Lammersdorf - Neujahrskonzert: Künstlerinnen scheuen „Schweres” nicht

Neujahrskonzert: Künstlerinnen scheuen „Schweres” nicht

Von: js
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Boten in Lammersdorf ein ungewöhnliches Neujahrskonzert: Birgit Röseler (Klavier) und Simone König (Flöte). Foto: Josef Schreier

Lammersdorf. Gleich am ersten Tag des neuen Jahres wartete die neue Evangelische Kirchengemeinde „Monschauer Land”, entstanden aus den bisherigen Gemeinden Monschau und Roetgen, mit der ersten gemeinsamen Veranstaltung auf.

Das Neujahrskonzert in Verbindung mit Neujahrsgottesdienst und Neujahrsempfang war in der früheren Monschauer Gemeinde schon traditionell. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Lammersdorfer Gemeindesaales gelang auch diesmal, im größeren Zusammenhang, ein ebenso besinnlicher wie hoffnungsfroher Jahresauftakt.

Es hatte sich in den vergangenen Jahren ergeben, dass zum Neujahrskonzert besonders Künstler eingeladen werden, die mit der Gemeinde und dem Monschauer Land besonders verbunden sind. In diesem Jahr boten die Monschauer Pianistin Birgit Röseler und die Hürtgenwalder Flötistin Simone König ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm auf hohem Niveau. Unter dem Titel „Schweres und Schwereloses” gab es einen hochinteressanten Querschnitt durch die Flötenliteratur der neueren Zeit.

Vor „Schwerem” scheuten die Künstlerinnen dabei keineswegs zurück, wobei der leichte und beschwingte Flötenklang die Zuhörer über manche kompositorischen Abgründe sicher hinweg trug. Besonders die Werke von Albert Roussel und Paul Hindemith stellten in dieser Hinsicht besondere Ansprüche dar.

Die Einbettung dieser musikalischen Schwergewichte ins leichter Zugängliche wie den Ohrwurm „Memory” von Andrew Lloyd Webber oder die Tanzsuite von Mátyás Seiber stellte sich als eine musikpädagogisch geschickte Strategie heraus. So gab es aber auch interessante Konstellationen zu hören, wenn etwa der bekannte Filmkomponist Nino Rota mit einem graziösen Flötenstück von Max Reger konfrontiert wurde, der so selber in ein unvermutet neues Licht rückte.

Hervorzuheben ist die sichere und souveräne Klavierbegleitung von Birgit Röseler, die den Höhenflügen von Simone Königs Querflöte die solide Basis bot. Es ist keineswegs der Solistin anzulasten, wenn man feststellen muss, dass sich im Laufe des etwas mehr als einstündigen Konzerts die Spannung des Flötenklangs doch etwas erschöpfte.

Ein glücklicher Einfall

Gerade in diesem Moment allerdings hatte Simone König den glücklichen Einfall, Lloyd Webbers erwähnten Ohrwurm aus seinem Musical „Cats” auf einer Bassflöte zu präsentieren, einem Instrument, das vielleicht so mancher Zuhörer zuvor noch nie zu Gesicht bekommen hatte und das mit seinem warmen, tiefen Klang faszinierte. Ähnlich überraschte die Künstlerin dann in Seibers Tanzsuite, als sie einige Sätze daraus auf der Piccoloflöte darbot.

Pfarrer Volker Böhm hatte die Künstlerinnen und die recht zahlreichen Zuhörer begrüßt und vor allem dem Arbeitskreis Musik der nun vereinigten früheren Kirchengemeinden Monschau und Roetgen für sein Bestreben gedankt, Konzertangebote auf hohem Niveau zu organisieren und auch weiterhin präsentieren zu wollen. Ingeborg Gäb dankte ihrerseits namens des Arbeitskreises für die vielfältige logistische wie finanzielle Unterstützung durch die Kirchengemeinde, ohne die das anspruchsvolle und ambitionierte Konzertprogramm, mittlerweile freilich so etwas wie ein Markenzeichen der Kirchengemeinde selber, nicht möglich wäre.
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