Ökumenisches Pfarrfest: „Weg durch die Dürre, aber es gibt auch Oasen“

Von: heg
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Aus der evangelischen und katholischen Gemeinde: Die jungen Familien der „Kinderkirche“ feierten mit den Gemeinden den ökumenischen Gottesdienst zum Pfarrfest. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Schon seit vielen Jahren haben die alle zwei Jahre in Roetgen gefeierten ökumenischen Pfarrfeste Tradition. In diesem Jahr war es wieder so weit, es trafen sich die evangelischen und katholischen Gemeinden unter dem Motto „Wir sind gemeinsam auf dem Weg“ zu einigen Stunden geselligen Beisammenseins mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt.

Ein ökumenischer Gottesdienst zum Auftakt des Festes sowie das abschließende Konzert der Tempelsingers am späten Nachmittag fanden in der katholischen Pfarrkirche St. Hubertus statt, dazwischen gab es im Pfarrheim „op de Kerchbröck“ und unter dem schützenden Zeltdach zwischen Kirche und Pfarrhaus ein reges Kommen und Gehen vieler Besucher, die ein von einem Team um Brigitte Palm liebevoll vorbereitetes Angebot genießen konnten.

Nicht nur für das leibliche Wohl war mit Grillstand und Cafeteria, Weinlaube und Getränken gesorgt, ebenso abwechslungsreich war auch die musikalische Unterhaltung. Der erste Auftritt gehörte den jungen Blockflötenspielern und Blockflötenspielerinnen der Grundschule, im Laufe des Tages gaben sich noch die Musikgruppe Weiß-Blau, die Musikvereinigung Roetgen und der Spielmannszug ein Stelldichein.

Im Pfarrheim warteten Playstation-Autorennen auf die Fans von Nico Rosberg & Co, viele weitere Aktivitäten für den Nachwuchs konzentrierten sich auf der Wiese hinter dem Pfarrhaus. Hier waren neben einer Hüpfburg auch Geschicklichkeitsspiele, kreative Angebote wie das Ausprobieren von Musikinstrumenten und das Stockbrotbacken beliebt.

Viele Besucher ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, einmal der Pfarrkirche „auf’s Dach zu steigen“ und vom Kirchturm einen Blick über den Ort und die Umgebung zu werfen.

Zum Teil recht knifflig, weil sehr ins Detail gehend, waren die 20 Fragen, die Kinder und Eltern bei einer Kirchen-Rallye beantworten mussten. Dafür gab es aber auch attraktive Preise für die ganze Familie wie ein gemeinsamen Kinobesuch oder einen Eis-Gutschein für alle zu gewinnen.

Schon gleich nach der Eröffnung erlebte der Bücherbasar im Pfarrheim einen Ansturm von großen und kleinen Interessenten, die sich für wenig Geld mit Lesefutter eindecken wollten. Das Team der „Bücherinsel“ hatte nicht nur zahlreiche gut erhaltene Bücher, sondern auch Spiele und Hörbücher aussortiert, um Platz für Neues zu schaffen. Der Erlös aus dem Verkauf soll zur Finanzierung beitragen.

Die übrigen Einnahmen des Pfarrfestes gehen zu gleichen Teilen an die evangelische und die katholische Gemeinde zur Unterstützung der Gemeindearbeit. Den vom Ökumenekreis vorbereiteten Gottesdienst zum Auftakt des Pfarrfestes feierten der evangelische Pfarrer Wolfgang Köhne und die katholische Seelsorgerin Dr. Marion Behrendt-Höhne mit den Gläubigen beider Konfessionen. Musikalisch wurde er vom Posaunenchor der evangelischen Gemeinde und von Angelika Hoven an der Orgel mitgestaltet.

Zum Thema des Tages „Wir sind gemeinsam auf dem Weg“ merkte Pfarrer Köhne an, dass „Weg“ hier als Metapher für „Zeit“ zu verstehen sei. Beide Kirchen seien im Laufe der Zeit vor die gleichen Probleme gestellt: schwindendes Wissen um Religion, schwindende Akzeptanz in der Öffentlichkeit, sinkende Mitgliederzahlen und damit sinkende Einnahmen zur Erfüllung der Aufgaben.

„Es ist ein Weg durch Dürre, aber es gibt auch Oasen“, erklärte er. Um diese zu erreichen, bedürfe es jedoch in beiden Institutionen grundlegender Reformen, die zwar begonnen, aber nicht zielstrebig und zügig genug umgesetzt würden.

Mit einem weit gefächerten Repertoire wussten die Tempelsingers aus Aachen in einem gut einstündigen Konzert ihre Zuhörer zu begeistern. Beginnend mit einem mittelalterlichen Loblied auf die heilige Dreifaltigkeit über Spirituals und Gospels intonierten sie auch weltliche Stücke wie „Sixteen Tons“, das die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den US-Kohlengruben der 1940er-Jahre beschreibt und Assoziationen schafft zu den heutigen Zuständen in Pakistan oder Bangladesch. Fröhlicher ging es dann zu bei Interpretationen von Melodien der Comedian Harmonists oder der Bläck Fööss, wenngleich auch hier zeitkritische Untertöne gegen Intoleranz und Fremdenhass nicht fehlten. Mit der stimmungsvollen irischen Ballade „You raise me up“ als Zugabe endete ein schönes Konzert zum Abschluss eines gelungenen Tages.

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