Monschau - Nichts ist nur so, wie es zu sein scheint

Nichts ist nur so, wie es zu sein scheint

Von: avl
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Während der Ausstellungszeit
Während der Ausstellungszeit im Monschauer Aukloster, nutzt der Aachener Künstler Karl von Monschau den Kreuzgang in der Woche auch als inspirierendes Atelier. Foto: van Londen

Monschau. Erfrischend gegensätzlich zur ansonsten sommerlich, touristisch geprägten Eifelperle, empfängt der alt-ehrwürdige Kreuzgang des Monschauer Auklosters derzeit seine Besucher.

Wer „Das Kreuzgangrätsel: Rebus ohne Auflösung”, so der Titel der aktuellen Ausstellung des Aachener Künstlers Karl von Monschau besucht, taucht gleich beim Betreten der temporären Arbeits- und Ausstellungssituation in eine zutiefst meditative, ja klerikale Atmosphäre ein. Gregorianische Choräle plätschern unaufdringlich aus Lautsprechern und unterstreichen das Ansinnen des Künstlers, die Aufmerksamkeit der Betrachter ganz auf die Kunstwerke und deren Wirkung auf sich selbst zu fokussieren.

„Bilder sind ja irgendwie auch rätselhaft”, so von Monschau über seine abstrakten Arbeiten. Nichts, was er im Kreuzgang des Auklosters zeigt, ist nur das, was es auf Anhieb scheint. Alles besitzt hinter der meist klaren Oberfläche, mehrere unterschiedliche Ebenen, die erst entdeckt und verstanden werden wollen. Bei seinem Gemälde „Rebus ohne Auflösung” hat der Künstler bei genauerem Hinsehen beispielsweise Zeitungsschnipsel eines Zeitungsartikels über das Guggenheim-Museum eingearbeitet.

„So beginne ich gerne eine Arbeit, um mir selbst die Angst vor dem weißen Blatt Papier zu nehmen”, verrät von Monschau. Bei einem weiteren Bild hat er das bekannte Picasso-Bild „Hummer mit Katze” verarbeitet. Seit 2007 übermalte er es unzählige Male und griff die daraus entstandenen Formen und Strukturen auf, entwickelte sie weiter, bis es endlich fertig wurde. Bei einem weiteren Bild, spielt von Monschau mit dem bekannten Satz „Sator arego tenet opera rotas” der bei Ausgrabungen des alten Pompejis ans Tageslicht fand.

Das so genannte Sator-Quadrat, ist ein Satzpalindrom, das man als Magisches Quadrat horizontal und vertikal, vorwärts und rückwärts lesen kann. Ein weiteres Symbol begegnet dem Ausstellungsbesucher immer wieder: Der Ring. Doch was für den Betrachter wie ein einfaches, leicht verständliches geometrisches Element aussieht, hat für Karl von Monschau weit vielschichtigere Hintergründe. „Die unterschiedlichen Ausarbeitungen beziehen sich auf den Landoltring, ein Normsehzeichen für Sehtests, das für die Messung der Sehschärfe vorgeschrieben ist.”

Bei aller Leichtigkeit, lebensbejahenden und fröhlichen Farben, vordergründig einfachen und klaren Formen, nehmen kryptographische Elemente einen ganz besonderen Raum bei seinen Arbeiten ein. Manchmal sind sie nicht zu übersehen, ein anderes Mal scheinen sie leise verborgen und warten auf Entdeckung.

In erster Linie emotional

Manche seiner Bilder entstehen in wenigen Stunden, andere entwickeln sich über Jahre hinweg. Seine weitere Vorgehensweise ist in erster Linie emotional. Auch die Trägermaterialien spielen eine wichtige Rolle. Gerne nutzt von Monschau beispielsweise alte Hängeregister für Baupläne. Normales Papier wird im Vorfeld mit weißer Kreide und Hasenleim zu einer Leinwand verdichtet.

Was er oft in Acryl beginnt, wird nach vielen weiteren Arbeitsschritten, im Finishing gerne noch großzügig eingeölt. Mit Leinöl und Pigmenten. „Wenn mich ein Thema interessiert, arbeite ich gerne in Serien, so der in Monschau geborene Künstler. Dabei sind ihm technische Fragen immer wieder echte Herausforderungen. „Kann man Acryl direkt unter Ölfarbe bringen? Passt Frottage direkt neben Grattage?

Neben seinem kompromisslosen und vielschichtigen Schaffen, trägt letztendlich auch seine noch funktionstüchtige Unsicherheit hinsichtlich seiner Arbeiten dazu bei, das Karl von Monschau ein erstzunehmenden und visionärer Künstler ist, der zweifelsohne zu der ersten Liga in der Region gehört. Die Ausstellung: Das Kreuzgangrätsel: Rebus ohne Auflösung” ist im Aukloster zu Monschau noch bis Mittwoch, 15. August zu sehen.

Öffentlicher Zugang in den Kreuzgang, den der Künstler im gesamten Zeitraum auch als Atelier nutzt, ist an den Wochenenden zwischen 12 und 18 Uhr.
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