Nostalgie hält Einzug in die Monschauer Altstadtgassen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
15289186.jpg
Das Gesicht der „Monscher Kermes anno dazumal“ in der Altstadt wird in den kommenden fünf Tagen durch renommierte Kleinkünstler wie Gilbert (Flohzirkus und Feuerspucken, re.) und Dr. Marrax (Zauberkunst aus vergangener Zeit) bestimmt. Foto: P. Stollenwerk
15289190.jpg
Werner Feldmann (vorne, re.) und seine Team laden zu einer beschaulichen Runde auf dem Riesenrad ein, das über 100 Jahre alt ist und sich ab heute fünf Tage auf dem Monschauer Marktplatz dreht. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Ungewohnte Lebendigkeit herrscht in diesen Tagen in Monschau, denn längst vergangene Kirmesromantik hält Einzug in die Altstadtgassen. Das fast 120 Jahre alte Riesenrad hat bereits auf dem Marktplatz Position bezogen. Seine Gondeln reichen bis in die Wipfel der alten Linden.

Der Pariser Straßenkünstler Gilbert hat seinen Gaukleranhänger ganz in der Nähe abgestellt. Er wird mit seinen Artisten und Musikanten durch die Straßen ziehen und die Menschen bei der „Monscher Kermes anno dazumal“ in Staunen versetzen.

Beim Schlendern durch die historische Altstadt ist die ungewohnte Atmosphäre und Vorfreude geradezu spürbar. Das sollte bei der „Monscher Kermes“, die ab heute fünf Tage lang gefeiert wird, ja eigentlich immer so sein, aber das Gegenteil war der Fall. Weil die „Kermes“ in der Versenkung zu verschwinden drohte und kaum noch Resonanz in der Bevölkerung erfuhr, zogen einige Bürger aus Monschau die Reißleine und leiteten einen radikalen Kurswechsel ein.

Initiator der „Monscher Kermes anno dazumal“ ist die „Monev Monschauer Event gUG“. Mit deren Unterstützung soll das traditionelle Schützenfest der Bürgerschützen Montjoie 1361 eine vollkommen neue Note erhalten und eingebunden werden in eine Kirmes mit historischen Fahrgeschäften wie Pferdekarussell und Schiffschaukel. Bei der „Monscher Kermes anno dazumal“ vom 8. bis 12. September soll die gesamte Altstadt zum Schauplatz einer Reise in die Vergangenheit werden.

Fahrgeschäfte aus der vorletzten Jahrhundertwende, Feuerspucker und Wahrsagerin sollen neben einer originalen Kirmesorgel aus Holland und einem Kettenkarussell an „Richters Eck“ die Gäste aus nah und fern verzaubern.

Schießbude aus dem Jahr 1930

Gaukler bewegen sich durch die Stadt und haben Auftritte auf einer kleinen Bühne vor dem Roten Haus, und auch der „stärkste Mann aus Luxemburg“ hat sein Erscheinen angekündigt. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt – alles im Stil und in der Optik von gestern. Und selbstverständlich darf beim Schützenfest auch eine historische Schießbude aus dem Jahr 1930 nicht fehlen. Verbunden mit diesem nostalgischen Angebot ist die Hoffnung, dass sich die „Monscher Kermes anno dazumal“ in Zukunft als neue Touristenattraktion einen Namen macht.

Insgesamt 35 große und kleine Attraktionen sind im historischen Stadtbild zu bestaunen. Der Pariser Straßenkünstler Gilbert hat die Kontakte zu anderen Künstlern hergestellt, sein Netzwerk aktiviert und wird natürlich auch selbst auftreten. Gilbert, der seit seinem 13. Lebensjahr die Straßenkunst lebt, hat eine ganz besondere Beziehung zu Monschau, lebte er doch 17 Jahre lang in Konzen. „Monschau ist noch ein bisschen meine Stadt“, lächelt der 65-Jährige, der seit seinem Eintreffen Mitte der Woche schon viele alte Bekannte getroffen hat. Gilbert ist begeistert von der neuen Idee und dem enormen Engagement der Initiatoren. „Normalerweise müsste dieses Konzept in der Monschauer Altstadt aufgehen“, sagt Gilbert.

„Leute lieben den Charme“

Vom Standort Monschau ist auch Werner Feldmann aus Hennef überzeugt, der mit seinem Team gerade das Riesenrad aufbaut. Mit 13,50 Metern Höhe passt die bunte Jahrmarktsattraktion (Baujahr 1899 bis 1903) perfekt in die Fachwerkkulisse des Marktplatzes. Feldmann ist Spezialist für nostalgische Fahrgeschäfte, und der Aufbau des Riesenrades zog schon viele Neugierige an.

Die originalgetreue Technik läuft auch nach über 100 Jahren Gebrauch noch wie geschmiert. „Die Leute lieben den Charme und das Flair der alten Fahrgeschäfte“, sagt Feldmann, der darauf hofft, dass viele Familien in den kommenden Tagen (eine Fahrt kostet 2,50 Euro) in die Vierer-Gondeln einsteigen und ebenso das Wetter mitspielt.

Bei der Fahrt kann man dann auch den unverwüstlichen Schleifringmotor bestaunen, und eine Straßenbahnschaltung reguliert das Drehtempo. Hereinspaziert: Monschau hat mal wieder etwas Besonderes zu bieten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert