Nicht länger als drei Jahre auf den Edeka-Umbau warten

Von: ag
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Roetgen. Die Erweiterung des Edeka-Marktes in Roetgen ist ein kleines Stück näher gerückt. Im Bauausschuss der Gemeinde wurde jetzt der vorhabenbezogene Bebauungsplan vorgestellt. Für Aufregung sorgte, dass sich der Investor laut Vertrag bis zu 60 Monaten Zeit für die Umsetzung nehmen möchte.

Dies veranlasste Günther Severain (UWG) zu der Frage: „Wollen Sie jetzt bauen oder nicht?“ Ein Vertreter der Investoren erklärte daraufhin, im Unterschied zu Aldi beschäftige Edeka keine Filialleiter. Vielmehr handele es sich um selbstständige Kaufleute. Im konkreten Fall gebe es „Meinungsverschiedenheiten“ zwischen dem Kaufmann und der Edeka-Gruppe, die noch zu klären seien.

Silvia Bourceau (UWG) zeigte sich „geschockt darüber, was hier passiert“. Zum einen handele es sich aus Sicht der UWG bislang nicht um das gewünschte Angebot eines Vollsortimenters. Außerdem solle man sich nicht darauf einlassen, weitere fünf Jahre auf die Umsetzung des Vorhabens zu warten. Schließlich liefe das Verfahren schon mindestens ein Jahr. Als Kompromiss schlug Bourceau eine Umsetzungszeit von maximal drei Jahren vor.

Die Vertreter des Investors zeigten sich kompromissbereit und gingen auf den Vorschlag ein. Die lange Anlaufzeit sei aber nötig gewesen, um mögliche Schwierigkeiten mit den Anwohnern zu klären und aus dem Weg zu räumen. Dies rechtfertigte auch für Klaus Onasch (SPD) die lange Laufzeit des Verfahrens.

Michael Seidel (CDU) würde es begrüßen, „wenn die Maßnahme endlich umgesetzt wird“. Die Ansiedlung eines Vollsortimenters an der Rosenthalstraße beschäftige die Gemeinde inzwischen mehr als neun Jahre. Mit Blick auf die Aldi-Ansiedlung in Roetgen bemerkte Seidel, dass Konkurrenz das Geschäft belebe. In Sachen Edeka sei immer dann Bewegung gekommen, wenn Druck durch Konkurrenz zu erwarten gewesen sei. „Ich hoffe, dass der Druck nicht nachlässt“, betonte Seidel.

Aus den Planungsunterlagen geht hervor, dass das Schallschutzgutachten nach Einwänden der Städteregion überarbeitet wurde. Der Standort der Einkaufswagenbox wurde daraufhin von der Nordseite auf die Südseite des Windfangs verlagert. Laut Gutachten werden dann die Immissionsrichtwerte für Mischgebiete eingehalten. Eine weitere Einkaufswagenbox ist im Nordosten der Stellplatzerweiterung vorgesehen.

Im Bereich der Arztpraxis wurden die Werte eines Gewerbegebietes zugrunde gelegt. Dort wird der zulässige Wert nachts an einer Stelle überschritten. Dieser Aspekt soll aber vernachlässigt werden, da die Praxis in der Nacht nicht genutzt wird.

Zusätzlich wurden die Geräusche durch die vorhandenen Glascontainer untersucht. Dabei wurden Lärmschutzmaßnahmen in Form einer 2,50 Meter hohen Lärmschutzwand entlang des Containers und das Versetzen der Container auf das Gelände des Edeka-Marktes berücksichtigt. Die freiwillige Errichtung wäre aber mit Kosten in Höhe von etwa 15.000 Euro verbunden, die vom Investor nicht übernommen werden. Dem Vorschlag der Verwaltung, die Container nicht zu verschieben und auf eine Lärmschutzwand auf Kosten der Gemeinde zu verzichten, da es sich nicht um eine „gewerbliche Vorbelastung“ handele, folgten die Ausschussmitglieder einstimmig.

Außerdem wurde inzwischen die Zulässigkeit der Fleischanlieferung über eine neu zu errichtende Anlieferungszone mit dem Veterinäramt geklärt. Zum Schutz der Anwohner soll die Fleischlieferung nun zusammen mit der allgemeinen Anlieferung erfolgen. Zum Schutz der Anwohner wird der Investor außerdem entlang der nordöstlichen Grundstückgrenze freiwillig eine Lärmschutzwand errichten.

Die Öffnungs- bzw. Anlieferungszeiten wurden werktags auf 7 bis 21.30 Uhr festgelegt. Die Öffnungs- und Anlieferungszeiten für eine geplante Bäckerei mit Café wurden sonntags auf 7 bis 16 Uhr festgelegt. Dies fanden die Grünen zu großzügig bemessen und verweigerten ihre Zustimmung.

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