Noch keine Lösung für die Wassermassen im Wohngebiet

Von: ag
Letzte Aktualisierung:
10146653.jpg
Die Anwohner brauchen weiter Geduld: Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Foto: Stock/ imagebroker

Roetgen. Die Bewohner des Wohngebiets Muerenbruch/Im Dorf in Roetgen müssen sich weiter in Geduld üben. Eine Lösung für die Wassermassen, die das Wohngebiet bei Starkregen regelmäßig überfluten, ist noch nicht gefunden.

Der Betriebsausschuss der Gemeinde sollte am Dienstagabend eigentlich über die Umsetzung des vom Ingenieurbüro Achten und Jansen entwickelten Entwässerungskonzepts entscheiden, daraus wurde aber nichts. Im März hatte der Betriebsausschuss das Konzept abgelehnt und sich stattdessen für mehrere Punkte eines Alternativantrags der UWG ausgesprochen. Die waren teilweise aber rechtlich beziehungsweise technisch nicht umsetzbar. Die SPD hatte dann beantragt, schnellstmöglich erneut über das Konzept des Ingenieurbüros abzustimmen. In der Sitzung am Dienstagabend legten CDU und UWG gemeinsam erneut einen alternativen Beschlussvorschlag vor.

Das brachte Klaus Onasch (SPD) auf die Palme. Er fühlte sich „an die schlimmsten Zeiten des Schulneubaus erinnert“. Er sprach von einer „abenteuerlichen Vorgehensweise“ und einer „Unverschämtheit“. Es könne nicht sein, dass kurzfristig ein Papier vorgelegt würde, das weder die Verwaltung kenne noch einer der anderen politischen Vertreter. Außerdem habe es keine technische Prüfung der Vorschläge gegeben. „Das ist keine Art und Weise, Politik hier im Ort zu machen“, sagte Onasch und forderte, nicht über diesen Antrag abzustimmen.

Bernd Vogel (CDU) hatte eine Chronologie aufgestellt, die die Entwicklung und den Umgang mit dem Wasserproblem seit dem Jahr 2004 zum Inhalt hatte und die er detailliert vortrug. Das Problem sei längst bekannt gewesen, erklärte Vogel. Er erinnerte an die Aktion einer Privatinitiative, an der er auch beteiligt war und die in dem betroffenen Gebiet in diesem Jahr illegalerweise kurzfristig für Abhilfe gesorgt hatte. Diese Vorgehensweise war von der Unteren Wasserschutzbehörde untersagt worden. Die Lösungsvorschläge der CDU und der UWG würden auf den Erkenntnissen dieser Privatinitiative und von Fachleuten aufbauen, sagte Vogel.

Auch Silvia Bourceau zielte in diese Richtung. Was von verschiedenen Behörden seit Jahren versprochen wurde, müsse nun endlich umgesetzt werden. „Eine weitere Verunsicherung der Bürger ist nicht tragbar“, sagte sie. Wichtig sei, schnell eine Lösung zu finden und nicht Anträge hin und her zu schreiben.

Für Christa Heners (Grüne) war die Frage wichtig, ob die Gemeinde Dinge versäumt habe. Schließlich trage die Allgemeinheit die Kosten, während wenige Eigentümer profitieren würden. Wenn der Gemeinde Versäumnisse vorzuwerfen seien, dann stehe sie natürlich in der Pflicht.

Fast zwei Stunden lang wurde im Ausschuss diskutiert, es wurde nach Schuldigen gesucht und ein Vertreter des Ingenieursbüro gehört. Der Ausschuss war aber nicht in der Lage, einen Beschluss zu fassen. Bei beiden Beschlussvarianten wäre das Einverständnis eines Grundstückbesitzers nötig gewesen, auf dessen Eigentum für die Umsetzung – je nach Konzept –eine Rigole gebaut oder ein Graben gezogen werden müsste. Eine schriftliche Zusage des Eigentümers hatte es bislang nicht gegeben, alle Beteiligten hatten aber damit gerechnet. Kurz vor der Sitzung hatte der Eigentümer dann mitgeteilt, dass er seine Einwilligung nicht erteilen würde.

„Bis gestern war das Einverständnis zu erwarten, heute haben wir eine andere Situation“, stellte Jorma Klauss (SPD) fest. Damit sei keines der beiden Konzepte umsetzbar und es müsse über ein weiteres, alternatives Konzept nachgedacht werden. Die Erarbeitung sei aber nicht Aufgabe des Ausschusses, sondern der Verwaltung. Dabei sei nicht auszuschließen, dass Punkte aus den vorliegenden Konzepten Berücksichtigung fänden. Die Frage der Verantwortlichkeit der Gemeinde sei bereits im Herbst diskutiert worden. Damals sei eine Verpflichtung auch ohne rechtliche Prüfung anerkannt worden. Es handele sich eher um eine moralische.

Silvia Bourceau schlug als nächsten Schritt, bevor weitere Planungen erfolgen, ein kurzfristiges Treffen mit dem Eigentümer, dem Ingenieurbüro und jeweils einem politischen Vertreter vor. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Ausschussmitglieder.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert