Hürtgenwald - Noch mehr Windräder für Hürtgenwald?

Noch mehr Windräder für Hürtgenwald?

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
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In der Gemeinde Hürtgenwald geht es mal wieder um die Windkraftanlagen. Sieben Räder drehen dort derzeit ihre Flügel und produzieren Energie, die nicht subventioniert wird. Ob weitere Anlagen hinzukommen, muss der Rat entscheiden.

Hürtgenwald. Sehr kontrovers werden Diskussionen immer dann, wenn es in einer Gemeinde um die Aufstellung von Windrädern geht. So auch in Hürtgenwald. Für die einen bedeuten die Anlagen eine schlimme Verschandelung der Natur. Andere sehen darin eine saubere Alternative zu konventioneller Stromerzeugung.

Die Flügel drehen sich seit mehreren Jahren in den Ortsteilen Brandenberg und Vossenack. In Brandenberg produzieren drei Windkraftanlagen Strom, in Raffelsbrand bei Vossenack sind es vier. Der Rat der Gemeinde Hürtgenwald muss demnächst entscheiden, ob die vorhandenen Räder gegen größere ausgetauscht werden und ob auf beiden Gebieten zusätzliche Räder aufgestellt werden.

In der jüngsten Ratssitzung wurde Bürgermeister Axel Buch beauftragt, ein Gutachten erstellen zu lassen, damit die Ratsmitglieder am Ende eine mit viel Sachkenntniss unterfütterte Entscheidung treffen können. Drei Gutachter haben ein Angebot eingereicht, es müsse jetzt entschieden werden, „welchen Gutachter wir nehmen”, so Bürgermeister Axel Buch. Mit einem Ratsbeschluss sei vor Sommer nicht zu rechnen.

Unterdessen haben die Christdemokraten in ihrem jüngsten „CDU Report” die Bürger um ihre Meinung gebeten und auch gleich einige Argumente mitgeliefert. Gewerbesteuer- und Pachteinnahmen können „in nicht unerheblicher Höhe erzielt werden”. Schön aussehen würde es allerdings nicht, und richtig erholen könne man sich auch nicht in der Nähe einer solchen Anlage. Außerdem: „Unsere Gemeinderat hat nicht die Aufgabe, das Weltklima zu retten oder das Weltenergieproblem zu lösen.”

Reagiert hat Dr. Rainer Wiertz vom Verein „Regenerative Energien Hürtgenwald” (REH), der mit vielen guten Argumenten für eine Ausweitung plädiert. Und: Windkraft sei entgegen anderslautenden Meldungen der preiswerteste Strom, „der schon seit vielen Jahren nicht mehr subventioniert wird”. Von ihrer Anlage her seien zudem ländliche Kommunen eher in der Lage, regenerative Energien zu erzeugen.

Außerdem teilt der Verein REK mit: „Der Wind ist für die Eifeler wie ein Bodenschatz zu sehen, der nicht einmal endlich ist.” Die Gemeindekasse und das Klima würden profitieren. Und was die Schädigung des Landschaftsbildes betreffe, so schädige der Braunkohletagebau die Landschaft deutlich mehr. Die erste Windkraftanlage in Hürtgenwald wurde übrigens vom Verein REH initiiert und ist eine Bürgeranlage, bei der sich damals jeder Bürger mit einem Beitrag ab 200 DM beteiligen konnte.

Was bei der CDU noch offen ist, haben Sozialdemokraten und Grüne für sich längst entschieden. Betreiber von Windkraftanlagen hätten sich in Brandenberg schon gemeldet, teilte Ortsvorsteher Rainer Polzenberg, der auch Fraktionschef der SPD im Rat von Hürtgenwald ist, mit. Und gegen die Aufstellung einer weiteren Anlage auf dem Gebiet von Brandenberg „hätte meine Fraktion nichts einzuwenden”.
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