Ohne Kommunion keine Akzeptanz

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In der Pfarrkirche St. Josef in Imgenbroich sollen Wortgottesdienste nach den Sommerferien nur noch in besonderen Fällen angeboten werden, wenn in diesem Rahmen keine Kommunion ausgeteilt werden darf: Damit reagiert der Lektorenkreis auf ein Verbot des GdG-Rates und auf rückläufige Besucherzahlen.

Imgenbroich. Als vor mehr als drei Jahren in der Pfarrgemeinde St. Josef in Imgenbroich die Veränderungen in den Gemeinden dazu führten, dass der allwöchentliche Sonntagsgottesdienst in Frage gestellt wurde, wollte der Lektorenkreis in Imgenbroich „die Chance nutzen, die in jeder Veränderung liegt“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Es handelt sich um ein Team von acht Lektorinnen und Lektoren, das die Gottesdienste durch das Vortragen der Lesungen und Fürbitten unterstützt; die meisten von ihnen sind auch Kommunionhelfer und beauftragt zur Leitung von Wortgottesdiensten. Vor zwölf Jahren hatten sich bereits elf ehrenamtliche Mitarbeiter auf die kommende Situation durch einen Wortgottesdienstkurs vorbereitet und sind zum Dienst an der Liturgie beauftragt worden.

„Aber nur selten hatten wir Gelegenheit, die gewonnene Kompetenz verantwortlich einzubringen. Zwar war längst abzusehen, dass die Sonntagsmessen von den immer älter und immer weniger werdenden Priestern eines Tages nicht mehr gewährleistet werden konnten. Aber es wurde dennoch versucht, mit dem ‚letzten Aufgebot‘ den Status quo möglichst lange aufrechtzuerhalten“, schreibt der Lektorenkreis.

Wegfall der Sonntagsmesse

Als dann vor drei Jahren in der Pfarrgemeinde Imgenbroich die Sonntagsmesse alle vierzehn Tage wegfiel, schien der Moment gekommen, dass Laien Verantwortung in der Liturgie übernehmen.

„Ziel war es, die Verlässlichkeit eines sonntäglichen Gottesdienstes in unserer Gemeinde und unserer Pfarrkirche zu erhalten, um das pastorale Fundament des regelmäßigen Gebetes und der Eucharistie zu sichern. Wir waren uns im Klaren darüber, dass die traditionellen und deshalb oft auch älteren Gottesdienstbesucher im Wesentlichen die Sehnsucht nach dem Mysterium der Eucharistie bewegt. Deshalb sahen wir vor, so wie es auch in den Ausbildungskursen empfohlen wurde, Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung durchzuführen. Es sollte zur gewohnten Zeit immer dann ein Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung angeboten werden, wenn die Messe wegfällt“, schreibt der Lektorenkreis.

Dieses Ansinnen sei durch die Administration für die pfarrerlose Gemeindeleitung insofern unterstützt worden, dass diese Wortgottesdienste in den Rahmen des ordentlichen Liturgieplanes aufgenommen und durch geregelte Küster- und Organistendienste gefördert wurden. Die pastoralen Mitarbeiter der Gemeinde hätten sich bereit erklärt, durch inhaltliche Impulse und materielle Hilfe zur Seite zu stehen.

Leider sei der pastorale Aspekt des Laienangebotes, der vor allem in der Verbindung zur Eucharistie und der Kommunion zum Ausdruck kommen sollte, vom GdG-Rat nicht unterstützt worden. „Mit einem fragwürdigen Hinweis auf die Einheit in der GdG Monschau und auf Verlautbarungen des Bischofs wurde vom zuständigen GdG-Rat ein Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung verboten, obwohl selbst in Nachbargemeinden solche Gottesdienste üblich und von der Bistumsleitung akzeptiert waren und sind. Gelegentliche Beobachtungen in anderen Gemeinden und Bereichen des Bistums konnten das nur bestätigen. So bleibt uns das rigorose Verbot bis heute unverständlich“, schreibt der Lektorenkreis.

