Lammersdorf - Neujahrskonzert: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

Neujahrskonzert: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

Von: Dr. Josef Schreier
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Sopranistin Elisabeth Menke und Harfenistin Christina Buchsbaum verzauberten mit ihrer Musik die Zuhörer im evangelischen Gemeindehaus in Lammersdorf. Foto: J. Schreier

Lammersdorf. Den Neujahrskonzerten der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land „wohnt“ regelmäßig ein besonderer „Zauber inne“. Mit vollem Recht konnte daher das diesjährige Konzert sich diese Gedichtzeile von Hermann Hesse zum Titel nehmen.

Die beiden jungen Künstlerinnen, die den „zauberhaften“ frühen Abend dieses 1. Januar im Gemeindehaus in Lammersdorf gestalteten, stimmten ihr Programm genau auf das Motto des Dichters und auf den Jahreswechsel ab. Die Harfenistin Christina Buchsbaum war schon zum zweiten Mal beim Neujahrskonzert dabei. Sie hatte diesmal eine musikalische Kollegin, die Sopranistin Elisabeth Menke, mitgebracht. Die beiden hatten ein Programm ausgearbeitet, das in Musik und Text passend auf den Anlass zugeschnitten war.

Die Neujahrskonzerte der Kirchengemeinde sind auch in der Thematik besonders. Beinahe möchte man sie experimentell nennen. Es kommen oft junge Künstler der Region zum Zuge, auch Ensembles mit ungewöhnlicher Zusammensetzung und mit ungewöhnlichem Programm.

Schon am Anfang des diesjährigen Konzerts stand ebenfalls ein solches Experiment: eine Komposition des holländischen Jazzmusikers und -komponisten Martin Fondse mit dem Titel „Maria“. Damit begann eine Folge von Vokalstücken, die auf das Weihnachtsfest Bezug nahm. Nach dem experimentellen Stück von Fondse, das der Solistin besondere Techniken abverlangte, folgten ein bekanntes Weihnachtslied und zwei weihnachtliche Stücke der französischen Opernkomponisten Bizet und Adam. Hier konnte sich Elisabeth Menke mit einer großen Ausstrahlung und einer wunderbaren Stimme auszeichnen, der lediglich die etwas trockene Akustik des Raumes zu schaffen machte.

Christina Buchsbaum spielte dann an der Harfe zwei Originalstücke des französischen Harfenisten Marcel Tournier. Hier fiel ein fast ein wenig herber Klang auf bei einem Instrument, das man sonst mit sanften und süßen Tönen assoziiert. Sicher passte die Solistin diese Art der Wiedergabe der nachdenklichen Thematik des Abends an.

Nach dem Block der weihnachtlichen Stücke folgte ein weiteres Experiment: eine vokale „Improvisation“ nach einem Textfragment aus Goethes Gedicht „An den Mond“. Hier ließ sich die Sängerin von den Worten des Dichters zu musikalischen Umspielungen dieser Verse inspirieren, die sehr ansprechend und interessant waren – eine Art der Textinterpretation, die eine Vertiefung verdiente.

Die Begleitung der übrigen Gesangsstücke – original für Klavier geschrieben – war für Harfe bearbeitet. Dies bedeutete in vielen Fällen eine überaus reizvolle Variation des ursprünglichen Charakters. Auch hier spürte man, wie die ursprüngliche Diktion durch die Harfe sowohl intensiviert wie auch aufgeraut wurde, was dem kleinen Zyklus von Schubert-Liedern, der den Schwerpunkt des zweiten Teiles bildete, durchaus guttat.

Den Schluss des anregenden Frühabends bildeten drei Lieder des Ehepaares Clara und Robert Schumann sowie ihres Kollegen-Freundes Johannes Brahms. Der reich gespendete Beifall wurde belohnt durch die Zugabe eines Liedes von Maurice Ravel.

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