Niedriger Wasserstand des Rursees gibt außergewöhnliche Einblicke frei

Von: ale
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Vom Badestrand Eschauel ist Mo
Vom Badestrand Eschauel ist Moment nicht viel zu sehen. Stattdessen sieht man die Grundmauern des einstigen Bauernhofes Hilgers im Rursee. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt/Eschauel. Der extrem niedrige Wasserstand des Rursees macht es möglich: Das stetig sinkende Gewässer gibt immer neue Einblicke frei.

Über Jahre verschollener Müll kommt ans Tageslicht, ebenso Inseln, Felsen und Talauen, aber auch die Grundmauern von Bauernhöfen, die hier bis vor rund 80 Jahren noch standen, zeigen sich noch einmal.

Zu dieser Zeit wohnten auch im Rurtal bei Eschauel noch Menschen. Mehrere Bauernhöhe standen hier, als in den 1930-Jahren die Rurtalsperre Schwammenauel gebaut und die Rur angestaut wurde. Damit war das Schicksal der Menschen, in der Nähe des Flusses lebten, besiegelt. Für die einen bedeutete der Talsperrenbau eine sichere Arbeitsstelle, für die anderen brachte er die zwangsweise Umsiedlung mit sich.

Ausgedehnte Talwiesen und gutes Ackerland hatten den Landwirten seit Jahren eine Lebensgrundlage geboten. Als das Wasser kam, mussten die Familien ihre Heimat für immer verlassen, sie wurden umgesiedelt, sie fanden in Schmidt ein neues Zuhause oder siedelten sich im Dürener und Euskirchener Raum an.

Der erste urkundlich erwähnte „Hof Eschauel” hat bereits im 15. Jahrhundert in dieser Talebene gestanden. Er war ein für damalige Eifeler Verhältnisse reiches Gut mit 200 Rheinischen Morgen Land, hat der Schmidter Hobby-Geschichtsforscher Wolfgang Offermann herausgefunden.

Die Grundmauern, die jetzt aus der Tiefe des Rursees aufgetaucht sind, gehörten zum Haus einer Familie Hilgers, das vor rund 80 Jahren abgerissen wurde. Es handelte sich um ein stattliches Fachwerkhaus, erbaut im Jahre 1844.

Zurzeit ist der Rursee nur halbvoll. Wenn man jetzt am Ufer bei Eschauel einen Spaziergang macht, kann man trockenen Fußes auf die kleine Insel „Rieseberg” gelangen. Der „Sonnenstrand Eschauel” liegt weit oben am Waldrand und scheint mit dem Rusee nichts mehr zu tun zu haben.

Aber auch an vielen anderen Stellen des Rursees bietet der niedrige Wasserstand jetzt außergewöhnliche Blickfänge. Die Woffelsbacher Bucht lässt bereits trockenen Fußes durchqueren, und auch im Bereich Fuchsloch bei Rurberg lassen sich inzwischen die spärlichen Überreste einstiger Bauernhöfe erkennen.
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