Roetgen - Offermannkreuz wieder an alter Stelle

Offermannkreuz wieder an alter Stelle

Von: P. St.
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Offermannkreuz
Eine gelungene Arbeit: Steinmetz Renate Pelzer hat das Offermannkreuz in der Werkstatt von Karl Goffart originalgetreu wieder hergestellt. Auch kleine Ungereimtheiten wurden übernommen.  Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Das im Winter 2012/2013 zerstörte Offermannkreuz bei Fringshaus wird wieder errichtet. Am Donnerstag, 22. August, möchte der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen (HeuGeVe) eine Replik des Denkmals an alter Stelle an der B 258 unterhalb von Fringshaus wieder aufstellen.

Geplant ist, dass alle Interessenten sich an diesem Tag um 16 Uhr auf dem Parkplatz bei Fringshaus treffen. „Diese Aktion wurde  nur möglich gemacht durch eine  überwältigende Spendenbereitschaft“, freut sich HeuGeVe-Geschäftsführer Rolf Wilden.

Wenn man die Spenderliste betrachte, so erkenne  man, dass es sich bei diesem Projekt um eine Gemeinschaftsaktion aller Heimatfreunde im alten Monschauer Land handele. „Es zeigt sich, dass die Verbundenheit zur angestammten Heimat und deren Geschichte sich nicht nur auf die erst kürzlich entdeckte Liebe zu alten Autokennzeichen beschränkt, sondern dass viele bereit sind, sich auch persönlich einzubringen.“ Dies, betont Wilden,  sei umso wichtiger und bemerkenswerter, da die staatlichen Stellen in Belgien und Deutschland  offensichtlich nicht bereit oder in der Lage seien, für solche Aktionen Geld auszugeben.

Erinnerung an ein Verbrechen

In einem weiteren Schritt werde nun mit den belgischen Behörden eine Lösung für die Restauration des Original-Offermannkreuzes und dessen Verbleib gesucht. Durch die starke Zerstörung war es  nach Auskunft der Fachleute nicht mehr möglich, es den widrigen Verhältnissen im Venn erneut auszusetzen.
Das Offermannkreuz erinnert an ein Verbrechen, das am 13. August 1774 verübt wurde und in der Heimatliteratur  des ehemaligen Kreises  Monschau mehrfach beschrieben wurde.
Während des  zurückliegenden Winters 2012/13 stellten aufmerksame  Beobachter fest, dass das Kreuz   nicht mehr  an Ort und Stelle stand, sondern in Einzelteilen zerstört am Boden lag.  Nach der Schneeschmelze wurde das Kreuz vom Heimat- und Geschichtsverein  Roetgen dann unter die Lupe genommen.

Die Ursache für die  Zerstörung konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.  Nach Einschätzung von Fachleuten ist das fast knapp 240 Jahre alte Kreuz durch einen Frostschaden zerstört worden.  Möglich ist aber auch, dass das Blausteinkreuz  bei Holzrückarbeiten auf belgischer Seite  Schaden genommen hat.
Für den  Roetgener Heimat- und Geschichtsverein aber stand von Beginn an fest, dass die Gedenkkreuz-Fragmente nicht ihrem Schicksal überlassen werden sollten. Unter Hinzuziehung von Steinmetz Karl Goffart aus Kalterherberg kam man überein, dass das alte Kreuz zwar so gut es geht wieder hergerichtet werden solle, es aber wenig Sinne mache, das Fragment  erneut aufzustellen.

Stattdessen  sollte ein möglichst exakte Kopie des Originalkreuzes hergestellt werden. Diese Replik   nahm nun in der vergangenen Wochen in der Imgenbroicher Werkstatt von Karl Goffart Gestalt an.  Zu 100 Prozent baugleich  ist die  60 Kilogramm Kopie  aus belgischem Granit.
Zufrieden betrachtet Steinmetz Renate Pelzer ihre Arbeit. Sie  ist seit 1998 im Betrieb und übernahm die Aufgabe, das neue Kreuz herzustellen: „Das ist schon eine Arbeit etwas außer der Reihe, die viel Kleinarbeit erfordert.“

Eine besondere Herausforderung

Zum krönenden Abschluss werden jetzt noch Inschrift und Ornamente mit Hilfe von Pressluft in das relativ weiche Gestein eingearbeitet.  Diese Arbeit wird rund eine Woche dauern.  Die Schrift ist  auf Pergament-Papier vom alten Kreuz übertragen worden. Die alte Inschrift ist nicht immer flüssig, es gibt unterschiedliche Abstände, einige Ungereimtheiten und möglicherweise auch  Fehler,  ist doch der Name Offermann  beispielsweise  als Offerman eingraviert worden.   Verändert wird aber nichts. Auch die in Stein gemeißelten Ungereimtheiten werden  zu 100 Prozent übernommen. „Diese alte Art zu arbeiten ist schon eine besondere Herausforderung“, erzählt Renate Pelzer.

Ein Ornament in der Spitze des alten Kreuzes (wahrscheinlich soll eine Sonne dargestellt werden)   wurde erst beim zweiten Hinschauen entdeckt und wird jetzt  zu neuer Strahlkraft gelangen.
Das alte Kreuz ist zu 90 Prozent wieder hergestellt worden. Etwa ein Dutzend größere Einzelteile wurden gesichert und  wie ein Puzzle verklebt. Das alte Kreuz soll ebenfalls einen würdigen Platz erhalten. Die Überlegungen gehen dahin, es in der Kapelle Reinartzhof  auszustellen.


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