Neuschnee bleibt nur für ein paar Stunden

Von: P. St.
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Da kann man nur stauen: Es ist Mitte Oktober und die Eifel erlebt die ersten Vorboten des Winters. Leichter Schneefall machte die Wiesen kurzfristig weiß, auf den Straßen (wie hier bei Rollesbroich) gab es aber keine Rutschpartien. Foto: P. Stollenwerk
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Nahe des Belgenbachtals bei Konzen auf Mäusejagd: Diesem Fuchs konnte die dünne Schneedecke bei der Ausübung seines Jagdtriebes nichts anhaben. Foto: P. Stollenwerk
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Bei Schneefall nicht ohne Reiz: Das Brackvenn bei Mützenich. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. In dem sehenswerten Bildband „Magisches Hohes Venn“ schreibt der Autor im Vorwort, dass um den 11. November herum im Hohen Venn für gewöhnlich mit dem Einbruch des Winters zu rechnen ist. Sollte es einmal eine Neuauflage geben, dann müsste sich der Autor dahingehend korrigieren, dass auch der Oktober in der Eifel seine Tücken hat und es passieren kann, dass früher Schnee die bunten Blätter plötzlich weiß färbt.

So geschehen in der Nacht zum Mittwoch. Bei Temperaturen um null Grad setzte leichter Schneefall ein, der bis in die Vormittagsstunden anhielt. Wer den ungewöhnlich frühen ersten Schnee des bevorstehenden Winters allerdings in der freien Natur genießen wollte, der musste sich beeilen, denn die vielzitierte „weiße Pracht“ hielt nur für ein paar Stunden.

Schon am Nachmittag verflüchtigte sich die dünne Schneedecke vielerorts wieder, und die Temperaturkurve zog wieder leicht nach oben. Ab etwa 350 Meter ging der Regen in Schnee über. Die „Schneefallgrenze“ lag diesmal in Roetgen an der Ampel. Während in Mützenich eine fast geschlossene zwei Zentimeter dünne Schneedecke lag, bekam die Altstadt Monschau nur Nieselregen ab.

Noch kein Salz gestreut

Die erste Schneeschauer war lange angekündigt, aber so recht glauben konnte man es erst am Mittwochmorgen. Entsprechend groß war dann auch die Überraschung und vielfach die geteilte Begeisterung in den sozialen Netzwerken. Die benachteiligten Flachländer durften sich an tollen Schneemotiven aus der Nordeifel erfreuen.

Keine Überraschung war der Schneefall für das Team der Straßenmeisterei Simmerath. Auch hier hat man das Ohr immer ganz nah an den aktuellen und verlässlichen Meldungen des Deutschen Wetterdienstes in Essen.

Da Temperaturen von unter drei Grad in der Nacht zum Mittwoch vorausgesagt waren, traf sich der Bereitschaftsdienst erstmals um Punkt drei Uhr nachts in der Niederlassung im Gewerbegebiet Rollesbroich. Eine Besatzung brach zu einer Probefahrt auf, und kehrte mit der erwarteten Erkenntnis zurück, dass der Streudienst noch nicht aktiv werden muss.

„Die Bodentemperaturen liegen derzeit noch so hoch, dass sich noch kein Frost auf den Straßen bildet“, sagt Bruno Alzer, Betriebsleiter der Straßenmeisterei Simmerath. Der Bereitschaftsdienst der Straßenmeisterei trifft sich immer um drei Uhr nachts, sobald die Temperaturen unter drei Grad sinken, um dann vor Ort zu entscheiden, ob der Winterdienst aufgenommen wird.

Mit genügend Streusalz ist die Straßenmeisterei Simmerath bereits seit dem Frühjahr ausgestattet. Nach dem vergangenen Winter wurde die sogenannte „nationale Reserve“ verteilt, damit das Streugut nicht veraltet. Seitdem liegen 1500 Tonnen Salz in der Halle in Rollesbroich bereit.

Nicht so gelassen wie die Straßenmeisterei blieben am Mittwoch viele Autofahrer. Die Reifenhändler der Region erlebten einen regelrechten Ansturm. Bei einigen Unternehmen gab es telefonisch gar kein Durchkommen mehr, andere hatten vorübergehend den Anrufbeantworter eingeschaltet. Eine massive Häufung der Nachfrage nach Winterreifen erlebte auch das Autohaus Wollgarten in Höfen. „Wenn der erste Schnee fällt, erinnern sich plötzlich viele Kunden daran, dass sie noch Winterreifen brauchen“, sagt Gaby Rader vom Höfener Standort des Unternehmens. Man habe den Ansturm gerade so bewältigen können, zumal auch viele Kunden bereits ihre Reifen vorbestellt hätten.

Große Freude am frühen Wintereinbruch hatte am Mittwoch eine Gruppe von Eifelbesuchern in Höfen. Ein Bus mit niederländischem Kennzeichen hielt an der Schleidener Straße an, um den Gästen einen weitschweifenden Blick über die Eifelhöhen zu ermöglichen. Dutzende Gäste asiatischer Herkunft standen wie aufgereiht an der Fotoschnur und zückten ihre mobilen Kameras. Wenn das nicht der Höhepunkt des Tages war...

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