Notwasser aus Roetgen fließt für einen halben Tag

Von: P. St.
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Nordeifel. Vor zehn Jahren wurde die Notwasserversorgungsleitung zwischen der Dreilägerbachtalsperre (4,6 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen) und der Perlenbachtalsperre auf Anordnung der Bezirksregierung gebaut.

Die etwa fünf Kilometer lange Leitung soll sicherstellen, dass der Perlenbachverband auch in Notzeiten, etwa bei Trockenheit, die Trinkwasserversorgung seiner rund 50.000 Kunden sicherstellen kann. Erstmalig in Betrieb genommen wurde die damals sieben Millionen Mark teure Leitung bereits 2003.

Ein Test für besonders trockene Zeiten

Am kommenden Donnerstag ist es nun wieder soweit. Nach achtjähriger Ruhezeit wird die Notleitung wieder in Betrieb genommen, aber nur für einen halben Tag.

Sinn der Übung ist es, im Rahmen eines Testlaufes die technische Funktionsfähigkeit des Systems zu überprüfen, denn schließlich muss das Wasser vom Filterwerk in Roetgen bis zum Hochbehälter Lammersdorf-Jägerhaus gepumpt werden.

Wie Derk Buchsteiner, der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach, mitteilte, sei zwar im Moment noch kein dringender Handlungsbedarf im Hinblick auf die Versorgung erkennbar, aber sollte die seit März anhaltende Trockenheit auch in den Sommermonaten unverändert bestehen bleiben, ist es für Buchsteiner wahrscheinlich, dass die Notleitung in Betrieb genommen werden muss. Die schauerartigen Niederschläge in den vergangenen Tagen haben aus wasserwirtschaftlicher Sicht die Situation absolut nicht entspannt, da die Regenfälle in der Vegetation verbleiben und die Wasserläufe erst gar nicht erreichen.

Der Testlauf am Donnerstag erfolge in Absprache mit dem Gesundheitsamt und werde keinerlei Einfluss auf die Wasserqualität haben. Buchsteiner: „Wir betrachten diese Maßnahme als reine Vorsorge, damit wir auf den Ernstfall vorbereitet sind”.

Mit dem Bau der Notwasserleitung war im Jahr 2001 begonnen worden, nachdem die Perlenbachtalsperre im Spätsommer 1999 trocken gefallen war, und in einer unvergleichlich aufwendigen Aktion mit Hilfe von Kilometern von Feuerwehrschläuchen Wasser aus der Oleftalsperre ins Einzugsgebiet des Perlenbachs transportiert wurde.

Mit 750.000 Kubikmetern Fassungsvermögen ist der Perlenbach-Stausee im Vergleich zu anderen Talsperren (Obersee zum Beispiel 18 Millionen Kubikmeter) sehr klein und damit auch anfällig bei extremen Witterungslagen.

Insgesamt betrachtet ist durch das trockene Frühjahr 2011 aber bislang weder ein Versorgungs-Engpass noch eine Notsituation erkennbar. Wie Joachim Lange, beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER) zuständig für die Speicherbewirtschaftung, auf Anfrage erläutert, könne aufgrund des ingesamt niedrigen Pegels in den Gewässern allenfalls von einem „optischen Mangel” die Rede sein.

Es gehöre allerdings zum Wesen eines Speichers, dass dieser mal mehr oder weniger gefüllt sei. Der Betriebsplan des WVER sei darauf ausgelegt, die Talsperren im Winter zu 75 Prozent zu füllen. Lange: „Was danach noch an Niederschlägen fällt, ist aus wasserwirtschaftlicher Sicht nicht mehr wesentlich”.

Derzeit könne der WVER bis in das nächste Jahr hinein eine sichere Zusage geben, dass es zu „keinerlei Einschränkungen” kommen werde. So gebe es auch keinen Anlass, die Bürger zum Wassersparen aufzurufen. „Das würde wegen der geringeren Abnahme nur den Wasserpreis in die Höhe treiben”.

Rückblickend auf die Situation der letzten 100 Jahre bezeichnet Lange nur das Jahr 1921 als kritisch. Von der damaligen Extrem-Trockenheit sei man aber noch „weit entfernt.”
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