Simmerath - Neun Jungautoren präsentieren ihre Texte

Neun Jungautoren präsentieren ihre Texte

Von: Ines Kubat
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Melisha Surovac, eine von insgesamt neun jungen Eifeler Autoren, liest zum Abschluss des rund zehnwöchigen Workshops „Schreibland NRW“ aus ihrer Geschichte. Anleitung beim Schreiben bekamen die Jugendlichen von Kinderbuchautorin Claudia Satory-Jansen (2.v.l.). Foto: Kubat

Simmerath. Brüchig und vor Nervosität stockend waren die Stimmen einiger Kinder und Jugendlicher, als sie ans Rednerpult traten und sich vorstellten. Doch das änderte sich meist schlagartig, sobald sie anfingen vorzulesen und in die Welt der Geschichten eintauchten. In die Welt ihrer eigenen Geschichten, besser gesagt; Welten, die sie sich selbst ausgedacht hatten.

Denn vergangene Woche stellten neun Eifler Jungautoren Auszüge aus ihren Kurzgeschichten oder kleinen Romanen vor – Texte, die in einer rund zehn-wöchigen Schreibwerkstatt entstanden sind: Das Literaturbüro NRW hatte gemeinsam mit dem Verband der Bibliotheken die Initiative „Schreibland NRW“ gegründet, um kreative Köpfe zum Schreiben zu bringen.

Aus ganz Nordrhein-Westfalen bewarben sich Stadtbüchereien um die Teilnahme – Simmerath war unter den glücklichen Gewinnern. Begeisterte Teilnehmer fanden sich schnell: Acht Mädchen und ein Junge im Alter zwischen 8 bis 15 Jahren wollten sich am Schreiben versuchen.

Seit Dezember traf sich die Gruppe dann einmal pro Woche mit Claudia Satory-Jansen. Die Simmeratherin ist bereits eine waschechte Autorin, hat einige Kinderbücher herausgegeben und stand den Mädchen und Jungen als Expertin zur Seite. Sie half ihnen, sich dem Oberthema „Zwischen Himmel und Erde“ zu nähern. Und als der Startschuss einmal gegeben war, sprudelten die Ideen nur so aus den Kinderköpfen, erinnert sich Satory-Jansen an die ersten Workshoptage. Sie ließ den jungen Schreiberlingen freie Hand und habe nur dann eingegriffen, wenn es irgendwo hakte, die Worte nicht herauskommen wollten, oder zu viele Handlungsstränge die Geschichten verkomplizierten.

Rita Plum, Leiterin der Simmerather Bibliothek, erinnerte sich an „rote Wangen und Siegerlächeln“ in den Autoren-Gesichtern am Ende der Workshoptage, und freute sich über den „besonderen Ohrenschmaus“, den Eltern, Großeltern und Geschwister bei der Lesung zu hören bekamen.

Die kurzen Auszüge der entstandenen Werke machten vor allem eins, Lust auf mehr. Denn sie zeugten von Talent: Die Geschichten waren spannend, manche sogar recht gruselig. Die einen kindlich verspielt geschrieben, die anderen abgeklärt und in klarer Jugendsprache. Mal ging es um Monster oder Verfolgung, dann um Unfälle, Juwelendiebstahl, tödliche Krankheiten und sogar Selbstmord. Dass die Kinder und Jugendlichen solch teils morbiden Themen gewählt haben, verwunderte Satory-Jansen zunächst: „Tod und Teufel steckt in einigen Geschichten. Ich denke, dass das, was die Jugendlichen im Alltag erleben und sehen, Einzug in ihre Geschichten hält.“

Die Lesung sei für Bibliothekarin Plum ein „wehmütiger“ Augenblick, weil es den Abschluss dieses Projekts einläute. Aber ganz vorbei ist es doch noch nicht: Denn am Ende überraschten Satory-Jansen und Plum die begabten Jung-Autoren mit der Nachricht, dass ihre Geschichten in einem Buch gedruckt werden. Sponsoren und Druckerei stehen bereit. Jetzt fehlt nur noch der letzte Feinschliff an den Geschichten.

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