Notdienst-Apotheke ist nicht immer ganz in der Nähe

Von: P. St.
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Die Neuregelung des Notdienstes bringt aus der Sicht der Apotheker keine unüberwindbaren Nachteile für die Eifeler Patienten. Foto: dpa

Simmerath. Von der lieb gewordenen Gewohnheit, dass im Notfall immer eine Apotheke in Monschau, Roetgen und Simmerath geöffnet ist, musste sich die Eifeler Bevölkerung ab 2014 verabschieden. Nachdem die Apothekenkammer Nordrhein den Apotheken-Notdienst neu organisiert hat, kann die nächste Notdienst-Apotheke auch schon einmal in 20 bis 25 Kilometer Entfernung liegen.

Der Einzugsbereich ist größer geworden, und von den sechs Apotheken in der Nordeifel werden im Laufe des Jahres jetzt nur noch zwei Drittel aller Notdienste abgedeckt.

Da auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns nach unserer Berichterstattung in Zusammenhang mit der Neuregelung von mehreren Bürgern auf mögliche Versorgungslücken angesprochen worden war, traf er sich nun mit den Apothekern und Vertretern der Nachbarkommunen, um die Kritik zu erörtern und der Frage nachzugehen, was sich tatsächlich für die Bürger ändert.

Otmar Kell, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Simmerath, sagt, dass die Häufigkeit des Notdienstes für ihn und seine Kollegen längst „grenzwertig“ geworden sei, zumal der jeweils 24-stündige Dienst ausschließlich von einem Apotheker und nicht von Angestellten geleistet werden dürfe. Bis zu 50 Dienste pro Apotheker seien da in einem Jahr zusammengekommen, berichtet Kell.

Mit der neuen Regelung und der damit verbundenen Vergrößerung des Radius‘ bis Nideggen, Schleiden und Hellenthal (im vorigen Jahr waren bereits die Aachener Vororte und der Stolberger Süden eingebunden worden) kommen die Eifeler Apotheker nun auf je 30 Notdienst-Tage im Jahr. Das sei im Vergleich zu anderen Regionen immer noch eine sehr hohe Notdienst-Dichte. Die Kollegen in Aachen kämen auf rund zehn Dienste im Jahr.

Die Frequentierung des Notdienstes stellt sich für Kell und seine Kollegen ähnlich dar. An Wochentagen sind es oft nur ein bis zwei Notfälle, am Sonntag können es dagegen bis zu 50 Patienten sein, wobei 40 Prozent ein Rezept mitbringen würden. Somit könne man von 60 Prozent echten Notfällen ausgehen. 10 Prozent der Kunden seien über 65 Jahre, und die überwiegende Zahl der Kunden sei auch mobil.

Für Kell ist auch die Feststellung wichtig, dass es bislang kaum Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben habe.

Auch Roetgens Bürgermeister Manfred Eis wirbt um Verständnis für die Apotheker. Gegenüber dem Vorjahr könne er keine dramatisch schlechtere Entwicklung erkennen, und Hermanns Mertens, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin aus Monschau, verweist darauf, dass es an jeder Apotheke einen Aushang über den Notdienst gebe und man sich zudem ganz aktuell im Internet (www.apothekennotdienst-nrw.de) stets informieren könne.

Schließlich gibt Otmar Kell auch zu bedenken, dass die Interpretation eines Notfalles oft sehr unterschiedlich gesehen werde, was aber nichts daran ändere, dass man als Apotheker im Notfall immer zur Verfügung stehe.

Mit 60 Stunden Öffnungszeit pro Woche und den zusätzlichen Medikamenten-Anlieferungen würden sicherlich die meisten Wünsche abgedeckt. Man sollte daher einmal abwarten wie sich die neue Notdienst-Regelung in der Praxis entwickele.

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