Nicht überall darf eine Asphaltdecke auf den Ravel-Radweg

Von: rpa
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An der Vennbahntrasse zwischen
An der Vennbahntrasse zwischen Lammersdorf und Kalterherberg ruhen die Arbeiten immer noch. Am Monschauer Bahnhof erobert die Natur das vorbereitete Gelände bereits zurück. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Derzeit tut sich nichts auf dem Vennbahn-Radweg zwischen Lammersdorf und dem Bahnhof in Kalterherberg: „Die Arbeiten ruhen”, bedauerte Manfred Strang, bei der Städteregion Aachen zuständig für das Projekt, nun im Monschauer Wirtschaftsausschuss. Dabei, so betonte er, soll die Ravel-Route im Teilstück Lammersdorf bis Bahnhof Kalterherberg (15,7 km) bis zum Jahresende fertig sein.

Der Grund dafür, dass die Arbeiten derzeit eingestellt sind: Die Bauarbeiten wurden europaweit ausgeschrieben. Einer der Anbieter hat bei der Vergabekammer in Köln ein Nachprüfungsverfahren beantragt, nun müssen die Angebote neu bewertet werden.

Derzeit, so Manfred Strang, sei noch nicht abzusehen, wann denn der Auftrag für die Bauarbeiten vergeben werden kann. Allerdings hofft man bei der Städteregion auf eine Entscheidung „in den nächsten beiden Wochen”, dann kann es los gehen, die Bauzeit ist auf sechs bis acht Monate veranschlagt.

Im Bereich zwischen Monschau und Kalterherberg müssen auch mehrere Brücken saniert werden, dazu gehört auch, dass die Geländer erneuert werden. Möglich ist, dass alle Brücken bis auf die Brücke hinter dem Reichenstein-Viadukt erhalten werden können.

Die Arbeiten am etwa 14 Kilometer langen Teilstück von der Grenze bis zum Bahnhof in Lammersdorf sind fertig. Auf diesem Radweg ist schon mächtig viel los - Wanderer und Radfahrer aus der gesamten Region haben den Weg längst entdeckt. Bürgermeisterin Margareta Ritter ist überzeugt: Der Radweg, der am Ende 130 Kilometer lang ist und durch drei Länder führt, wird zum Highlight, zum Ereignis für die einheimische Bevölkerung wie für die Touristen.

An Vennbahntrasse festhalten

Diese 130 Kilometer „machen Europa greifbar”, ist CDU-Ratsherr Micha Kreitz sicher, wie er im Ausschuss sagte. Für ihn ist unabdingbar, dass die Stadt an der Streckenführung auf der alten Vennbahn-Trasse im Paustenbacher Venn festhalten müsse.

Naturschützer haben hier Bedenken angemeldet wegen des (vermeintlichen) Vorkommens von Birkwild. Wegen des Artenschutzes gibt es für den Radweg auf der Vennbahntrasse zwischen Lammersdorf und dem Bahnhof in Konzen (4,6 km) besondere Vorgaben, wie Manfred Strang berichtete: Die Deckschicht muss wassergebunden sein (keine Asphaltschicht), im Winter dürfen keine Loipen gespurt werden, Reitwege sind verboten, verboten ist auch eine Beleuchtung und Hunde müssen angeleint werden.

Auf dem Vennbahn-Radweg zwischen der Grenze bei Roetgen bis zum Bahnhof in Kalterherberg gibt es 33 Querungsstellen, an 23 Stellen haben die Radfahrer Vorfahrt, so auch dort, wo die alte Vennbahntrasse auf Aderich in Konzen die Straßen quert. Im Übergang am alten Bahnhof und der B 258 in Konzen wird eine Mittelinsel (samt Geländer) eingerichtet und davor und dahinter das Tempo für die Autofahrer auf 70 km/h reduziert. Poller und „Erhebungen” der Fahrbahn sollen für Sicherheit der Radfahrer sorgen.

Mit den Arbeiten auf der Teilstrecke zwischen Walheim-Raeren bis zur Grenze (4,2 km) wird die Stadt Aachen im August beginnen. Auch hier soll das Projekt bis zum Jahresende fertig sein.

Für das anschließende Stück nach Raeren hat die „Urbanisierungsbehörde” die Baugenehmigung erteilt, der Baubeginn ist für August vorgesehen, für die Arbeiten auf dem etwa 6,5 Kilometer langen Teilstück sind 80 Werktage vorgesehen. Schon in der nächsten Zeit soll (da die Zeit der Vogelbrut zu Ende ist) mit den Freischneide-Arbeiten begonnen werden, berichtete Strang.

Mit dem Marketing für die Ravel-Route ist das Verkehrsamt der Ostkantone beauftragt, über den Stand der Dinge berichtete Sandra De Taeye, Direktorin des Verkehrsamtes. Entwickelt wird derzeit eine „Wort-Bild-Marke” für den Radweg, gesucht wird auch ein einheitlicher Name für die Ravel-Route.

Für Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter ist es wichtig, dass aus historischen und geografischen Gründen die Begriffe Vennbahn und Venn im künftigen Namen vorkommen.

Mit der systematischen und gezielten Vermarktung soll dann, so Sandra De Taeye, zum Beginn des nächsten Jahres begonnen werden, damit es „im Sommer richtig los gehen kann”. Für Bürgermeisterin Ritter sind noch zwei Dinge wichtig: Die Organisation des Rücktransportes der Radfahrer (besonders Familien) - etwa durch den NaturBus und Sonderfahrten im öffentlichen Nahverkehr - müssen gereglt werden.

Intensive Gespräche sind da noch notwendig. Wichtig für die Bürgermeisterin ist auch die Einflussnahme der Stadt Monschau etwa auf die Nutzung der Bahnhofs-Areale, die belgisches Hoheitsgebiet sind. Die Nutzung müsse „konform zum Tourismus” sein, sie dürften beispielsweise nicht als Holzlagerplatz genutzt werden.

Für den 20. Juli ist im Haus der Städteregion Aachen ein Arbeitstreffen zum Thema Ravel-Radroute geplant. Dort geht es dann auch um die Nutzung der Route und der Einbindung der Umfeldes entlang der Strecke.
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