Noch 590.000 Euro für die Schulsanierung

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Am Ende wurde im Gemeinderat etwas von Erleichterung spürbar, dass bei der Sanierung der Grundschule wohl die letzte Klappe gefallen war.

Bürgermeister Manfred Eis sprach am Ende der Sondersitzung wohl den meisten aus der Seele: „Ich hoffe, dass wir uns an diesem Ort nicht noch einmal mit diesem Thema befassen müssen.” Zuvor hatte der Rat bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der UWG das Budget auf 7,1 Millionen Euro angehoben, auf den ohnehin satten Nachschlag von 490.000 Euro also noch 100.000 Euro draufgepackt.

Architekt Ulf Wimmers und Projektsteuerer Alexander Pauls hatten sachlich dargelegt, wie das Raumprogramm letztendlich aussehen wird, was im Budget fehlt und was noch an Ausgaben ansteht, darunter knapp 130.000 Euro für Möblierung und Einrichtung.

Als Pauls bei seinem letzten Auftritt als Projektsteuerer (er wechselt den Arbeitgeber) einen dicken Strich unter die Rechnung machte und die Zahlen addierte, standen mehr als die in der Ratsvorlage genannten sieben Millionen Euro auf dem Zettel, und um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen und das Thema endlich zu Ende zu bringen, schlug Bürgermeister Eis den weiteren Nachschlag vor. Wimmers und Pauls versicherten hoch und heilig, dass finanziell weiter nichts mehr auf die Gemeinde zukomme.

Die Diskussion verlief weitgehend emotionslos, bis SPD-Fraktionschef Klaus Jörg Onasch dann doch noch politisch wurde. Er geißelte den „Rechtfertigungsversuch” der damaligen Jamaika-Koalition. Man könne der ehemaligen Ratsmehrheit nicht vorwerfen, dass Baustoffe im Laufe der Jahre teurer geworden seien.

Allerdings zementierte der Sozialdemokrat seine Kritik daran, dass diese Ratsmehrheit sich gegen viele politischen und pädagogischen Warnungen und Widerstände im Ort mit diesem Architekten auf dieses Riesenprojekt festgelegt habe. Dabei sei längst nicht mehr die seinerzeit geplante Schule im Bau.

Nur mit einem ständigen Streichkonzert sei es gelungen, das ursprünglich auf sechs Millionen Euro gedeckelte Budget nicht noch mehr aus dem Ruder laufen zu lassen als das ohnehin aktuell der Fall sei.

Schule „nur ein Alibi”

Der Begriff „Verantwortung” zog sich auch wie ein roter Faden durch den Vortrag der UWG-Fraktionsvorsitzenden Silvia Bourceau, die CDU, Grüne und FDP aufforderte, endlich die politische Verantwortung für die von ihnen verursachte Situation zu übernehmen. Der damaligen Ratsmehrheit sei es nicht vorrangig um die Schule gegangen.

Sie habe sich mit dem 4,8 Millionen Euro teuren Bürgersaal ein Denkmal setzen wollen. Erst nach Fertigstellung des Neubaus habe sich die damalige Jamaika-Koalition der Schule zugewandt. Bourceau: „Sie haben noch gar nichts für die Schule geleistet. Sie kennen die Schule nicht einmal. Die Schule war für Sie immer nur ein Alibi für den Bürgersaal!”

Stephan Speitkamp, der den Part des verhinderten Fraktionsvorsitzenden Michael Seidel übernahm, verwies die Kritik in Bausch und Bogen ins Reich der Fabeln und Legenden. Auch habe niemand vor der Presse einen Rechtfertigungsversuch gestartet.

Die CDU und ihre damaligen Koalitionspartner seien es nur leid, von SPD und UWG immer wieder als diejenigen hingestellt zu werden, die das finanzielle Dilemma der Gemeinde wegen der Schulbaus zu verantworten hätten. Jeder wisse, dass Roetgen wie andere Gemeinden seit Jahren unter strukturellen Defiziten leide. Der Schulbau belaste die Gemeindekasse jährlich mit lediglich 350.000 Euro. Speitkamp: „Das ist die Zahl, über die wir hier reden.”
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