Neujahrskonzert in der Evangelischen Gemeinde in Lammersdorf

Von: Josef Schreier
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Die Monschauer Kirchenmusiker Uwe und Ingeborg Gäb überzeugten mit einmal ganz anderer Literatur. Foto: Josef Schreier

Lammersdorf. Das alljährliche Konzert am Neujahrstag zählt inzwischen zu den Höhepunkten im Leben der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land. Mit oftmals überraschenden musikalischen Ideen und Formen startet die Gemeinde in ein neues Jahr und entlässt die meist zahlreichen Zuhörer mit neuen und zuversichtlichen Gedanken.

Diesmal fand sich das Publikum nach dem Neujahrsgottesdienst im Lammersdorfer Gemeindehaus unversehens in eine Wiener Kaffeestube versetzt und ergötzte sich im „Café im Takt“ an echter Wiener (und auch anderweitiger) Salonmusik.

Das Ehepaar Ingeborg und Uwe Gäb – als Kirchenmusiker in der evangelischen wie in der katholischen Kirche in Monschau hochgeschätzt – griff hierbei eine Idee auf, die die beiden bereits vor ein paar Jahren ins Werk gesetzt hatten. Kaffeehausmusik und Kirche – man könnte fragen: Wie passt denn das zusammen? Freilich – allzu viel geistlichen Tiefsinn versprühten die oft leichten und sehr eingängigen Stücke an diesem Abend nicht unbedingt oder mindestens nicht unmittelbar. Aber kann nicht gerade die Musik, in welcher Form auf immer, das Gemüt des Hörers doch offen machen für etwas, das den Alltag sinnspendend übergreift?

Uwe Gäb an der Violine und Ingeborg Gäb als versierte Klavierbegleiterin gelang es jedenfalls hervorragend, das dankbare Publikum eine gute Stunde lang zu fesseln mit teils sehr bekannten Melodien (beinahe zum Mitsummen) und andererseits auch einigen Stücken, die eine Nachdenklichkeit verströmten, welche dann doch beinahe ins Spirituelle reichte.

Letzteres galt besonders für die berühmte „Meditation“ aus Massenets Oper „Thaïs“ sowie eine sehr intensive Melodie, die aus Glucks „Orpheus“ stammte – beides jeweils Bearbeitungen für Violine und Klavier, welche gerade bei diesen Stücken auf besonders glückliche und bewegende Weise harmonierten.

Um diese beiden kleinen Werke herum – die man so beinahe als die Hauptwerke des Abends empfand – gruppierte sich eine bunte Anzahl von bekannten und einschmeichelnden „Ohrwürmern“ – angefangen bei den Charakterstücken von Fritz Kreisler (etwa „Liebesfreud und Liebesleid“) über die berühmte Humoreske von Dvoák bis zu dem – in vielen Varianten bekannten – „Plaisir d’amour“. Den Schluss bildeten wieder zwei etwas nachdenklichere Werkchen: das „Avant de mourir“ des rumänischen Geigers Georges Boulanger und das Lied von der „jiddischen Mamme“ von Leo Fuld.

Das Programm beeindruckte durch die Musikalität und das intensive Engagement der beiden Monschauer Kirchenmusiker, die man in solchem Zusammenwirken sicher gern noch öfter hören würde.

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