„Nicht noch mehr Schlafkommune von Aachen werden“

Von: Helga Giesen
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Der Roetgener SPD-Bürgermeisterkandidat Jorma Klauss darf sich auch der Unterstützung seiner Parteigenossen auf höherer Ebene, wie hier Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt, gewiss sein. Foto: H. Giesen

Roetgen. Jorma Klauss soll nach dem Willen der Roetgener SPD am 13. September in die Fußstapfen von Bürgermeister Manfred Eis treten. Die Weichen dafür hat der Ortsverein mit der Nominierung des studierten Verwaltungsfachmanns jetzt auf einer Mitgliederversammlung in Mulartshütte gestellt.

Einhellige Zustimmung findet der 40-Jährige dabei nicht nur in den eigenen Reihen, sondern auch in der Region. Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt als stellvertretende Vorsitzende des Unterbezirks Aachen-Stadt sicherte ihm ebenso ihre Unterstützung zu wie der Vorsitzende des Unterbezirks Aachen-Kreis, Martin Peters.

Jorma Klauss, der seit den Kommunalwahlen 2014 für die SPD im Gemeinderat sitzt und dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist, stellte sich den Genossen mit seinem beruflichen und politischen Lebenslauf sowie seinen Zielen vor.

Mit 16 Jahren in die SPD

In Aachen und Eupen aufgewachsen, hat er nach dem Abitur an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung studiert und ist anschließend vier Jahre bei der Stadt Aachen im Sozialamt tätig gewesen. Danach hat er sich in Richtung Datenverarbeitung umorientiert und nach seinem Wechsel zur Regio IT dort auch Führungsaufgaben wahrgenommen.

Mit 16 Jahren ist Jorma Klauss in die SPD eingetreten und nach einem Austritt wieder „heimgekehrt“. Unter anderem hat er sich im Wahlkampf für Ulla Schmidt engagiert.

Seit zweieinhalb Jahren wohnt er nun mit seiner Freundin Kathrin Schiffer in Roetgen. Er fühle sich im Ort gut angenommen und habe in der Roetgener SPD seine politische Heimat gefunden, betonte er. An die erste Stelle seiner Ziele, für die er als Bürgermeister einstehen will, setzte Jorma Klauss unter dem Beifall der Zuhörer, dass er „in der Tradition von Manfred Eis für finanzielle Stabilität und Kontinuität stehen“ wolle.

Für Bürger und Unternehmen solle die Verwaltung offener und transparenter werden, versprach Klauss. Das gelte sowohl für einen digitalen Zugang als auch für eine allgemeinverständlichere und umfassendere Darstellung der oft komplexen Sachverhalte.

Eigene Wirtschaft fördern

„Eine engagierte Bürgerschaft, wie sie in Roetgen vorhanden ist, braucht da mehr Transparenz“, betonte er. Eine stärkere Einbindung der Bürger sprach der Kandidat auch unter dem Stichwort „In Kooperationen denken“ an. Zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung müsse vermehrt die Zusammenarbeit gesucht werden mit allen vor Ort tätigen Vereinen und Initiativen.

Als aktuell positives Beispiel führte er die Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat bei der Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge an. Auch interkommunal müsse über mehr Zusammenarbeit nachgedacht werden, sofern sie bei Wahrung mindestens gleicher Qualitätsstandards wirtschaftlicher sei. Allerdings dürfe man dabei nicht das Heft des Handelns aus der Hand geben.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Jorma Klauss in der Wirtschaftsförderung. Die Ausweisung beziehungsweise Erweiterung von Gewerbegebieten sei wichtig für Arbeitsplätze und Nahversorgung vor Ort, „damit Roetgen nicht noch mehr zur Schlafkommune von Aachen wird“ – und ganz nebenbei auch ein Beitrag zum Umweltschutz.

Als Standortfaktoren seien dafür aber auch eine gute Verkehrsanbindung und Breitbandversorgung wichtig, sprach er die aktuellen Probleme an. Mit der Wahrung von Wohn- und Lebensqualität im Ortsbild müsse Roetgen attraktiv für Neubürger bleiben. Außerdem sprach sich Klauss für die Errichtung von Windkrafträdern auf Roetgener Gebiet aus.

Ansprechpartner der Region

Ulla Schmidt blickte in ihrem Grußwort zurück, wie groß 1999 die Freude bei den Sozialdemokraten in der Region war, als Roetgen mit Manfred Eis eher überraschend als fünfte Kommune einen SPD-Bürgermeister habe stellen können. „Kommunen sind der Motor der Entwicklung“, betonte sie und ihr Anliegen als Mitglied des Bundestages sei es, als Ansprechpartnerin für die Region deren Situation zu verbessern.

Insbesondere beim Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sowie in der menschenwürdigen Versorgung der Asylbewerber und Flüchtlinge dürften die Kommunen nicht allein gelassen werden. „Viele Genossen waren während der Nazi-Diktatur froh, woanders Asyl zu finden“, machte sie die sozialdemokratische Verantwortung in dieser Frage deutlich.

Roetgen sei da politisch auf dem richtigen Weg, stellte sie fest und erinnerte daran, dass hier bereits 2009 zum 65. Jahrestag des amerikanischen Einmarsches eine Gedenktafel gegen Rassismus und Gewalt eingeweiht wurde.

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