Normalität meldet sich langsam zurück

Von: Ernst Schneiders
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Es rollt wieder: Die meisten Straßen sind frei, so dass Busse und Lkw wieder fahren können. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. In Roetgen gibt es vorerst die Frühstückseier ohne Salz, das wird zum Streuen auf den Straßen benötigt. Denn die Gemeinde hat bereits vor dem Fest wissen lassen, dass die Silos leer sind.

Seitdem leidet Roetgen unter Lieferengpässen, wie auch die Gemeinde Simmerath, die ihre Lehren aus dem vergangenen Winter gezogen und sich mit 260 Tonnen Salz bevorratet hat, wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns noch vor Weihnachten mitteilte. Trotz des sparsamen Umgangs mit den Vorräten und wegen der neuerlichen Nachschubprobleme sei aber damit zu rechnen, dass diese Vorräte noch vor dem Jahreswechsel aufgebraucht seien.

All diese Probleme hat Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau, derzeit nicht. Am Tag vor Heiligabend nämlich wurden per Lkw 100 Tonnen Streusatz heran gekarrt. Mehr als eine Woche habe man auf diese Lieferung gewartet und werde nun „pfleglichst” damit umgehen, so die Verwaltungschefin, die einräumte: „Wenn die Vorräte zur Neige gehen, wird man schon ein wenig nervös.”

Fahrzeuge ausgefallen

Während sich Margareta Ritter über 100 Tonnen freut, stellt Klaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath in Rollesbroich, fest, dass die Vorräte auf „nur noch 100 Tonnen” zusammengeschrumpft sind. Auch wenn sich, so Dollmann, die Lage an der Schneefront zum Wochenbeginn etwas entspannt hat, müssen dennoch, wie auch immer, die Hauptverkehrswege in der Eifel freigehalten werden, und dazu zählt nicht nur die B258.

Dass vom 24. bis 27. Dezember kein Streusalz geliefert würde, wusste Klaus Dollmann. Wann er welches bekommt, weiß er nicht. Dass er aber höchstens zwischen 25 und 50 Tonnen bekommt, wenn er etwas bekommt, das weiß er dann wieder. Hinzu kommt, dass einige etwa 15 Jahre alte Einsatzfahrzeuge bei der Dauerbelastung in den vergangenen Tagen „in die Knie gegangen” sind. Dollmann: „Ich habe mich schon gewundert, dass die überhaupt so lange durchgehalten haben. Aber irgendwann war Ende, und Ersatzteile waren über Weihnachten nicht zu bekommen.”

Heute hofft auch Hans-Peter Mingers seine Lieferengpässe an der Tankstelle in Imgenbroich abhaken zu können. Diesel gibt es seit Tagen nicht und auch Super-Benzin war Sonntagabend aus. Es gab am Montag nurmehr Super-Plus, aber auch das reiche wohl kaum über die Nacht.

Allerdings war für Montagabend ein Tanklastzug aus Duisburg angekündigt. Damit seien die Treibstoffprobleme in der Region fürs Erste gelöst, freut sich Mingers, Probleme, die es anderswo angeblich nicht gegeben hat. Denn sowohl die Tankstelle Huppertz in Konzen wie auch die Total-Tankstelle an der Bundesstraße in Roetgen betonten, für jeden Bedarf stets etwas im Zapfhahn gehabt zu haben.

Normalität nach dem Jahrhundert-Schnee zu Weihnachten kehrt allmählich in den Personennahverkehr ein. Laut Karlheinz Huppertz, Leiter des Regiocenters in Aachen, fährt der RVE „da, wo es geht”, nachdem sich am 24. und 25. Dezember kein Rad bewegt hatte. Auch am Montag noch war der Betrieb nur mit Einschränkungen möglich. Huppertz: „Die Nordeifel ist noch relativ gut dran. Im Kreis Düren haben wir wesentlich mehr Probleme.”

Ambulanz hatte „gut zu tun”

„Gut zu tun” hatte die Notfallambulanz der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath am Weihnachts-Wochenende. Stauchungen, Prellungen, Blutergüsse und auch einige Frakturen seien wohl dabei gewesen. Nicht mehr als an einem vergleichbaren Winterwochenende, aber wohl doch mehr als an früheren Weihnachtsfeiertagen, so Dr. Julia Schädler. „Allerdings”, so die Notfallmedizinerin, „sind das auch gefühlte Werte von Kollegen.” Mit exakten Zahlen konnte sie nicht aufwarten.

Konkrete Zahlen gibt es auch nicht von der Polizei, nur soviel: Die Verkehrslage hat sich mangels Neuschnee spürbar entspannt. Derzeit sind die Ordnungshüter mit Schneelawinen und Eiszapfen befasst. Beides droht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt von den Dächern zu stürzen. Damit nicht irgendwer oder irgendwas getroffen wird, muss vorgesorgt werden. Die Beamten verweisen zunächst an die zuständigen Ordnungsämter der Kommunen und im Notfall an die Feuerwehren.

„Die Hausbesitzer haben Vorsorge zu treffen. Allerdings sollten sie nicht selber aufs Dach klettern und sich in Gefahr bringen, sondern in den Gelben Seiten nachschauen und einen Dachdecker bestellen”, rät Sandra Schmitz von der Pressestelle im Aachener Polizeipräsidium.

Die Dachlawinen dürften in den nächsten Tagen in der Tat ein Thema werden, denn wie unser Eifel-Wetterfrosch weissagt, wird es etwas milder, zeitweise sogar über null Grad.
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