Neun neue Kutscher im Reit- und Fahrverein Eicherscheid

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Kutschführerschein bestanden: Neun Personen aus Huppenbroich, Herhahn, Mützenich und Roetgen absolvierten erfolgreich den Fahrerlehrgang Klasse IV, den sie bei Hans-Willi Schophoven (li.) aus Eicherscheid durchgeführt hatten. Foto: Hoffmann.

Eicherscheid. Wenn Hans Willi Schophoven von Pferden und vom Kutschfahren redet, sprudelt es mit Leidenschaft und viel Sachverstand aus ihm heraus. Er ist der erste Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Eicherscheid e.V. 1954 (RuFV), der an der Ortsrandlage des Golddorfes über eine beachtenswerte Reitanlage mit wunderbarem Blick über das Rurtal und die Eifelwälder verfügt.

Dort kann man nicht nur gut reiten, sondern auch kutschfahren und das ist Schophovens große Leidenschaft. Ob es sich nun in dieser Sportart um Gelände-, Hindernisfahren oder um Dressurfahrprüfungen handelt der Name Schophoven ist diesbezüglich im gesamten Rheinland bekannt.

Darüber hinaus ist er als „Fahrlehrer“ tätig, denn bei ihm kann man den Kutschführerschein machen. Als Inhaber der Trainer A-Lizenz besitzt Hans Willi Schophoven die Erlaubnis zur Ausbildung von Kutschfahrern, die ihr Sport- und Freizeitgerät bis zu vierspännig (also mit bis zu vier Pferden vorgespannt) über Feldwege und Straßen bewegen möchten.

Gesetzlich vorgeschrieben ist der Führerschein nicht, empfiehlt sich jedoch schon allein aus Versicherungsgründen. Seit Ende März lief in Eicherscheid nun wieder ein Fahrerlehrgang in Sachen Kutschführerschein, zu dem sich dieses Mal neun Interessenten aus Huppenbroich, Herhahn, Mützenich und Roetgen bei Schophoven eingefunden hatten. „Alle sind Mitglied bei uns im RuFV“, weist dieser mit Stolz auf die Zusammensetzung hin und ergänzt, dass Teilnehmer aus Nord- und Süddeutschland auch schon in Eicherscheid zu Gast waren.

Unterstützt wird der Vereinsvorsitzende bei der Ausbildung der künftigen Kutscher von Norbert Bülles aus Huppenbroich, der über die Trainer C-Lizenz verfügt.

Nach der sechswöchigen Ausbildung stand am Maifeiertag nun die Führerscheinprüfung für die Aspiranten in der Klasse IV an, zur der mit Michael Straten aus Geilenkirchen und Otto Wörner aus Köln zwei Prüfer angereist waren. Zur Altersstruktur der von ihm angebotenen Fahrerlehrgänge hält Schophoven fest: „Da ist von zwölf bis siebzig Jahren alles dabei“. Aus dem vorigen Jahr hat er eine Rentnergruppe in Erinnerung, „die alle so um die siebzig waren“.

Zur Klientel seiner Fahrerlehrgänge weist Schophoven zudem darauf hin, dass diese vielfach gar kein Pferd besitzt. Dies wird von ihm als keine schlechte Ausgangsbasis bezeichnet, da sich diese Gruppe über den Kutschführerschein zunächst einmal Grundwissen über Pferd und Fahrgerät aneignet und sich damit dann später eventuell ausstattet. „Da macht man dann beim Kauf viel weniger verkehrt“, ergänzt der Kutschfachmann, der unter anderem im Zweispänner fünfmal Rheinischer Meister und zehnmal Kreismeister war. Momentan arbeitet er mit Aluere, Fernando und Leines drei neue Pferde ein, die er langsam wieder nach vorne bringen möchte, um an der Spitze mitzumischen.

Hoch auf dem Kutschbock mit der vorgespannten Aluere ging es in zügiger Fahrt durch und um Eicherscheid, wobei Schophoven zunächst einmal erklärte, dass der Erwerb des Basispasses Pferdekunde als Grundlage für den Führerschein diene. Hier bekomme man Grundwissen zum Pferd, dessen Führen und Verladen, Sattel auflegen, Bandagieren und zur Anatomie des Tieres vermittelt.

Für Anfänger steht dann der Kutschführerschein Klasse IV nach der sogenannten Achenbachlehre an. Hier lernt man bei Ein- und Zweispännern das richtige Einspannen, Geschirrkunde und natürlich den fachgerechten Umgang mit den Leinen, die die Pferde führen.

Das Ganze endet dann mit der praktischen und theoretischen Prüfung. Die Kosten für diesen Kutschführerschein bewegen sich um die 500 Euro, in denen für die Kursteilnehmer das Stellen der Pferde, der Kutschen und die Prüfgebühren enthalten sind. Zum Fahrerlehrgang der Klasse III merkt Schophoven an, dass dieser schon mehr in den Sportbereich hinein gehe.

Dort ist für Ein- und Zweispänner eine Dressurprüfung, ein Hindernisfahren und Longieren mit Gangarterkennung zu absolvieren. Die Klasse II betrifft ausschließlich die Zwei- und Vierspänner, wo hier der theoretische Bereich, beispielsweise zur Pferdeanatomie, wesentlich umfangreicher ist.

Wer nun Lust auf Kutschfahren bekommen hat, kann sich Anfang August selbst ein Bild davon machen. In Eicherscheid werden dann jede Menge Kutschen unterwegs sein – und zwar auf höchstem sportlichem Niveau. Auf dem Gelände des RuFV werden vom 9. bis 11. August die NRW-Meisterschaften ausgetragen.

Wer dort dann auf den Geschmack kommen sollte, kann sich bei Hans-Willi Schophoven zum nächsten Fahrerlehrgang im Herbst anmelden.

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