„Next Exit Life”: Praktisch auf das Leben vorbereiten

Von: V.M.
Letzte Aktualisierung:
Lautlos und umweltfreundlich p
Lautlos und umweltfreundlich präsentierte sich der Dienstwagen der Stadt Monschau, den die Bürgermeisterin Margareta Ritter den Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Ursula am vergangenen Montag vorstellte. Foto: V. Monterey

Monschau. „Ich war selbst überrascht, wie einfach alles zu handhaben ist”, gab der Schulleiter der Mädchenrealschule St. Ursula, Franz-Peter Müsch zu. Im Rahmen einer Unterrichtsreihe für den Wirtschafts- und Sozialkundeunterricht der drei Zehnerklassen werden zur Zeit wichtige Themen unter dem Namen „Next Exit Life” (Neli) bearbeitet, die zum Zurechtfinden im Alltag als Erwachsener dienen, so auch zum Thema „Auto”.

Diese Themen würden sonst „in Schulen vernachlässigt”, so Müsch.

Aus diesem Anlass besuchte jetzt auch die Bürgermeisterin Margareta Ritter die Schule, um das Dienstauto der Stadt Monschau vorzustellen, ein Elektroauto von Renault. Der vom Gasversorger EWV gesponserte und bis zum Ende des Jahres noch für die Stadt kostenfrei zur Verfügung gestellte Wagen (ebenso wie eine Zapfsäule am Rathaus) ist äußerlich kaum von einem „normalen” Auto zu unterscheiden, nur hören kann man das Auto der Zukunft nicht.

Teuer in der Anschaffung

Nach der Vorstellung des Autos, das bei den jungen Mädchen für Begeisterung sorgte, durften die Schülerinnen der Bürgermeisterin ihre vorbereiteten Fragen stellen, konnten die positiven und negativen Eigenheiten abwägen. Ob das Elektroauto wirklich umweltfreundlich sei, wo man es aufladen könne, wie viele Kilometer es führe und wie teuer in der Anschaffung, waren nur einige der vielen Fragen. Und die Bestätigung, dass dieses Auto tatsächlich sehr einfach zu handhaben sei, auf Knopfdruck vorwärts und rückwärts führe und der Navi gar mit einem Handy programmierbar sei, löste bei vielen den Wunsch aus, es einmal fahren zu dürfen. Doch die Anschaffung eines Elektroautos - der Listenpreis des Modells „Kangoo” liegt rund 18 000 Euro über dem Preis eines herkömmlichen Wagens - liegt damit noch in weiter Ferne, „zu teuer, für ein erstes Auto”, resümierten Meike Call, Tatjana Ritzke und Nadia Bornewasser der Klassen 10 c und 10a. Vorerst würde man sich wohl nur ein „gebrauchtes Auto” leisten können, eines, das „in Ordnung ist, wenig Sprit verbraucht und ein bisschen schön aussieht”, so die Mädchen. Darüber hinaus waren sie der Meinung, es gäbe noch „nicht genügend Tankstellen” mit einer Strom-Zapfsäule, und darüber hinaus könne man „nicht so schnell und keine weite Strecken fahren”.

Als Dienstauto für die Stadt Monschau hat sich das Transportermodell mit einer 22 kWh-Batterie, mit einem Laderaum von 3500 Liter und einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h schon bewährt, er sei „passend für eine Kurstadt”, so Ritter. Der geräumige Kastenwagen sei groß genug, damit „der Bauhof ihn nutzen kann”, und durch die eigene Zapfsäule am Rathaus oder beim Bauhof sei das Aufladen kein Problem. Nach zwei Stunden ist ein Elektroauto fast aufgeladen und fährt rund 120 Kilometer mit einer Stromladung. Das ist langfristig gesehen besonders interessant für Dienstwagen, für all jene, die viel, aber nur kurze Strecken fahren. Aufladen könne man das Auto auch zu Hause mit einer Hausladestation in der heimischen Garage, „das dauert dann aber die ganze Nacht”, berichtete die Bürgermeisterin. Auch das Car- Sharing von E-Autos, welches man schon in Aachen anbietet, wird immer beliebter.

Auch der Schulleiter, der tags zuvor eine Probefahrt mit einem Nissan E-Mobil gemacht hatte, bekundete seine Begeisterung. „Man hört nichts, da der Wagen keinen Motor mehr hat. Und ich war erstaunt, wie schnell er beschleunigt” (von 0 auf 100km/h in 11,9 Sekunden), erzählte Müsch.

Fazit der Schülerinnen war dennoch, „die Umweltfreundlichkeit ist sehr wichtig”, doch das mache erst Sinn, „wenn alle auf erneuerbare Energien umgestiegen sind”, so Nadia. Aber zutrauen, so ein zukunftsweisendes High-Tech-Auto zu fahren würden sie sich alle, bestätigten auch Annika Kreutz und Laura Bartz aus der Klasse 10a. Dann, wenn das Elektroauto im Verhältnis nicht mehr so teuer ist, wie einst der allererste Taschenrechner.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert