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Ofen- und Anlagenbauer Otto Junker: Zuversichtlich ins Jahr 2014

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Präzisionsarbeit ist bei Junker Alltagsgeschäft. Auf der Karussell-Drehbank entstehen Bauteile von höchster Qualität.
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Markus D. Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Junker, sieht das Lammersdorfer Unternehmen in einer Phase der Stabilität.

Lammersdorf. Grund zum Feiern hat die Otto Junker GmbH sicherlich in diesem Jahr. Der weltweit führende Ofen- und Anlagenbauer mit Hauptsitz und Kompetenzzentrum in Lammersdorf wird 90 Jahre alt. Gefeiert wird der runde Geburtstag Anfang September.

Auch über die dreitägigen Festlichkeiten hinaus hofft die Unternehmensführung, dass das gerade begonnene Jahr Anlass zur Freude bietet. Laut Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) ist die regionale Wirtschaft „mit Zuversicht“ in das neue Jahr gestartet.

Auch die Firma Junker hat sich an der Umfrage beteiligt, kommt aber aus ihrem Blickwinkel zu einer eher rationalen Einschätzung der Wirtschaftslage: „Für uns bewegt sich die Konjunkturentwicklung weiterhin auf Normalmaß“, sagt Markus D. Werner (45), Vorsitzender der Geschäftsführung bei Otto Junker. Mit vorsichtigem Optimismus, aber ohne Euphorie, blickt er auf das Jahr 2014: „Seit zwei bis drei Jahren herrscht bei uns Stabilität. Wir sind auf einem hohen Niveau ausgelastet.“

Der Blick des Unternehmens geht ohnehin stets über die Jahresfrist hinaus, da so mancher Auftrag über einen Zeitraum von mehreren Jahren abgewickelt wird. Dies liegt an der Struktur von Otto Junker, deren drei Geschäftsbereiche (Edelstahlgießerei, Anlagenbau zur Wärmebehandlung und Induktionsöfen) auch gleichzeitig die drei Standbeine des Unternehmens bilden.

Ehe ein Auftrag die drei Stationen durchlaufen hat und dann ausgeliefert wird, kann schon einmal eine längere Zeit verstreichen. Markus D. Weber erläutert, dass diese Unternehmenskonstruktion dazu führt, dass stets der Auftragseingang in der Gießerei der erste Messpegel für die konjunkturelle Entwicklung sei.

Diese Entwicklung, ob nach oben oder unten, setzten sich dann um je ein Jahr zeitversetzt in den beiden anderen Bereichen fort. So lässt sich auch ein Tiefpunkt leichter überbrücken. Diese Staffelung, so Werner, habe sich auch bei der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 gezeigt. Deshalb sei es für Junker auch recht schwer, Prognosen abzugeben, und überhaupt solle man Konjunkturumfragen nicht überbewerten.

An der aktuellen IHK-Umfrage beteiligten sich insgesamt 309 Unternehmen mit rund 42.000 Beschäftigten. Das entspricht einer Beteiligung von 31 Prozent.

Werner, der seit 2010 in der Unternehmensführung tätig ist, stammt aus Würzburg und studierte in Aachen. Sein Ziel ist es, die führende Position der Otto Junker GmbH auf dem Weltmarkt auszubauen. Man könne davon ausgehen, dass zum Beispiel in so gut wie jedem Windrad, das sich in Deutschland drehe, „ein Anlagenteil steckt, das bei Junker in Lammersdorf gegossen wurde.“

Aus der Wirtschaftskrise sei Junker ohne schlimmere Nachwirkungen herausgekommen, doch die sinkende Inlandsnachfrage wie auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise sehe er wie viele andere Unternehmen auch als größten Risikofaktor. Hinzu komme die Sorge um eine mögliche Erhöhung der Gewerbesteuer wie auch die aktuelle Diskussion rund um die Energiewende, die für das Unternehmen neue Unsicherheiten schaffe.

Nach dem kleinen wirtschaftlichen Knick wurde die Zahl der Mitarbeiter nach 2010 auch wieder aufgestockt. Aktuell sind 470 Beschäftigte in Lammersdorf registriert, womit Junker auch den größten Arbeitgeber in der Gemeinde Simmerath darstellt. 30 Auszubildende machen das Unternehmen somit zu einer festen Größe für Jugendliche, die im Bereich Metallverarbeitung als Facharbeiter Fuß fassen wollen.

Einen immer stärkeren Anteil am Exportgeschäft hat der chinesische Markt eingenommen, wie überhaupt Junker 70 Prozent seines Geschäftes außerhalb Deutschlands abwickelt. Die Aufträge liegen zwischen 5000 Euro und fünf Millionen Euro.

Um die Qualität der Produkte zu halten, sind ständige Investitionen am Standort Lammersdorf fester Bestandteil jeder Jahresplanung. Durchschnittlich sind es vier Millionen Euro pro Jahr, die in Gebäude und Fertigungshallen investiert werden. Der weitläufige Gebäudekomplex entlang der Jägerhausstraße wird derzeit wieder stärker vom Unternehmen selbst genutzt; nur ein Mieter befindet sich noch im historischen Teil der Firma.

Auch wenn Junker seit geraumer Zeit auf einer Linie der Stabilität fährt, „dürfen wir uns auf der jetzigen Situation nicht ausruhen“, warnt Markus D. Werner. Etwas mehr Stabilität wünscht er sich auch von der Politik, von der er manchmal den Eindruck gewinnt, dass „wesentliche Dinge“ vernachlässigt würden.

Statt in jedem Jahr über neue Änderungen in der Steuergesetzgebung zu beraten, was für die Unternehmen in der Ausführung einen enormen Aufwand bedeute, bedürfe es aus seiner Sicht eher einer Agenda 2020 als langfristige Orientierungsgrundlage.

Langfristig angelegt ist auch die Unternehmens-Devise bei Junker, die dennoch Jahr um Jahr neu erarbeitet werden muss. Markus D. Werner: „Unser Hauptziel für 2014 ist es, auf Kundenwünsche schnell zu reagieren und innovative Produkte auf den Markt zu bringen.“

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