Nordeifel - Nicht nur ausgehoben, sondern mit Gewalt zertrümmert

Nicht nur ausgehoben, sondern mit Gewalt zertrümmert

Von: ik
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Nur ein paar Beton-Trümmer sind übrig: Das Gedenkkreuz in Wahlerscheid erinnerte an einen amerikanischen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Seit ein paar Tagen ist das Kreuz verschwunden.
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Nur ein paar Beton-Trümmer sind übrig: Das Gedenkkreuz in Wahlerscheid erinnerte an einen amerikanischen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Seit ein paar Tagen ist das Kreuz verschwunden.

Nordeifel. Mehr als 30 Jahre lang erinnerte in der Nähe des Parkplatzes Wahlerscheid ein Gedenkkreuz an den amerikanischen Soldaten Marco Jahr, der am 13. Dezember 1944 kurz vor der Ardennen-Offensive ums Leben kam.

Posthum wurde ihm die „Silver Star“-Medaille für besondere Tapferkeit verliehen - so ließ es sich bislang auf der silbernen Plakette lesen. Doch die Plakette ist nun samt Kreuz verschwunden: Übrig geblieben sind kaum mehr als Beton-Trümmer des Fundaments. Gerd Ahnert, pensionierter Forstdirektor im Nationalpark Eifel, entdeckte am vergangenen Sonntag beim Spaziergehen, dass das Kreuz fehlt, und vermutet hinter dem Verschwinden schweren Vandalismus.

Auch Elmar Falkenberg, Bezirksleiter des Nationalparks Eifel für das Gebiet Wahlerscheid, bestätigte, dass das Gedenkkreuz nicht von offizieller Seite entfernt wurde: „Es sieht schwer nach Diebstahl aus.“ Und das, so Falkenberg, „ist wirklich traurig.“

Das Ehrenkreuz stand an der sogenannten „Heartbreak Crossroad“, frei übersetzt bedeutet das „Kreuzung des gebrochenen Herzens“. Unter diesem tragischen Namen ist das Waldgebiet an der Kreuzung B258/Rocherather Straße zwischen Schleiden und Monschau noch heute amerikanischen Veteranen und Geschichtlern bekannt, weil hier am Ende des zweiten Weltkrieges, im Dezember 1944, erbitterte Kämpfe stattfanden.

Für Gerd Ahnert handelt es sich bei dem Diebstahl des Ehrenkreuzes nicht um einen spontanen Einfall oder unüberlegten Streich. Die Täter müssten schon vorsätzlich gehandelt haben. Schließlich war das Kreuz fest einbetoniert. Es wurde also - so Ahnert - nicht einfach herausgedrückt. Stattdessen musste man den „Beton-Sockel mit Gewalt zertrümmern“. Er vermutet, dass ein Vorschlaghammer nötig war, um das rund ein Meter hohe Kreuz aus dem Boden zu lösen.

„Rund 15 Kilogramm“ bringt das Metall-Kreuz auf die Waage, schätzt der ehrenamtliche Waldführer. Ein mögliches Tatmotiv könnte also der gezielte Metall-Diebstahl gewesen sein, mutmaßt Ahnert.

Dass das Kriegsdenkmal wegen seiner Symbolkraft bewusst entfernt wurde, daran glaubt er eher nicht: Zumal die Infotafeln, die vor rund einem Jahr in diesem Waldgebiet aufgestellt wurden und über die Geschehnisse vor 70 Jahren berichten, völlig unversehrt seien.

Ob es Zeugen für die Tat gab, bezweifelt er: „Das Gebiet ist recht einsam“. Wirkliche Hinweise zum Täter oder zum Tatmotiv hat er also bisher nicht.

Bisher hat er allerdings auch noch keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Das sei Aufgabe des Grundstückseigentümers - also des Nationalparks Eifel.

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