei Landstraßen in der Nordeifel und in Stolberg geschüttet - offenbar gezielt in der Absicht, Kradfahrer stürzen zu lassen. Einen ersten Unfall gab es am Morgen bei Zweifall, ein 47-Jähriger wurde verletzt. Die Polizei ermittelt.

Zur ersten Ölspur wurde die Stolberger Feuerwehr in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.20 Uhr auf die Mulartshütter Straße (Landesstraße 238) hinter Zweifall gerufen. Ein Autofahrer hatte den gefährlichen Schmierfilm auf Höhe des Hotels Birkenhof entdeckt und die Polizei verständigt. Später wurde auf der Hahner Straße in Roetgen (Landesstraße 12) eine zweite Öllache entdeckt.

Beide Straßen wurden sofort von der Polizei gesperrt. Die Feuerwehr streute die etwa 25 Meter langen Spuren mit Bindemitteln ab. Dennoch musste noch eine Spezialfirma anrücken, um die Fahrbahnen komplett zu reinigen und das Bindemittel aufzunehmen.

Trotzdem kam knapp sechs Stunden später, kurz nach 8 Uhr, auf der Mulartshütter Straße ein Motorradfahrer zu Fall. Der 47-Jährige verlor in einer Kurve die Kontrolle über sein Zweirad und stürzte. Er wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus Eschweiler gebracht.

Wie es trotz der Reinigungsmaßnahmen zu dem Unfall kommen konnte, war zunächst unklar. Offenbar war durch die Erwärmung der Fahrbahn zu Tagesbeginn noch ein Rest des Ölfilms aus dem Asphalt ausgetreten. Die Straßensperrung war nach Polizeiangaben noch in der Nacht durch die Spezialfirma oder die Feuerwehr offenbar ohne Wissen der Polizei wieder aufgehoben worden.

Im Simmerather Ortsteil Dedenborn wurde schließlich am Morgen im Bereich Schöne Aussicht (Bundesstraße 266) eine dritte Ölspur entdeckt. Auch dort wurde die Straße gesperrt, Reinigungskräfte rückten an.

Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei der glitschigen Flüssigkeit um dünnflüssiges Hydrauliköl. Es war keinesfalls zufällig auf die Straßen geraten: Polizeibeamte entdeckten in der Nähe des Unfallorts an der Mulartshütter Straße einen offensichtlich weggeworfenen Ölkanister, in dem sich noch Reste fanden.

„Es besteht der Verdacht, dass das Öl bewusst und gewollt auf die Straße gekippt wurde“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Mittag. „Eine erste Probe ergab, dass das Öl auf der Fahrbahn und die Reste im Kanister identisch sind.“

Die Polizei der Städteregion ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Hinweise auf den oder die Täter nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

„Dass sich die Tat gezielt gegen Motorradfahrer richtet, ist anzunehmen“, sagte Kemen. „Ein Indiz hierfür ist, dass das Öl im Bereich von Straßen und Kurven in Richtung Zufahrtstraßen zur Eifel ausgeschüttet wurde.“ Die Beamten ermittelten mit Hochdruck.

Die gesperrten Straßen wurden erst am frühen Donnerstagnachmittag wieder für den Verkehr freigegegeben.

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