Aus Solidarität zum synodalen Prinzip in der hierarchischen Kirche habe sich der Lektorenkreis dem Entschluss des GdG-Rates gebeugt und die Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung aufgenommen. „Die Gestaltung der Wortgottesdienste und die Möglichkeit, biblische Texte nicht nur vorzutragen, sondern auch auszulegen, war zwar eine neue Herausforderung, machte jedoch auch richtig Freude. Wir entwickelten kreative Ideen zur Gestaltung der Sonntagsgottesdienste und erprobten neue liturgische Formen. Einen besonderen Reiz hatte auch die Möglichkeit, neue inhaltliche Akzente zu setzen und Perspektivwechsel zu ermöglichen. Die Wortgottesfeier sollte ein reger Dialog zwischen Wort Gottes, Gemeinde und Lektoren werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Anfangs habe die Gemeinde diese Gottesdienste auch angenommen. Bald habe sich aber gezeigt, „dass die Sehnsucht nach Kommunion und Eucharistie die Gläubigen dazu veranlasste, den Wortgottesdiensten mehr und mehr fernzubleiben“.

Zu Beginn habe man noch 40 bis 50 Gottesdienstbesucher gezählt. Heute, drei Jahre später, seien es oft nur noch bis zu zehn. Die Gestaltung und Inhalte würden zwar oft gelobt und als Bereicherung empfunden, trotzdem würden die Gottesdienstbesucher immer weniger.

„Wir wissen aus Gesprächen, dass manche Gottesdienstbesucher mit uns die Hoffnung gehegt hatten, dass hinsichtlich der Kommunionausteilung eine bessere Lösung gefunden würde. Nachdem diese Hoffnung jedoch enttäuscht wurde, haben die meisten resigniert und sind nicht mehr gekommen“, schreibt der Lektorenkreis.

Diese Entwicklung lasse zwingend vermuten, dass Sonntags-Wortgottesdienste ohne Kommunion von der Gemeinde nicht wirklich gewünscht und angenommen werden. Anders erlebe man die Akzeptanz bei einem Ausfall von Messen, etwa wenn der Priester erkrankt sei, „offensichtlich, weil in diesen Fällen in den Gottesdiensten die Kommunion ausgeteilt werden darf. Dann erfahren wir höchste Zustimmung, Mut machende Rückmeldungen und Dank“.

Die Lektoren glauben, dass ihr Angebot aktuell und notwendig ist, um eine lebendige Gemeinschaft von Gläubigen zu bilden und zu erhalten. „Deshalb wäre es eigentlich wünschenswert und sinnvoll, dieses Angebot aufrechtzuerhalten. Aber angesichts der Widerstände bei den Gremien und bei den Verantwortlichen der Gemeinden gegen die Kommunionausteilung bei unseren Wortgottesdiensten sowie andererseits der Tatsache, dass die Gemeinde Wortgottesdienste ohne Kommunion offensichtlich ganz überwiegend nicht annimmt, müssen wir feststellen, dass wir uns immer schwerer zu unserer Arbeit motivieren können und dass wir letztlich unser Engagement schleichend untergraben sehen.“

Dabei sei in Rechnung zu stellen, dass die Belastung für jeden Einzelnen, bei aller Freude an dieser Arbeit, nicht zu unterschätzen sei.

Konsequenzen gezogen

Aus diesem Grund schlagen die Lektoren die Aussetzung der Regelmäßigkeit von Wortgottesdiensten nach den Sommerferien 2017 vor . Dann wollen sie die Wortgottesdienste nur noch in besonderen Fällen anbieten, „es sei denn, man entschließt sich in den pastoralen Gremien doch dazu, die Kommunionausteilung zu erlauben. Dann wäre eine Veränderung der Akzeptanz auszutesten“.

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