Nordeifel - Oktober war wärmer als der Mai

Oktober war wärmer als der Mai

Von: kjl
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Wolken dominierten den Oktoberhimmel über der Eifel, hier der Blick von Am Gericht in Richtung Gewerbegebiet Imgenbroich. Zunächst war der zweite Herbstmonat kühl und regnerisch, später Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Das gibt es nur selten im Jahresverlauf der Temperaturen in unserer Region: Der Oktober 2013 war 0,6 Grad wärmer als der Mai (z.B. in Simmerath). Fast 30 Jahre müssen wir in der Statistik zurückblicken ins Jahr 1984, auch damals gab es diese Kuriosität. Ein grober Überblick zeigt eine kühlere und regnerische erste Monatshälfte bis zum Beginn der Herbstferien. Es folgte eine sehr warme Periode mit einem Paukenschlag zum Abschluss: Orkan „Christian“.

Ganz untypisch begann der Oktober in diesem Jahr, kühl und nass mit ersten Bodenfrösten in den Tallagen der Eifel. Schon am 1./2. und 11./12. gab es Bodenfröste nicht nur in den Tallagen der Rur. Erstmals mussten die Autofahrer von Roetgen bis Kalterherberg ihre Autoscheiben freikratzen.

Trotz der ersten kühlen Tage bis zum 16. Oktober schaffte die kräftige Südwestströmung der zweiten Monatshälfte noch einen deutlichen Wärmeüberschuss der Monatsmitteltemperatur. Folgende Mittelwerte zeigen die Temperaturveränderung in der Region: Aachen 12,4 Grad, Roetgen 11,4 Grad, Höfen 11,0 Grad, Strauch 10,6 Grad sowie 9,7 Grad in Mützenich und Kalterherberg. Die Abweichung vom langjährigen Mittel betrug fast zwei Grad, damit gehörte dieser Oktober zu den zehn wärmsten der letzten 75 Jahre.

Der wärmste Tag des Monats war der 22. Oktober mit Temperaturen bis 23,4 Grad z.B. in Alsdorf (Stolberg 22,6 Grad, Aachen 21,7 Grad, Simmerath 20,5 Grad und 18,4 Grad in Mützenich).

Der Rekord für das letzte Oktoberdrittel blieb damit aber unerreicht. Am 24. Oktober 1971 meldete die damalige Wetterstation in Aachen 24,6 Grad.

Erstaunlich ist die Tatsache, dass dieser warme Oktober gleichzeitig ausreichend Regen lieferte, vor allem in der ersten Monatshälfte. Die zahlreichen Tiefs erbrachten rund 90 l/qm in den Regenmesser des Beobachters in Simmerath, dies entspricht einem Überschuss von 10 Prozent. Die übrigen Orte erhielten folgende Regenmengen: 70 l/qm in Mützenich, 95 l in Kalterherberg und Höfen, 97 l an der Perlenbachtalsperre, 101 l in Roetgen und 103 l im Wahlerscheider Forst (Windpark).

Nach dem fast sommerlichen 22. Oktober folgte in den Abendstunden eine Gewitterfront mit kräftigen Regengüssen, örtlich wurden über 10 l/qm gemessen (Höfen 15 l). Den Wetterhöhepunkt des Monats setzte aber Orkanwirbel „Christian“. Zwar erreichten wir nicht die Extremwindstöße von 191 km/h wie über der Nordsee, doch das Aachener Land hatte in allen Höhenlagen Windstärke 9 bis 10 zu verkraften, so 95 km/h in Aachen, 93 km in Mützenich und 96 km in Kalterherberg. Seit Orkan „Jeanette“ am 27. Oktober 2002 hatten wir keine solch starken Windböen rund um Aachen und in der Nordeifel.

Sonnenscheinbilanz gerettet

Der Sonnenschein der Herbstferien rettete die Sonnenscheinbilanz. So oder ähnlich könnte man den Monat in der Sonnenstundenbilanz umschreiben. Bis zum langjährigen Mittelwert fehlten dennoch 10 bis 15 Prozent was folgende Zahlen zeigen: Kalterherberg 89 Stunden, Windpark Wahlerscheider Wald 102 Stunden, in Aachen 105 Stunden, am Schulzentrum Monschau 118 Stunden und in Alsdorf an der Deponie 122 Stunden. In den Vorhersagekarten ist auch bis zum 11.11. keine Spur vom Winter zu erkennen.

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