Noch großes Pensum vor sich: Zehn Jahre Zukunftsinitiative Eifel

Von: Gudrun Klinkhammer
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Am Freitag feierten Vertreter von acht Landkreisen, 52 Kommunen, sieben Wirtschaftskammern, der Städteregionen Aachen, Trier und Koblenz sowie der Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens unter dem Motto „bewegen, bewirken, begeistern“ die Zukunftsinitiative Eifel. Foto: Klinkhammer

Heimbach. Kaum ein Landstrich ist so eigenwillig wie die Eifel. Ein abgelegenes Randgebiet, in der Vergangenheit auch als „Preußisch Sibirien“ bekannt. Verstreut liegen die unzähligen Dörfer und Weiler auf Höhen und in Tälern, die Menschen sind eher vorsichtig Fremden gegenüber, und das nicht ohne Grund. Viele Kriege wurden in den vergangenen Jahrhunderten auf dem Boden der Eifel ausgetragen. Das prägte die Einwohner. Kamen Fremde, gab es Ärger.

Um die Eifel mit all ihrer Schönheit und ihrer Einzigartigkeit voran zu bringen, gründeten vor zehn Jahren acht Landkreise, 52 Kommunen, sieben Wirtschaftskammern, die Städte Aachen, Trier und Koblenz sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens unter dem Motto „bewegen, bewirken, begeistern“ die Zukunftsinitiative Eifel.

Am Dienstagmorgen feierten die Verantwortlichen das Jubiläum im Jugendstilkraftwerk in Heimbach. Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren und Präsidiumsmitglied der Zukunftsinitiative Eifel, sagte in seiner Ansprache: „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Netzwerkarbeit betrieben, um zu zeigen, welches Potenzial in der Eifel steckt. Doch wir dürfen uns nicht zurücklehnen und uns ausruhen, sondern müssen sehen, dass wir die Eifel weiter nach vorne bringen. Wir haben noch ein gewaltiges Pensum vor uns und die finanziellen Ressourcen sind knapp, doch gibt es auch noch ein ungeheuer großes Potenzial.“

Als kulturell beachtenswerter Landstrich sei die Region zum Beispiel durch das Kammermusikfestival „Spannungen“ ein Begriff. Auch als Wanderland habe sich die Eifel in den vergangenen Jahren, etwa durch die Einrichtung des Eifel-steigs, einen ausgezeichneten Namen gemacht. Spelthahn: „Und auch das lukullische Angebot ist nicht zu verachten.“ Entscheidend seien jedoch nicht die ganzen Einzelpunkte, darauf wies Spelthahn hin, sondern der „Geist der Zusammenarbeit“, der aus diesen einzelnen Bausteinen erwachsen sei.

Heinz-Peter Thiel, Landrat des Kreises Vulkaneifel und Präsident der Zukunftsinitiative, bemerkte: „Wir sind erwachsen geworden und feiern das Jubiläum im Jugendstilkraftwerk, dort, wo die Elektrifizierung der Eifel und somit die Moderne für diese Region vor mehr als 100 Jahren begann.“

Ziel der Zukunftsinitiative war es von Anfang an, im Zuge der Vernetzung eine Kommunikationsplattform für Themen und Strategieprozesse der Region zu schaffen. Aus diesem Grand findet einmal pro Jahr die Eifelkonferenz mit allen Repräsentanten der Initiative statt. 2011 wurde zudem eine Bürgermeisterkonferenz ins Leben gerufen, bei der die Kommunalpolitiker der Region die Möglichkeit haben, sich zu vernetzen, sich zu informieren und mögliche Projekte anzustoßen. Zudem wurde mit dem „Eifel-Award“ seit 2009 eine Auszeichnung geschaffen, mit der Unternehmen, Institutionen und Menschen für ihr Wirken um den Eifel-Ardennen-Raum gewürdigt werden.

Viel Anerkennung fand ein Film mit Luftbildaufnahmen, den die Jungunternehmer Taha Derambakhsh (18 Jahre) und Lennard Döllefeld (17 Jahre) aus Düsseldorf mit einer Fotodrohne von charakteristischen Eifelorten drehten.

Zu einer Talkrunde fanden sich nach den Ansprachen unter anderem Oliver Paasch (Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens), Helmut Etschenberg (Städteregionsrat der Städteregion Aachen) und Dr. Hans-Joachim Güttler (Vorsitzender Arbeitskreis Spannungen). Sie berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem rauen Landstrich. Für die Musik während der Feierlichkeiten sorgte die Big Band des Gymnasiums am Wirteltor.

Die Moderation oblag Robert Esser, Redakteur unserer Zeitung.

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