Nur in Zentren wird das Bauland teurer

Von: Heiner Schepp
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Vor allem die Neubaugebiete an der Greppstraße befriedigen die Nachfrage nach Bauland in der Gemeinde Roetgen. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Die Bauland- und Grundstückspreise in der Nordeifel haben sich im vergangenen Jahr in der gesamten Nordeifel nicht geändert – mit zwei Ausnahmen: Lediglich in den beliebten Wohn- und Geschäftszentren Imgenbroich und Simmerath wurden im vergangenen Jahr höhere Preise erzielt und gewannen somit das Bauland wie auch Grundstücke mit Wohnbebauung an Wert.

Dies geht aus den nun veröffentlichten Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss der Städteregion Aachen jährlich im Frühjahr vorlegt.

Orientierung für Käufer

Der Bodenrichtwert gibt den im vergangenen Jahr durchschnittlichen gezahlten Quadratmeterpreis für baureifes Land in bebauten Gebieten wieder. Abweichungen eines einzelnen Grundstücks vom Bodenrichtwert in den wertbeeinflussenden Merkmalen und Umständen – wie Erschließungszustand, spezielle Lage, Art und Maß der baulichen Nutzung, landwirtschaftliche Nutzung, Bodenbeschaffenheit, Grundstücksgestalt, insbesondere Grundstückstiefe oder Grundstücksgröße – bewirken in der Regel entsprechende Abweichungen des Verkehrswertes vom Bodenrichtwert.

Wohnungen sind gefragt

Der jährlich fortgeschriebene Wert für einzelne Stadtteile, Dörfer und Ortslagen ist nicht bindend für Grundstücksgeschäfte, dient aber von jeher als Orientierung für Käufer und Verkäufer. Beeinflusst wird er dabei auch von der Zahl der getätigten Grundstücksverkäufe, unterliegt also auch den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage.

Und in der Eifel steigt derzeit eher die Nachfrage nach Wohnungen als nach Bauland. Investoren und Projektentwickler haben diese Zeichen der Zeit erkannt und treiben aktuell größere Wohnungsbauprojekte in allen drei Eifelkommunen voran, hier bevorzugt in den Zentralorten, also Roetgen, Simmerath und für die Stadt Monschau in Imgenbroich.

Wer derzeit in der Nordeifel ein Baugrundstück sucht, wird in aller Regel auch fündig – unabhängig von der Wohnlage und dem entsprechenden Preis. Allerdings herrscht eine größere Nachfrage naturgemäß in den Siedlungsschwerpunkten, also dort, wo eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und verkehrsmäßig guter Anbindung an Mittel- und Oberzentrum gegeben ist.

Schon der erste Blick auf die Tabellen rechts zeigt, wo es Bauwillige aktuell hinzieht: Alle drei Ortsteile von Roetgen sowie Lammersdorf und Simmerath weisen die höchsten Bodenrichtwerte auf, stehen derzeit gerade bei zuziehenden Familien hoch im Kurs, sind aber, wenn man so will, auch das teuerste Pflaster für Ansiedlungswillige in der Eifel.

Während die Werte in der Gemeinde Roetgen dabei auf – für Eifelverhältnisse – hohem Niveau stagnierten, kletterten die durchschnittlich gezahlten Preise in Simmerath nochmals um fünf Euro. Hintergrund sind unter anderem die Verkäufe im Neubaugebiet Lohmühlenstraße, wo die Baugrundstücke aktuell mit 115 Euro/qm (mit Kindern günstiger) vermarktet werden.

Neues Baugebiet

An Bedeutung wieder zugelegt hat für Kaufinteressenten von Baugrundstücken im Bereich der Stadt Monschau die Ortslage Imgenbroich, wo die Preise folgerichtig wieder etwas anzogen, man den Quadratmeter aber immer noch 15 bis 20 Euro preiswerter als in Simmerath und 50 bis 60 Euro günstiger als in Roetgen erwerben kann. Hier arbeitet die Stadt Monschau derzeit an einem weiteren Baugebiet („Knaag/Lindenweg“), das den Wohnungsbaumarkt weiter beleben dürfte.

In der Gemeinde Simmerath wird Bauland neben dem Zentralort vor allem auch in Eicherscheid erschlossen, was ebenfalls am höheren Bodenrichtwert ablesbar ist. In den übrigen Orten beschränkt sich das Angebot weitgehend auf Baulücken, zumeist in privater Hand, wo überdies die Verkaufsbereitschaft nicht immer gegeben ist. Sehr häufig bleiben deshalb die Bodenrichtwerte auch unverändert, weil kaum oder keine Grundstücksverkäufe getätigt wurden. „Preisstabilität bei geringer Verkaufstätigkeit“ nennt der Immobilienmarkt das.

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