Neujahrskonzert: Ein stimmungsvoller Ohrenschmaus

Von: Dr. Josef Schreier
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Das gesamte Ensemble des Neujahrskonzerts sang und spielte mit dem Publikum das letzte Lied. Foto: Schreier

Lammersdorf. Das Neujahrskonzert der Evangelischen Kirchengemeinde findet jedes Jahr im Gemeindehaus in Lammersdorf statt und zählt gewiss regelmäßig zu den stimmungsvollen Konzertereignissen im Monschauer Land. Nach dem nachmittäglichen Neujahrsgottesdienst und einem kleinen Empfang gestalten jedes Jahr Musiker, die der Gemeinde besonders eng verbunden sind, dieses Konzert.

Im Zentrum des Ensembles, welches die diesjährige Veranstaltung vorbereitete, stand der im Monschauer Land wohlbekannte und seinerzeit auch in der Kirchengemeinde sehr aktive, aber vor einigen Jahren nach Aachen verzogene Dr. Hansotto Schwacke. Als versierter Laienmusiker hatte er in Erinnerung an seine Eifeler Zeit für dieses Jahr etliche Freunde und Kollegen (u.a. auch aus dem nahen Ausland) eingeladen, mit ihm zusammen diese musikalische Neujahrsstunde zu gestalten.

Schwacke selber sowie Susanne Hoenen und Elisabeth Leuchter spielten verschiedene Blockflöten, deren auffäligste sicherlich die beinahe mannshohe Großbassflöte war, die wohl mancher Konzertbesucher zum ersten Mal gesehen und gehört haben wird.

Dazu spielte Emile Paes die Querflöte. Victoria Kloos de Haas (Sopran) und Piet Ermers (Tenor) sangen eine kleine Kantate von C.Ph.E. Bach. Ingeborg Gäb schließlich begleitete am Cembalo einige der Stücke und spielte solistisch eine kleine dreisätzige „Fantasie“ von G.Ph. Telemann.

Die dargebotenen Stücke stammten ausschließlich aus der Barockzeit, deren Musik sich offenbar „von Hause aus“ für besinnliche und festliche Anlässe jeder Art hervorragend eignet.

Wenn auch gewiss an der einen oder anderen Stelle die Unsicherheit einer erstmaligen Präsentation in diesem Rahmen bei den Musikern zu spüren war, so war den Besuchern doch insgesamt, wie am Schluss Uwe Kappe vom Musikausschuss der Gemeinde hervorhob, ein „Ohrenschmaus“ bereitet worden.

Zudem konnte man auch einiges Unbekannte hören, so etwa zu Beginn des Konzerts eine Triosonate des aus Altona stammenden Komponisten Pierre Prowo, in der die beiden „medizinischen“ Holzbläser Hansotto Schwacke und Emile Paes erstmals ihr Können zeigen konnten. Dieses kam später noch besser zur Geltung bei der zweiten dargebotenen Triosonate in der gleichen Besetzung, die von dem etwas bekannteren italienischen Meister Antonio Caldara stammte. Bei beiden Werken fügte jeweils Ingeborg Gäb die dritte Stimme am Cembalo in bewährter Weise hinzu.

Besonders lieblich und eingängig wirkten diejenigen Stücke, die von den drei Blockflötenstimmen – Hansotto Schwacke gemeinsam mit Susanne Hoenen und Elisabeth Leuchter – gestaltet wurden. Hier schien es sich in den meisten Fällen um Bearbeitungen für diese Besetzungen zu handeln; besonders zwei kleine Stücke, von C.D. da Nola und J. Arcadelt, konnten sehr gefallen, ebenso eine dreisätzige Sonate von J.B. de Boismortier.

Etwas aus dem Rahmen fiel die Kantate des letztjährigen Jubilars C.Ph.E. Bach. Worum es sich bei „Phyllis und Thirsis“ (so der Titel des kleinen Werks) inhaltlich genau gehandelt hat, konnte man leider auch dem Programmzettel nicht entnehmen. Aber die beiden Sänger Victoria Kloos de Haas und Piet Ermers machten ihre Sache gut und konnten immerhin klarmachen, dass sich in dieser kleinen Szene wohl ein Liebespaar nicht ganz einig war, sich aber dann doch in der gemeinsamen Liebe wiederfand.

Weihnachtlicher Ausklang

Am Schluß des Konzerts wurde dem weihnachtlichen Ambiente Genüge getan durch zwei Weihnachtsliedbearbeitungen von F. W. Zachow und J.S. Bach. In das letztere Lied, „Ich steh an deiner Krippen hier“, stimmte auch das Publikum ein und beendete so einen Gottesdienst- und Konzertnachmittag, der die Besucher mit zuversichtlichen Gefühlen in das begonnene Jahr 2015 entließ.

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