Konzen - Nur harmlose Hexereien im Familienwald Konzen

Nur harmlose Hexereien im Familienwald Konzen

Von: rpa
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Silke Bongard (links) kam als „gute Fee” und Karl-Heinz Huppertz, Vorsitzender des Eifelvereins, war der „Venngeist”: Sie begrüßten die vielen Kinder und Erwachsenen zum 1. Hexenfest im „Familienwald Hohes Venn”. Foto: R. Palm

Konzen. Da war mächtig viel los, beim ersten Hexenfest oben im Familienwald Hohes Venn: Da wurde gespielt, gebastelt, gespukt, gelacht, gegessen, gehext. Ein Treffpunkt war auch die Hütte am „Blocksberg”, gebaut aus Zweigen und Ästen, den Weg dorthin markierten große Spinnweben der Vennhexen.

Vor der Hütte saßen die Kinder und lauschten gespannt und aufgeregt den schauerlichen Hexen-Geschichten. Im Familienwald selbst waren „Lagerplätze” eingerichtet, dort konnten sich Kinder und Erwachsene versammeln, um gemeinsam „Glückssteine” zu gestalten und zu bemalen. Großen Zuspruch fand auch die Schminkecke: Mit Farbe und Motiven wurden die Gesichter der Kinder schön bunt und verzaubert. Zudem: Viele Kinder und auch Erwachsene hatten sich wie kleine und große Hexen angekleidet, und auf dem Kopf trugen sie mitunter „Zauber-Hüte” und Flechtwerk aus Reisig.

Walpurgisnacht im Familienwald Hohes Venn: Eifelverein und Familienzentrum (Kindertagesstätte) Konzen haben gemeinsam ein neues Event kreiert, das künftig wohl stets zum Jahresreigen gehören wird.

200 Kinder und Erwachsene mögen es gewesen sein, die zum Familienwald am Rande des Naturschutzgebietes Steinley-Venn gekommen waren, um gemeinsam am Tag vor dem 1. Mai das Walpurgisfest zu feiern. Silke Bongard, die Leiterin des Familienzentrums und Karl-Heinz Huppertz, der Vorsitzende des Eifelvereins, kamen als „Gute Fee” und als „Venngeist” und begrüßten die Gäste zum ersten Hexenfest.

Zum Angebot gehörte eine Rallye mit Brigitte Palm, der Jugendleiterin im Eifelverein, durch den Familienwald, und passend zum Fest eine Waldschrat-Suppe. Die Idee zum Hexenfest lieferte übrigens die Aachener Autorin und Erzählerin Maria Theresia Weinert mit ihrer Sage „Vom Venngeist und der Moorhexe”, nachzulesen in den schönsten Sagen rund um den Eifelsteig.

Verfolgt und gefoltert

Hexentrunk, Hexenfeuer, Hexenfest, Hexenparty: Das ist heute ein großer Spaß. Vergessen ist dabei längst, dass viele Menschen in der gesamten Eifel als „Hexen” verfolgt und qualvoll verbrannt wurden. Besonders schlimm war es in den Jahren zwischen 1560 und 1630. In der Eifel sollen etwa 100000 Menschen als „Hexen” getötet worden sein. Da wurden vor allem Frauen denunziert, gefoltert und gequält bis sie gestanden, eine Hexe zu sein.

Menschen zum Beispiel, die es verstanden, die Heilkräfte der Kräuter zu nutzen, gerieten schnell in den Verdacht, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Die grausame und blutige Spur der Hexenverfolgung in der Eifel hat unter anderem der Publizist Hans-Peter Pracht in seinem Buch „täntze, todt und teuffel” dokumentiert. Ob es auch Verfolgungen und Prozesse im Monschauer Land gegeben hat, ist dem Buch nicht zu entnehmen. Bekannt ist allerdings der „Hexenplatz” zwischen Konzen und Simmerath im Kranzvenn. Der „Hexenplatz” am liegt am Weg, der von Simmerath durch Kallbenden über den Gellert nach Konzen führt, etwa dort, wo der Kranzbach in die Kall mündet. Die kleine Idylle ist eine historische Stätte, der Verkehrsknotenpunkt alter Wege. Die Wege führten von Konzen nach Bickerath und Simmerath, von Eicherscheid ins Venn.

Am Schnittpunkt der Wege, so erzählt es die Sage, trafen sich die Hexen aus den Dörfern ringsum zum Hexentanz. Daher heißt der Ort im Volksmund auch Hexenplatz oder Hexentempel, wie es in Wanderkarten verzeichnet ist.

Heute sind die Wiesen, Wälder und Vennstücke rund um den Hexenplatz ein geschütztes Kleinod der Natur, seltene Vogelarten wie das Braunkehlchen haben im Kranzvenn ihr Brutrevier.
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