Offenen NRW-Meisterschaften der Kutschfahrer in Eicherscheid

Von: ani
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Lokalmatador und RuFV-Vereinsvorsitzender Hans-Willi Schophoven hatte bei der Geländefahrprüfung einer „Hänger“ und wurde in der Gesamtwertung der Zweispänner auf die hinteren Plätze Foto: Hoffmann

Eicherscheid. Hoch auf dem gelben Wagen war keiner der Akteure im Gelände oder auf dem Parcours unterwegs. Bei den offenen NRW-Meisterschaften der Kutschfahrer, die am Wochenende auf und rund um das wunderschöne Gelände des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid (RuFV) für Ein-, Zwei- und Vierspänner ausgetragen wurden, waren die Leinenführer auf den Kutschböcken hinter ihren Pferden und Ponys mit modernen Gefährten ausgestattet.

Bei dem dreitägigen Wettbewerb mussten die über 100 Teilnehmer ihr Können in den Bereichen Dressur, Gelände- und Hindernisfahrt zeigen. Wer dann am Ende Nase und Nüstern vorn hatte, wurde zum NRW-Meister gekürt. Aus der Region verpasste dabei in der Königsklasse der Vierspänner Rene Poensgen aus Eschweiler knapp das Siegerpodest, der sich dem westfälischen Rainer Duen geschlagen geben musste. Hans-Willi Schophoven aus Eicherscheid hatte bei den Zweispännern beim Hindernisfahren einen „Hänger“, was ihn bei der Platzierung weit nach hinten warf.

Organisatorisch hatte sich der ausrichtende RuFV für diese Mammutveranstaltung mächtig ins Zeug gelegt und erhielt dafür Lob von allen Seiten. Erfreulich war für den Veranstalter auch bei hervorragenden Wetterbedingungen das große Zuschauerinteresse. Bereits am Samstag hatten sich zu dem als Highlight angekündigten Geländefahren der Gespanne viele pferde- und kutschsportbebeisterte Gäste in der Eicherscheider „Höhen-Soers-Anlage“ eingefunden, um zu beobachten, wie die Kutschen mit teils atemberaubender Geschwindigkeit spektakulär durch die Hindernisse preschten.

Beim Hindernisfahren am Sonntag war der Besucheransturm noch größer, wobei die Akteure Kutschen und Outfit gewechselt hatten. Die geländegängigen Kutschen des Vortages waren gegen andere Gefährte getauscht worden und Fahrer nebst Begleiter hatten Zylinder, Strohhüte, Krawatten, Jackets bzw. schicke Kleider angelegt.

Man präsentierte sich also vor großem Publikum auf dem Kutschbock in eleganter Montur, wobei höchste Präzision von den Leinenführern beim Durchfahren der aufgestellten Kegel gefordert war. Und wenn doch einmal einer der auf den Kegeln liegenden Tennisbälle bei Berührung herunter purzelte, war von den Zuschauern stets ein mitfühlendes „Oh“ zu hören.

Der bis vor dem Hindernisfahren bei den Vierspännern Führende deutsche Spitzenfahrer Rene Poensgen aus Eschweiler, verspielte in dieser Disziplin durch einige Fehlerpunkte die NRW-Meisterschaft. Reiterlicher Glanz und Etikette auch bei den Siegerehrungen.

Mit gezogenem Hut oder Zylinder wurde gratuliert und geehrt, um sich dann unter Beifall auf die Ehrenrunde zu begeben. Zur Unterhaltung trug in der Pause die Eicherscheider Blasmusik bei, bevor Dieter Käfer vor der Auszeichnung der neuen NRW-Meister ein unterhaltsames Showprogramm kurzweilig moderierte.

Postkutsche kommt zum Einsatz

Und dann kam der eingangs erwähnte gelbe Wagen doch noch zum Einsatz. Schirmherr Axel Wirtz (MdL) und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns fuhren mit weiteren Ehrengästen in der noch im vorigen Jahr zwischen Erkensruhr und Einruhr verkehrenden Postkutsche (Deligence) auf den Parcourplatz, die der mehrköpfigen Belastung trotz ihres angegriffenen Zustandes auch standhielt. Nachdem die neuen NRW-Meister ihre Auszeichnungen erhalten hatten, machten sich die meisten der weit angereisten Teilnehmer aus Westfalen, Hannover und Hessen auf den Heimweg.

Hierbei bekamen die Zuschauer auch teilweise einen Einblick, wie viel Tier und Gerät ein Kutschfahrer zur Ausübung seiner Sportart benötigt und damit zu transportieren hat. In den großen Spezial-LKWs nebst angehängtem Hänger waren in der Regel für die unterschiedlichen Prüfungen zwei verschiedene Kutschen und die dazugehörenden Pferde nebst einem Ersatzpferd unterzubringen. Hierbei gibt es bei gut betuchten Spitzenfahrern, wie von einem Insider verraten wurde, auch äußert komfortable Gefährte, die beispielsweise mit einem Whirlpool ausgestattet sind.

Ansonsten nächtigten die Teilnehmer bei der NRW-Meisterschaft in Eicherscheid jedoch in umliegenden Hotels oder dem mitgeführten Wohnwagen, von dem aus sie dann auch ihre Kutschen, die in der Anschaffung ab 4000 Euro zu haben sind, im Auge behalten konnten.

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